Sumatra 3 – Bukit Lawang

Schon mal vorab, ich habe mich furchtbar in Bukit Lawang, in die Menschen und in all die tollen Projekte vor Ort verliebt. Dieser Ort ist wirklich was ganz besonderes ❤ .

Project Wings

Wie bereits kurz erwähnt war ich im Rahmen einer deutschen Hilfsorganisation vor Ort. Die Jungs und Mädels von Project Wings unterstützen verschiedene Kooperationspartner auf Sumatra und werden das größte Recyclingdorf der Welt bauen. Wenn alles gut läuft, geht es Anfang 2020 los mit dem Bau. Das Dorf wird u.a. aus recyceltem Plastik, in Form von so genannten Eco-Bricks, gebaut. Die Einheimischen haben die Möglichkeit Eco-Bricks (1,5l PET Flaschen gefüllt mit gesäubertem Plastikmüll) an das Projekt zu verkaufen, wodurch sie zum einen Geld verdienen und zeitgleich Plastik recyclen.

An dem Bau beteiligen sich verschiedene lokale Kooperationspartner, die bereits ihre eigenen kleinen Organisationen haben und teilweise seit Jahren schon im Bereich Umweltschutz, Recycling, Erhaltung der Artenvielfalt und Aufklärung arbeiten. Project Wings unterstützt diese Kooperationspartner mit Spenden aus Deutschland, damit sie ihre Projekte vorantreiben können und dann im nächsten Jahr gemeinsam das Recycling Dorf aufbauen können.

Es gibt in Deutschland ein Team, die das Fundraising betreiben, die in den Einkaufsstraßen Deutschlands zu finden sind, mit Unverpackt Läden kooperieren und über Social Media versuchen möglichst viele Menschen zu erreichen. Das Geld kommt wirklich bei den Locals an und es ist einfach toll zu sehen, wie Project Wings mit den Kooperationspartner zusammenarbeitet. Die einzelnen Organisationen haben durch das Geld aus dem Ausland die Möglichkeit ihre eigenen Visionen schneller zu verwirklichen, da ihnen selbst leider keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

Wer helfen möchte, immer gerne: https://www.project-wings.de/jetzt-helfen/

Mein Job als Volontärin war es, zum einen den Kooperationspartnern selbst zu helfen, aber auch alle kennen zu lernen, um das Team in Deutschland ein wenig beim Projektmanagement und beim Konzept für das Volonteering Programm zu unterstützen.

Generation Co – Simolap

Virginia möchte mit ihrer Organisation die traditionellen Pflanzen bewahren und leistet einen riesen Beitrag was die Aufklärung zum Thema Abholzung des Regenwaldes und Alternativen zur Palmöl Industrie angeht.

Welche Abenteuer ich bei ihnen erlebt habe, habe ich ja im vorherigen Beitrag geschrieben.

Care Sumatra – Rangerprogramm

Zurück aus Simolap sind wir weiter nach Batu Kapal, ein Dorf direkt neben Bukit Lawang. Lena und ich standen etwas neben uns von den ganzen Erlebnissen aus Simolap und waren etwas reizüberflutet, als wir wieder in der Zivilisation angekommen sind. Aber wirklich viel Zeit sich zu akklimatisieren hatten wir nicht 😀 .

Kurz bei Erna durchschnaufen, einen Tee trinken, Lukas & Maxi kennen lernen, die zu dem Zeitpunkt bei Erna gewohnt haben und schon ging es weiter.

Lena und ich wurden je auf ein Motorrad gesetzt, natürlich inkl. Gepäck und nach Batu Kapal raus gebracht. Das war ca. eine halbe Stunde Fahrt und ich glaube in der halben Stunde habe ich ein paar Lebensjahre gelassen. Es ging über Stock und Stein, durch kleine Flüsse, über eine Hängebrücke und ich habe des öfteren gedacht – ich bin zu alt für sowas 😀 😀 😀 . Oder ich bin einfach nur eine furchtbar schlechte Beifahrerin.

Wir sind mehr oder weniger heile angekommen, Lena wäre fast vom Motorrad gefallen, weil ihr Rucksack doppelt so groß und schwer wie meiner war und sie hatte noch tagelang Muskelkater im Bauch 😀 .

Das Conservation Center von Care Sumatra liegt am Ende einer „Straße“ nun ja Trampelpfad – sprich: Mitten im Wald. Ein Steinhaus mit einem richtigen Badezimmer (!!!). Also mit einer richtigen Toilette, einer Dusche und einer Tür zum Abschließen. Dafür keinen Handyempfang und keinen Strom, aber immerhin einen Generator, wodurch auch hier der Reiskocher funktioniert. Läuft 😉

Die NGO Care Sumatra hat verschiedene Projekte u.a. das Monitoring von „Orang-Utan Verhalten“ und ein Rangerprogramm, um das Grenzgebiet zum National Park zu beschützen. Wir sind zwei Tage hintereinander mit dem Ranger durch den National Park und das Grenzgebiet gewandert und haben dabei viel von seiner Arbeit kennen gelernt.

Er patrouilliert mehrmals die Woche an der Grenze des National Parks. Der National Park an sich ist geschützt, aber an der Grenze finden gerne mal illegale Abholzungen statt. Zudem klärt er die lokalen Farmer auf, welche Möglichkeiten es gibt, die Tiere, die gerne mal auf ihren Obstplantagen naschen kommen, nicht direkt zu erschießen, sondern sie wieder in den Dschungel zurück zu treiben. So ein Orang-Utan weiß ja nun mal nicht, welche Durian Früchte er jetzt essen darf und welche nicht.

Auf unserer Wanderung haben wir tatsächlich einen Tiger-Fußabdruck gesehen. Hui, das war aufregend. Der Ranger meinte, dass der max. 12 Stunden alt war. Das war schon eine abgefahrene Vorstellung, dass der Tiger kurz vor uns an diesem Ort war… Und natürlich durfte insgesamt die ein oder andere Raucherpause nicht fehlen…

Mich persönlich hat seine Arbeit und die Pläne, die sie haben (ua noch viele weitere Ranger ausbilden) echt beeindruckt und ich freue mich sehr, dass jemand „aufpasst“. Auch wenn es für so ein kleines Team gerade fast unmöglich ist, alles abzudecken. Aber Step by Step kann auch dieses Programm wachsen.

Einen Morgen, ich lag noch im Bett, unter meinem Moskitonetz, auf der Matratze auf dem Boden des gemeinsamen Schlafraums, da kam Lena ganz aufgeregt zu mir. Ich solle schnell aufstehen, die Orang-Utans seien am Haus. WAAAAAAAAAS? Ohhhh Herzklopfen sag ich euch! Schnell runter, schön im Schlafanzug natürlich, Flip-Flops an und zu den anderen, die schon in die Bäume gestarrt haben. Und dann habe ich sie gesehen. Meine ersten wilden Orang-Utans. Wow. Mega. Unfassbar toller Moment. Diese Tiere sind so majestätisch… Wie gebannt haben wir in die Bäume geguckt und wir hatten teilweise echt eine richtig gute Sicht und sie kamen ganz schön nah an uns ran. Oh das war toll! Ich war einfach nur glückselig, wie ich da in meinem Pyjama, noch mit Schlaf in den Augen, mitten im Wald stand und Orang-Utans beobachtet habe.

Erna´s Eco-Farm

Nach drei Tagen in Batu Kapal bei Care Sumatra sind wir dann zu Erna. Erna ist ein Superstar. Sie ist Wonderwoman und ich bin so dankbar, dass ich diese Frau kennen lernen durfte und bei ihr gute zwei Wochen leben konnte. Sie ist so herzlich, lustig, liebevoll und managed zusammen mit ihrem Mann „Papi“ die Familie (Tochter 11, Sohn 5), die eigene Farm, den Aufbau eines Kompost Hauses für das Dorf, kümmert sich darum, dass die Nachbarn Jobs bekommen, hat eine kleine Baumzucht, Hühner, Gänse und Schafe und dann das Haus immer voll mit Volontären, für die sie 3x am Tag kocht, Schulklassen, die bei ihr was über organic farms lernen können und ärgert sich mit dem Gouverment rum, dass sie Gelder bekommt. Diese Frau ist eine Wucht. Und dabei immer am Lachen. Hach mein Herz geht auf, wenn ich von ihr schreibe!

Ernas Haus ist ein wenig auch der Dreh- und Angelpunkt von Project Wings. Dort finden die Meetings mit den Kooperationspartnern statt, man bekommt da eigentlich immer einen Platz zum Schlafen und was zu Essen, auch wenn man nicht direkt für sie arbeitet.

Aber natürlich haben wir ganz fleißig bei ihr gearbeitet. Ich habe mit meinen neuen indonesischen Bauarbeiter Freunden eine Straße zementiert. Das ganze läuft etwas anders ab, als in Deutschland. Also nicht, dass ich jetzt die Zementierungs-Expertin bin, aber ich weiß, dass unser Zementmischer anders aussieht. Und als Arbeitsschuhe sind Flip-Flops und „barfuss“ wahrscheinlich auch nicht unbedingt erlaubt 😉 .

Und ansonsten haben wir viele viele Bäume gepflanzt, Gewächshäuser aus Bambus gebaut, Unkraut gejätet und Kinder auf der Eco-Farm bespasst.

In den 2,5 Wochen bei Erna ist wirklich viel passiert. Wir haben richtig reingehauen und so Feldarbeit ist echt erfüllend. Am Ende des Tages sieht man was man erreicht hat,  man ist müde, schmutzig und glücklich :-).

In der Zeit habe ich auch die anderen Kooperationspartner kennen gelernt, aber davon berichte ich euch beim nächsten Mal.

Sumatra 2 – Simolap das Leben im Dschungel

Simolap, ein Ort im Dschungel, an dem die Welt noch etwas anders funktioniert. An diesem Ort gibt es die so genannten HotSprings, eine heiße Quelle mitten im Nichts. Vor einigen Jahren wurde ein Pool gebaut, der mit dem Wasser aus den heißen Quellen gefüllt wird. Für die Einheimischen ist dies ein mystischer vielleicht auch etwas heiliger Ort und sie kommen gerne hin, um schwimmen zu gehen oder einen Ausflug zu machen. Dafür, dass dieser Ort fernab der Zivilisation ist, ist dafür dann doch ganz schön was los.

Naja und so ganz fernab von allem ist er auch nicht. Das nächste Dorf ist ca. 20min fußläufig entfernt, aber ich glaube in diesem Ort leben ca. 100 Personen. Aber immerhin haben sie Strom und der wurde angezapft, sodass es in Simolap auch Strom gibt, was einen ziemlichen Luxus mit sich bringt. Der Reiskocher funktioniert! 😀 .

Naja und es gibt Strom für Licht und zum Aufladen der Handys, die dort aber nur als Kamera und Taschenlampe benutzt werden, denn es gibt genau gar keinen Empfang. Am letzten Tag haben wir herausgefunden, dass man manchmal am dritten Durian Baum rechts Nachrichten empfangen kann. 😀 Aber eigentlich war die Offline Zeit wirklich sehr entspannend und ich habe nichts vermisst.

Rund um die Hot Springs wurde im Laufe der Zeit eine Art Campingplatz gebaut und es wohnen 5-15 Personen fest vor Ort. Es gibt verschiedene Hütten und Baumhäuser, in denen die Bewohner leben. Fast alles wurde aus natürlichen Materialien aus dem Wald gebaut und damit ist das Baumhaus ein richtiges Baumhaus, so wie bei den verlorenen Jungs von Peter Pan. Natürlich haben Lena und ich uns dieses Haus ausgesucht, denn wann hat man denn schon mal die Chance in einem Baumhaus zu leben <3.

Am ersten Tag sind wir erst mal nur angekommen. Haben das Camp und die Community kennen gelernt. Die Stimmung dort ist unfassbar entspannt und harmonisch. Und das liegt nicht nur daran, dass die Bewohner alle unentwegt das so genannte Jungle-Gras rauchen 😀 . Dieser Ort strahlt einfach eine Ruhe aus und die Zeit tickt viel langsamer.

Abends wurden wir fürstlich bekocht und saßen ganz entspannt zusammen.

Vorher wurde uns von Virgina aber noch gezeigt, wie das so mit der Körperhygiene funktioniert. Denn… Fließendes Wasser aus der Leitung gab es nicht, das einzige fließende Wasser war der Fluss, der einmal rund um das Camp fließt. Und in genau diesem wird geduscht, sich die Zähne geputzt und auch das Geschirr gewaschen.

Grundsätzlich ja kein Problem, aber da es sich um ein hauptsächlich muslimisches Land handelt, müssen die Frauen ihren Körper ja immer bedecken. Das heißt wir haben komplett angezogen im Fluss geduscht :-D.  Etwas gewöhnungsbedürftig und vielleicht haben wir auch mal, die Dunkelheit der Nacht mal genutzt, um ganz nackig reinzuspringen. Aber psssst, nicht verraten. 😉

Aber irgendwie wird man mit der Zeit auch entspannter, dann ist die Körperhygiene vielleicht nicht gleichzusetzen mit der von Zuhause. Es geht ja allen so.

Aber das ist schon eine abgefahrene Erfahrung. In der Dunkelheit in einem Fluss zu stehen, um einen herum nur Dschungel und keine Menschenseele. Lena und ich waren des öfteren froh, dass wir diese Erlebnisse teilen konnten und nicht ganz alleine waren. Und dadurch, dass wir uns von Anfang an so super gut verstanden hatten, konnten wir glücklicherweise auch unsere Erfahrungen auf dem Stehklo, auf dem es kein Toilettenpapier und kein fließend Wasser gab, teilen. Das einzige Hilfsmittel war ein Bottich mit Wasser und eine kleine Kelle. Ich überlasse es eurer Fantasie, wie man dort gewisse Geschäfte verrichtet… 😉

Die erste Nacht im Baumhaus war aufregend. Wir hatten eine Matratze, ein Moskitonetz und zwei Kissen, bei denen wir aber beide relativ schnell entschieden haben, sie zur Seite zu legen und nicht weiter zu hinterfragen, welche Lebewesen es sich auf und in diesen schon gemütlich gemacht haben. Es ist wirklich mega abgefahren. Da liegt man, mitten im Dschungel, über einem Fluss, in einem Haus, das nur aus Ästen und Bambus gebaut hat und um einen herum nur Naturgeräusche. Die größte Herausforderung war es aber dem Körper klar zu machen, dass unter keinen Umständen nachts wach werden dufte, um auf Toilette zu gehen. Die Stufen aus dem Baumhaus heraus waren sehr abenteuerlich und auch der Weg zum „Toilettenhaus“ war relativ weit. Die Erfahrung, diesen Weg mitten in der Nacht hinter sich zu bringen, wollten wir beide verhindern und haben das auch erfolgreich geschafft. Gut, wenn der Körper auf einen hört.

Am nächsten Morgen wurden wir von den Affen und Dschungelgeräuschen, naja eigentlich war es der Hahn, geweckt. Im Fluss waschen und ab zum Haupthaus, wo die Jungs schon „Coppie“ vorbereitet haben. Nach einem entspannten Frühstück haben wir uns fertig gemacht und sind in den Garten, um ein paar Bäume zu pflanzen und Chilis zu pflücken. Dieser so genannte Garten war für Lena und mich erst nicht wirklich ersichtlich, da es genauso aussah wie im restlichen Dschungel, aber so nach und nach haben wir das System verstanden 😀 .

Dort wird auch gerade ein Volontär Haus gebaut, in dem dann zukünftig die Volontäre, die von Project Wings kommen, wohnen können. Nach einer entspannten und lustigen Mittagspause haben wir noch ein Süßkartoffelbeet angelegt und sind dann zurück zum Hauptcamp.

Wohlverdient haben wir uns fertig gemacht und sind das erste mal in den Pool zum schwimmen. Natürlich wieder komplett angezogen, eine Tatsache an die ich mich nur sehr schwer gewöhnen kann. Und hinzu kommt, dass so heiße Quellen ja einen leichten Schwefelduft mit sich bringen und der auch immer noch in meinen Klamotten festhängt. Aber hey, das war es wert, denn nach einem Tag harter Arbeit ist so ein Bad in einem ca. 39° heißen Pool doch sehr entspannend. Und sobald es zu heiß wird springt man dann in den Fluss und fühlt sich wie nach einem Saunagang.

Zurück im Haupthaus haben die Jungs schon angefangen das Essen vorzubereiten. Zwischendurch ging dann anscheinend das Gas aus, woraufhin einer der Jungs mit dem Motorrad mal kurz los ist, um einen neue Kartusche zu besorgen. Auch das scheint im Dschungel innerhalb von 40min möglich zu sein.

Dann ist auch noch der Strom kurz ausgefallen und irgendwie hat es eins der Hühner geschafft sich auf einem der Dachbalken niederzulassen, was wir dann gesehen haben, als das Licht wieder an war. Das scheint häufiger zu passieren, denn alle wussten was sie zu tun haben. Licht aus, Leiter ran stellen, hochklettern und das Huhn überraschen und es bei den Füßen fassen. Nach einem mega lauten Getöse war das Huhn dann wieder unten und Lena und ich haben uns nicht mehr eingekriegt vor Lachen. Was für eine skurrile Situation und die anderen hatten alle Spaß daran, dass wir Spaß haben.

Am nächsten Tag war klar, wir gehen Bäume pflanzen. Dafür sind wir ja schließlich da und hatten 150 Bäume, bei Erna, der lokalen Eco Farmerin, abgeholt und im Taxi mit nach Simolap gebracht. Rein in die neu erworbenen Rubberschuhe, die in Bukit Lawang jeder Guide trägt. Ein Schuh aus Kautschuk erstellt, der aussieht wie Fußball-Schuhe, da er Noppen hat. Damit ist man optimal vorbereitet für rutschigen Dschungel Boden und wenn man mal durch den Fluss muss, was häufiger vorkommt, trocknen die Schuhe ganz schnell wieder. Die 1,50,- sind sehr gut investiertes Geld! Unsere Baumpflanze-Dschungel-Crew war natürlich – wie es sich für Asien gehört – in Flip Flops unterwegs.

Der Weg zur Replantation Area im Gunung Leuser National Park war echt super schön, aber teilweise schon auch herausfordernd. Es ist halt ein echter Dschungel Pfad und kein für die Touristen freigehakter Weg. Nach dem ersten richtigen Anstieg waren Lena und ich gut aus der Puste und die restliche Wandercrew sah so aus, als kämen sie gerade vom Wellnessprogramm.

Virgina, die Französin, die vor einiger Zeit ausgewandert ist, ist total Pflanzeninteressiert und möchte die traditionelle Heilkunst aufrechterhalten. Sie ist wie so eine Elfe durch den Dschungel geschwebt, hat alle möglichen Blätter angefasst, daran gerochen, eingesammelt und war voll in ihrem Element. Und während Lena und ich mit dem Berg kämpften schwebte sie so hinter uns her, in ihren FlipFlops und hat schön ihr Dschungel Grass geraucht. Unfassbar 😀 !

An der Replantation Area angekommen waren wir erst mal baff. Das wir mitten im Dschungel sind wussten wir ja. Aber wenn man dann auf so eine Art Hochebene kommt, wo man dann erst mal sieht, wo wir uns befinden, ist man noch mal mehr geflasht. Um uns herum tiefster und dichtester Dschungel. Überall, rundherum nur Bäume, nur grün, einfach nur wunderschön ❤ .

Da wir auf unserer kleinen Wanderung nicht auch noch die Bäume mit uns herumtragen wollten, hat einfach einer der Jungs, die jungen Bäume mit seinem Motorrad vorbeigebracht, standesgemäß transportiert im Rucksack…

Wir haben einige Zeit auf der Hochebene verbracht und Bäume gepflanzt 🙂 . Nach dem Mittagessen haben wir uns auf den Rückweg gemacht, aber nicht auf direktem Wege, sondern wir sollten ja schließlich auch was von dem Dschungel sehen. Hallelujah…

Ich glaube das war mit Abstand die aufregendste Wanderung meines Lebens. Tiefster, dichtester Dschungel im Gunung Leuser National Park, mitten auf Sumatra. Ich habe mir bildlich immer vorgestellt, wie es aussehen würde, wenn Google Maps jetzt rauszoomen würde – vermutlich sehr sehr grün. Bilder gibt es nicht so viele davon, da ich mich aufs Laufen konzentrieren musste 😉 .

Einen Weg gab es nicht wirklich. Einer der Jungs ist mit der Machete in der Hand vor uns hergelaufen und hat den Weg frei gemacht. Teilweise war es super steil und wir mussten ziemlich aufpassen, wo wir hintreten und dass wir nicht wegrutschen. Wir haben uns von Liane zu Liane gezogen, sind gerutscht, mussten über Steine klettern, unter Ästen her krabbeln und ich war fasziniert, beängstigt und habe einfach nur gehofft, dass nichts passiert.

Irgendwann habe ich gesehen, dass Norman, der Macheten-Mann seinen einen Flip Flop in der Hand hält, weil er kaputt gegangen ist. Also, was auch sonst… läuft man halt halb barfuss, halb FlipFlop durch den Dschungel, mit der Machete in der Hand.

Hinter uns tänzelte Virginia weiterhin durch den Dschungel, mit dem Joint in der Hand und war von jeder dritten Pflanzen unfassbar fasziniert, als hätte sie noch nie sowas wunderschönes gesehen.

Was für eine Reisetruppe… Was für eine skurrile Situation 😀 . Und das alles mit der latenten Angst, sicher und heile wieder im Camp anzukommen.

Nach einem Zwischenstopp an einer Wasserfallrutsche, haben wir es dann auch zur Dämmerung bis nach Hause geschafft. Ich war schon lange nicht mehr so mental und körperlich erschöpft, wie an diesem Tag. Es war unfassbar toll, eine mega Erfahrung, aber ich glaube mehr Abenteuer bei Dschungel Wanderungen brauche ich nicht unbedingt 😀 . So ein kleiner Trampfelpfad ist doch schon ganz nett. Und trotzdem bin ich unfassbar froh über diese Erfahrung!

Die nächsten Tag haben wir viel im Camp gebaut, mit den Jungs abends Karaoke gesungen und unsere ersten Blutegel Erfahrungen gemacht.

Die Zeit in Simolap war wirklich einzigartig. Ich habe mich aber häufiger dabei erwischt, dass ich mich auf die Zivilisation freue. Im Dschungel leben ist eine tolle Erfahrung und ich hätte es noch gut ein paar Tage oder sogar Wochen da ausgehalten. So ein unfassbar schöner Ort, an dem man einfach nur „sein“ kann und sich auf die Grundbedürfnisse fokussiert.

Irgendwie gibt mir das eine Art Tiefenentspannung, die ich nicht erklären kann. Es ist eine Art Wertschätzung ans Leben. Ein Dankeschön, dass es einen Fluss gibt, in dem man sich und seine Sachen waschen kann, ein Dankeschön, dass die Natur so furchtbar kluge Dinge, wie Holz, Bambus und Obst hat und ein Dankeschön wie schön die Gesellschaft von anderen Menschen ist, egal ob redend, singend, lachend oder schweigend.

Und Nein, ich habe nicht zuviel Dschungel-Grass geraucht 😀 . Ich habe nur einmal den so genannten Dschungel-Juice probiert, irgendein wilder Mix aus vergorenen Früchten, von dem ich nicht zu viel trinken wollte und konnte.

Und zurück in der Zivilisation freut man sich plötzlich sehr über fließend Wasser aus dem Hahn, das bringt schon einen enormen Luxus mit sich. Und einen Raum mit Tür, sodass man sich in Ruhe umziehen kann, ohne Angst zu haben, dass gleich jemand um die Ecke kommt und eine leicht bekleidete Frau sehen könnte. So ein Baumhaus ist ja schon nach allen Seiten offen 😉 .

SUMATRA – Ein ganz neues Abenteuer

Lange, lange ist es her, dass ich hier was geschrieben habe, aber jetzt ist es mal wieder soweit :-).

Kurze Zusammenfassung was seit meinem letzten Beitrag passiert ist.

Zusammenfassung der letzten 1,5 Jahre:

In Kanada bin ich leider nicht so richtig angekommen und war einfach nur reisemüde, oder vielleicht kann man es auch Heimweh nennen. Nach drei Monaten habe ich mich dann entschieden nach Deutschland zu fliegen. Diese Entscheidung ist mir unendlich schwer gefallen, da Kanada für mich ja immer ein Sehnsuchtsland war, aber manchmal muss man es hinnehmen, dass es einfach nicht die richtige Zeit ist.

Von Mai 2018 bis Oktober 2019 war ich dann hauptsächlich in Deutschland, bis auf Trips nach Porto, Kapstadt / Südafrika und einen Roadtrip von Berlin nach Riga. Gewohnt habe ich in der weltbesten Geschwister-WG mit meinem Bruder in Bielefeld, hatte aber ein paar Projekte in Berlin und Frankfurt, wodurch ich sehr viel in Deutschland hin und her gereist bin. Ohne Reisen geht es dann halt doch nicht ;-).

Im Oktober ging es aber doch wieder weiter weg und ich habe mal wieder meine Kisten gepackt und sie im Keller verstaut. Zurück nach Asien, zurück in meine zweite Heimat. Wie sehr ich das wuselige und chaotische Leben in Asien vermisst habe, habe ich erst gemerkt, als ich wieder hier war :-D.

Gestartet habe ich bei Olli in Krabi. Vier Wochen in meinem kleinen Paradies, um erst mal wieder klar zu kommen, um die letzten ereignisreichen und emotionalen Wochen/Monate zu verarbeiten. Und wie immer ist der Plan aufgegangen, dass das Bananas und dieser wunderschöne Ort, Ruhe in meinen Kopf und Körper gebracht hat. Von da aus ging es dann nach Sumatra, das geografisch gesehen gar nicht soweit von Krabi entfernt ist, aber gefühlt ist es doch eine komplett andere Welt.

Doch wie kam es denn überhaupt dazu, dass ich nach Sumatra gereist bin?

Ein Abend Ende September… Etwas viel Rotwein, da es mal wieder irgendwas zu verarbeiten gab, bei dem so eine Flasche Rotwein Wunder bewirken kann :-D. Am nächsten Morgen etwas verpeilt wach geworden, hab ich durch meine Facebook Timeline gescrollt und plötzlich einen Beitrag entdeckt, der mir Bauchkribbeln verursacht hat und ich mit einem Schlag hellwach war. Ein Basti hat in der Gruppe „Urlaub gegen Hand“ geschrieben, dass sie Volontäre für ein Projekt auf Sumatra suchen, um das größte Recyclingdorf der Welt zu bauen. Ich war direkt total begeistert und angefixt. Ohne auch nur einen Schluck Kaffee zu trinken, habe ich mir die Webseite angeguckt und habe erstmal direkt gespendet, weil ich dieses Projekt unbedingt unterstützen wollte. Vier junge Deutsche habe eine Hilfsorganisation namens „Project Wings“ gegründet, um Einheimischen zu helfen, die sich zum Ziel gesetzt haben den Regenwald und die Artenvielfalt zu schützen, das Thema Recycling und Plastikmüll anzugehen und aufzuklären, dass es keine gute Idee ist, weitere Palmöl Plantagen zu errichten.

Ich war echt direkt Feuer und Flamme und mein ganzer Körper hat gekribbelt, weil ich irgendwie unterbewusst gemerkt habe, dass dieses Projekt irgendeinen Einfluss auf meinen Lebensweg nehmen wird. Mein gutes altes Bauchgefühl funktioniert inzwischen wieder einwandfrei. Ein paar Telefonate und Nachrichten später war klar – ich fliege nach Sumatra, um das Projekt vor Ort, bei den Kooperationspartner direkt zu unterstützen. Und genau da sitze ich gerade…

Bukit Lawang

Von Krabi bin ich nach Medan geflogen und wurde dort von Anto, dem lokalen Volontär Manager und Lena einer weiteren Deutschen abgeholt und gemeinsam sind wir die vier Stunden bis nach Bukit Lawang gefahren. Ich habe wie ein kleines Kind an der Fensterschreibe geklebt, um möglichst viel zu sehen und kennenzulernen. Vor 2,5 Jahren war ich ja bereits in Indonesien – auf Bali, doch irgendwie hatte ich viel vergessen und Sumatra ist noch mal anders. Der Verkehr ist mit Abstand der chaotische, den ich je erlebt habe. Das ist echt schon nicht ohne, wie sich hier all die verschiedenen Verkehrsteilnehmer organisieren, ohne, dass irgendwas passiert. Roller, Motorräder, Busse, Autos, Trucks und bei dem ganzen Spaß dürfen natürlich ne Handvoll Hühner und Kühe nicht fehlen. Ich war froh, dass ich nicht selbst fahren musste.

In Bukit Lawang sind wir im hübschen Guesthouse Cheeky Monkey untergekommen, um erst mal in Ruhe anzukommen. Lena kam direkt aus Deutschland und war dementsprechend ziemlich müde.

Ein paar Bilder der „Stadt“, der Fluß ist der Mittelpunkt in Bukit Lawang und fast alles findet hier statt:

Am nächsten Tag haben wir Jakob kennen gelernt, einen Volontär, der die letzten zwei Monate vor Ort war und der uns einen ersten Überblick gegeben hat. Das ganze Programm steckt noch sehr in den Kinderschuhen, aber was gibt es schöneres als so ein Projekt mit aufzubauen?

Lena und ich haben noch ein wenig das Dörfchen Bukit Lawang erkundet und uns darüber gefreut, dass wir uns auf Anhieb so unfassbar gut verstanden haben.

 

Wir haben zwei Kooperationspartner kennen gelernt, ua. Erna, die hier vor Ort eine Eco Farm hat und Setzlinge für verschiedene Baumarten zieht. Dort haben wir 150 Bäume bestellt, um diese am nächsten Tag nach Simolap zu bringen, ein Ort an dem ich an die Grenze meiner Abenteuerlust gestoßen bin.

Palmöl Plantagen

Simolap liegt ca. 2 Std. von Bukit Lawang entfernt. Angeblich gibt es kaum Taxi Fahrer, die dort hin fahren, weil es zu gefährlich ist und ich kann es irgendwie nachvollziehen, dass man diese Strecke nicht unbedingt regelmäßig mit dem Auto fahren möchte. Mit dem Offroad Motorrad ist es, glaube ich, in Ordnung, aber mit dem Auto gibt es schon einige tricky Stellen.

Vorher sind wir noch schnell bei Erna vorbei, um die Bäume einzupacken und dann ging das Abenteuer auch schon los.

Tanken auf indonesisch…

Raus aus der Stadt und rein in die Palmöl Plantagen. Es war unglaublich… Kilometerlange Palmöl Plantagen, Reihe an Reihe, man hat nichts anderes gesehen und es war wirklich sehr erschreckend. Obwohl das Thema Palmöl Plantagen ja bekannt ist, war es ganz furchtbar das Ausmaß zu sehen. Ich habe mich gefühlt wie im verbotenen Wald von Harry Potter. Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt und es hatte was sehr bedrohliches. Vor allem, wenn man die Hintergründe kennt.

Als die großen Firmen angefangen haben Palmöl aus Sumatra zu beziehen, haben sie den Locals $30 pro Kilo geboten. Natürlich sind viele Einheimische angesprungen und haben Palmöl Plantagen gebaut, da sie sehr einfach zu pflegen sind. Sie wachsen vor sich hin und alle zwei Wochen kann man ernten. Inzwischen liegt der Preis bei deutlich weniger als $1, wodurch die Einheimischen natürlich Probleme haben, ihr Überleben zu sichern. Und neben der Tatsache, dass für die Plantagen viel vom Dschungel gerodet wurde, sind diese Pflanzen schlecht für den Boden. Sie haben eine Wurzelstruktur, die viel Fläche einnimmt und nichts anderes darauf wachsen kann und sie benötigen viel Wasser, wodurch die Wasserbestände in Mitleidenschaft gezogen werden. Es ist wirklich traurig zu sehen und motiviert mich zeitgleich zukünftig viel stärker auf die Inhaltsstoffe von Produkten zu achten. Palmöl ist ja nicht nur in Nutella und KitKat, sondern auch in verdammt vielen Seifen und Fertigprodukten – naja eigentlich ist es überall drin :-(.

Viele einheimische Organisationen versuchen die Farmer davon zu überzeugen, dass es nachhaltiger ist Obstplantagen anzubauen. Auch, wenn die deutlich mehr Arbeit bedeuten… Leider steigt weltweit die Nutzung von Palmöl weiter an, wodurch es schwer ist die Locals zu überzeugen, trotz furchtbar niedrigen KG Preisen.

Raus aus den Plantagen, rein in die Rutschpartie. Die Straßen waren teilweise echt schlammig und ich hatte etwas Sorge, dass wir heile ankommen. Ich weiß aber nicht, ob meine Abenteuerlust sich verändert hat oder ich einfach älter geworden bin und mich solche Fahrten deshalb mehr stressen :-D.

Simolap

Und irgendwann endete die Straße an einem Fluss. Einbahnstraße und so und das hieß, wir sind da! Über eine sehr wacklige Brücke sind wir dann zu unserem Zielort gekommen, eine kleine Dschungel Community, die sich neben den heißen Quellen ein kleines wunderschönes Camp aufgebaut haben.

 

Virgina, eine Französin, die vor einigen Jahren ausgewandert ist, um die traditionelle Medizin kennen zu lernen hat sich dort, zusammen mit ein paar Einheimischen ein Zuhause aufgebaut. Die Jungs, die dort mit leben sind im Dschungel groß geworden und der ein oder andere hat mich schon stark an Mowgli erinnert :-D.

Wir haben unsere Einkäufe und die 150 Bäume über die Brücke getragen und habe eine kleine Führung von Virgina bekommen. Was für ein abgefahrener Ort. Mitten im Nichts. Eine kleine Insel, umrundet vom Fluss und fast alles was man dort findet, wurde aus Bambus, Palmenblättern oder sonstigen Materialen gebaut, die man im Dschungel findet.

Und wie es dort genau aussieht und was wir dort erlebt haben, erzähle ich euch im nächsten Beitrag :-). Insgesamt waren wir fünf Tage vor Ort, haben im Baumhaus gelebt, Bäume geplanzt und in heißen Quellen gebadet. Eine total surreale Zeit, die mir aber auch die Grenzen meiner Komfortzone und eben auch der Abenteuerlust aufgezeigt hat…

Kanada

2 Jahre, 11 Monate und 17 Tage (=1085 Tage): Vancouver, Kanada

09° – Sonnenschein

Das neue Abenteuer.

Ja sie lebt! Und ja, sie schreibt den Blog noch :-). Hiiiiii! Ist schon ein bisschen was her, wie? Ja ich habe mir Urlaub vom Blog schreiben genommen und eigentlich auch Urlaub vom Reisen und von Abenteuern – nun ja das hat nur bedingt geklappt.

Aber gut, erst mal ein kleines Status Update: Ich bin in Kanada – in Vancouver seit knapp 6 Tagen. Und um ganz ehrlich zu sein, ich bin noch nicht wirklich angekommen. Immer, wenn ich die kanadische Flagge sehe, die hier wirklich überall ist, denke ich: „ach ja krass, ich bin ja in Kanada“. Es ist ein bisschen wie eine Wattewelt für mich gerade. Mir ist schon klar, dass ich gerade in Nordamerika bin, aber in meinem Bewusstsein ist es noch nicht angekommen, aber ich glaube das dauert noch ein bisschen. Vielleicht ist es die Reizüberflutung der letzten Wochen, vielleicht ist es die Großstadt Vancouver, vielleicht ist es sowas wie Jetlag – ich weiß es nicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das Gefühl „Ich bin in Kanada“ sich bald auch in meinem Bewusstsein wiederfindet.

Oder vielleicht sogar schon heute Nachmittag, wenn ich im Greyhound Bus auf dem Weg in die Rocky Mountains bin :-). Daher jetzt auch nur ein kurzes Update, da ich gleich zum Bus muss und bei strahlend blauen Himmel Vancouver verlasse und mich auf den Weg nach Valemount, einem kleinen Bergdorf am Fusse der Rockies mache. Vancouver war für mich nur der organisatorische Zwischenstopp. Ich habe mich um Dinge, wie Steuernummer, Sim-Karte und Bank account gekümmert, damit das alles schon mal erledigt ist. Und dann waren bzw. sind lustigerweise einige meiner Freunde, die ich auf der anderen Seite der Welt kennen gelernt habe, auch hier in Vancouver und es war mehr ein Wiedersehen und Organisations-Aufenthalt. Daher kann ich gar nicht viel von Vancouver berichten, da ich nur ein ganz kurzes Touristen Programm gemacht habe.

Aber ein Eindruck, um den man nicht herum kommt – es ist das absolute Kiffer Paradies hier. Es riecht überall nach Gras, an den Straßenschildern hängen Flyer mit Telefonnummern, wo man Gras kaufen kann und gestern habe ich sogar eine SMS von meinem „Weed-Delivery-Friend“ bekommen. Interessant, dass ich nach nicht mal 5 Tagen in Kanada schon meinen eigenen Drogen-Dealer habe :-D. Wenn ich es richtig verstanden habe ist Cannabis ab Juni oder Juli legal in Vancouver oder vielleicht auch in ganz British Colombia und bis dahin befinden sie sich gerade in dieser halb-legalen Grauzone.

Naja und um einen weiteren Eindruck kommt man hier auch nicht drum rum. Die Kanadier sind wirklich die freundlichsten und hilfsbereitesten Menschen auf dieser Erde. Unfassbar! An meinem ersten Tag hier, also letzten Sonntag, habe ich ein kleines Sightseeing Programm von meiner japanischen Freundin Azusa (die ich in Chiang Mai kennen gelernt habe) bekommen. Wir sind über eine Brücke mit wunderschönen Ausblick gegangen, sind kurz stehen geblieben um den Ausblick zu genießen. In dem Moment lief eine Joggerin vorbei und ohne, dass wir einen Fotoapparat oder so dabei hatten, ist sie stehen geblieben und hat gefragt, ob wir ein Foto von uns beidem haben möchten :-). Einfach so, ohne dass wir die Anstalten eines Fotos gemacht hätten. Einfach, weil sie dachte, dass es ein schönes Bild ist und wir uns bestimmt freuen würden. ❤

Ein bisschen später bin ich mit dem Bus zurück zu meinem Hostel gefahren. Man zahlt hier mit Münzen und der Busfahrer kann nicht wechseln. Natürlich hatte ich nur einen 20 Dollar-Schein und keine Münzen dabei. Der Busfahrer rief freundlich in die Runde, ob jemand meinen 20er wechseln kann. Ein Mann, der direkt vorne saß, kramte in seiner Hosentasche und hat mir die 2,85 in die Hand gedrückt, die ich für das Ticket brauche. „Passt schon so, hab einen schönen Tag“. 🙂 Da war ich vielleicht ganz kurz sprachlos und habe mich einfach wahnsinnig gefreut. So ein geschenktes Busticket kann einem schon mal den Tag versüßen.

Wie gesagt, ich wollte mich nur kurz melden und Bescheid sagen, dass ich gut in Kanada angekommen bin. Ich bin zwar ziemlich müde und etwas reizüberflutet, aber ich bin mir sicher, dass ich die ganzen Gedanken und Emotionen der letzten Wochen und Monate in meinem kleinen süßen Bergdorf in den Rockies aufarbeiten kann. Und da man in einem 1.000 Seelen-Dorf vermutlich viel Zeit haben wird, werde ich euch in den nächsten Wochen bestimmt einige meiner Erlebnisse der vergangenen Wochen berichten können. Langweilig war es nicht, dass kann ich schon mal vorweg nehmen.

Und natürlich gibt es auch Fotos von meinem neuen Zuhause und der wundervollen Landschafts Kanadas, die ich gleich zum ersten Mal so wirklich sehen werde.

Habt ein schönes Wochenende und liebe Grüße aus dem sonnigen Vancouver ❤

Heimat…

2 Jahre, 4 Monate und 3 Tage (=856 Tage): Tallinn, Estland

20° – heiter bis wolkig

Zurück in Deutschland und die CC Konferenz in Tallinn

Meinen letzten Beitrag habe ich geschrieben kurz bevor ich zurück nach Europa geflogen. Das sind mal gerade 7 Wochen, aber gefühlt schon wieder ewig her. Aber das liegt wohl auch daran, dass die letzten Wochen picke-packe voll waren mit Eindrücken, Emotionen und Action.

Am 14.06.17 war es dann tatsächlich soweit und ich saß im Flieger nach Deutschland. Oh man… Das war ein Gefühl. Ich hatte Herzrasen, Schmetterlinge, die Gedanken haben sich überschlagen und ich wollte einfach nur endlich da  sein. So ein 12 Std. Flug kann dann plötzlich noch viel länger werden, als er sowieso schon ist. Die Tatsache, dass fast alle um mich herum deutsch sprechen war schon etwas komisch :-D. Ich habe beim Flugbegleiter das Wasser auch immer auf Englisch gestellt, weil das irgendwie nicht in meinem Bewusstsein war deutsch zu sprechen.

In Köln angekommen habe ich regelmäßig fröhlich vor mich hingejuchzt als ich alles in deutsch lesen konnte und der nette typisch kölsche Zollbeamte mir erklärt hat, wie ich dieses komische elektronische Passport-Scanner Ding benutze und dass ich mich nicht in die Schlange einreihen brauche, wo es den Stempel gibt. Ich bin ja schließlich in Deutschland und bekomme dafür keinen Stempel. 😉

Meine wundervolle Freundin Rebecca hat mich dann mit ❤ Willkommen Schild, Kölsch und Kinder Pingui begrüßt womit die Ankunft nicht besser hätte sein können :-). Insgesamt war ich eine Woche in Köln und hatte einfach nur eine unfassbar tolle Zeit. An dieser Stelle noch mal ein riesen Dankeschön an Rebecca, Alex und Familie, dass ihr mir einen so grandiosen Start in Deutschland ermöglicht habt!!! :-*  Das war einfach nur traumhaft.

Aber ich kann euch sagen… Die ersten Tage war ich sowas von reizüberflutet. Zum einen die Tatsache in Köln zu sein, in meinem alten Veedel, wo ich damals gewohnt habe, die falsche Straßenseite auf der die Menschen fahren und gehen, mit Euro zu bezahlen, jeder spricht deutsch mit mir und ich musste das Klopapier nicht in den Eimer daneben werfen, sonder direkt ins Klo. Verrückt! Mein erster Besuch im REWE war wie ein Besuch im Schlaraffenland und ich musste erst mal jedes zweite Produkt in Ruhe inspizieren. Fruchtzwerge zum Beispiel 😀 . Keine Ahnung wann ich das letzte Mal an Fruchtzwerge gedacht habe, daher musste ich sie erst mal direkt kaufen. In Köln habe ich mich mit alten und neuen Freunden getroffen, habe die Sonne genossen und mich gefreut, dass alles so schön vertraut ist.

Nach einer Woche ging es ab nach Bielefeld, wo die nächste Überforderung auf mich gewartet hat. Meine Klamotten! 😀 😀 😀 Diesen Moment, wenn man anfängt die ersten Kisten auszupacken und Dinge wieder zu entdecken, die jahrelang zu deinem Alltag gehört haben, kommt ein ganz interessanter Gefühlsmix zustande. Schmuck, Klamotten, Parfüm und Gedöns, das alles gehörte zu meinem Alltag und hat viele Erinnerungen hoch geholt.

Und zeitgleich habe ich mich geschämt für den ganzen Kram den ich habe. Welcher Mensch braucht denn bitte 5 Jeans?!?! (Die übrigens alle verdammt eng sitzen :-D. Da war wohl zuviel gutes Essen im Spiel, in den letzten zwei Jahren). Dadurch, dass ich die komplette Zeit aus dem Rucksack gelebt habe und ich diesen minimalistischen Lebensstil sehr zu schätzen gelernt habe, habe ich mich wirklich geschämt, dass ich vorher so im „Übermaß“ gelebt habe. Ein sehr spannendes und komisches Gefühl zu gleich… Aber halt auch cool endlich mal wieder die Auswahl an Klamotten zu haben.

Nach einer gefühlt viel zu kurzen Zeit, habe ich mich auf den Weg nach Estland gemacht. Übrigens mit einem großen Koffer voller Klamotten – wer kann der kann – und ich wollte noch einmal im Übermaß leben bevor ich den ganzen Kram wegtue. 😉 . In Tallinn war Anfang des Monats die Konferenz meiner Online-Community. Die gibt es zwei mal im Jahr. Letztes Jahr war ich im Februar in Bangkok, Anfang diesen Jahres in Ho-Chi Minh und diesen Sommer dann in Estland. Ich habe mich auch hier wahnsinnig darauf gefreut die ganzen Knalltüten, die ich inzwischen ganz gut von den Konferenzen oder der gemeinsamen Zeit auf Bali bzw. Chiang Mai kenne, wiederzusehen.

Tja und was soll ich sagen. Meine Erwartungen und Vorfreude wurden sowas von übertroffen, dass ich es immer noch nicht glauben kann. So viele wundervolle, inspirierende Menschen an einem Ort, unglaublich. Ich kann diese Stimmung und Atmosphäre nicht ansatzweise beschreiben, es war einfach nur magisch. Stellt euch mal vor ihr trefft auf 150 Personen, die ihr teilweise schon kennt. Und egal wann und mit wem ihr redet, es ist immer super lustig, super inspirierend oder mega tiefgründig. Keine Ahnung warum, aber wir treffen uns alle auf einer Ebene, die man ganz schlecht beschreiben kann. Es herrscht eine grenzenlose Akzeptanz untereinander. Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch hat seine Schwächen und Stärken und das ist auch gut so. Man wird nicht bewertet, sondern zu 100% so akzeptiert, wie man ist und es wird geschaut, wie man das Beste aus sich heraus holen kann. Das klingt jetzt vielleicht etwas abgedroschen und sehr hippie-like, aber das sind alles ganz normale Menschen wie du und ich. Nur dadurch, dass wir alle einen ähnlichen Lebensstil gewählt haben ist die Verbindung direkt sehr stark. Und irgendwie haben sie alle einen Vollknall, wodurch ich mich doch sehr heimisch gefühlt habe. Zwei Wochen ging das ganze Spektakel und ich habe so unendlich viel gelacht und so wunderschöne Gespräche geführt, die meinem Herz und Seele einfach nur gut tun.

Ein paar Eindrücke:

Paintball:

Ganz viele Herzensmenschen an einem Ort und wir sind immer noch mit einem kleinen Grüppchen vor Ort. Alle anderen Teilnehmer sind schon vor längerem abgereist und wir bleiben noch eine weitere Woche. Zum arbeiten und entspannen… Diese ist nämlich in den letzten Wochen zu kurz gekommen. Ich habe mir fest vorgenommen, die nächsten Tage ganz ruhig anzugehen, da ich doch merke, dass die letzten Wochen mit ziemlich mitgenommen haben. Sowohl körperlich als auch emotional.

Die Wiederkehr nach Deutschland war spannend, aufregend und toll. Aber trotzdem setzen Gedankengänge ein, die ich gar nicht steuern kann. Ich hinterfrage viele Dinge gerade, mir wird bewusst welche Vor-, aber auch Nachteile mein Lebensstil hat. Das ist ziemlich emotional und teilweise sehr anstrengend, das alles zu verarbeiten. Aber ich habe glücklicherweise ein paar wundervolle Menschen um mich herum, die mir Kaffee kochen, mir Taschentücher und Umarmungen geben, wenn ich sie benötige und einfach verstehen was gerade in meinem Kopf und Herz vorgeht. Da ich gerade noch mitten drin stecke das ganze zu durchdenken, kann ich es noch nicht in Worte fassen. Lasst es mich versuchen… Mir wird glaube ich gerade sehr bewusst, wie groß der Unterschied zwischen meiner Vergangenheit und Gegenwart ist. Das ist nichts Schlimmes, das ist einfach nur eine Tatsache, die ich nicht ändern kann. Und trotzdem muss ich dazu viele Gedanken denken und vor allem zu lassen. Leben ist halt nicht immer so einfach…

Dadurch, dass ich aber schon in den letzten Wochen und Monaten gemerkt habe, dass ich komplett auf der Überholspur gelebt habe und mir viel zu wenig Zeit genommen habe um mal zur Ruhe zu kommen, habe ich meine Pläne mal wieder etwas umgeworfen. Mein Köpfchen ist gerade nicht bereit für ein neues Abenteuer, sprich Kanada. Ich brauche etwas Pause von neuem Input. Ich möchte gerade einfach nur irgendwo „Sein“. So ganz normaler Alltag… Aufstehen, frühstücken, arbeiten, zum Sport, abends auf ein Bierchen mit Freunden treffen und Samstags in Stadion zum Fußball gucken :-D. Keine Aufregung, keine Entscheidungen, sondern einfach mal ganz ruhig für länger als 4 Wochen. Daher habe ich mich entschieden zurück nach Chiang Mai zu gehen. Und so wie es aussieht auch für 3-6 Monate. Viele meiner Freunde von hier werden auch da sein und das bestärkt mich in der Entscheidung. Noch habe ich keinen Flug gebucht, aber da ich merke, dass alles in mir nach Chiang Mai als „Homebase“ schreit, werde ich wohl ganz schnell fliegen. Ende August habe ich noch einen beruflichen Termin in Berlin und von da aus werde ich dann wohl mehr oder weniger direkt losziehen. Das bedeutet, dass ich es nicht überall hin schaffe, wo ich hinwollte, wie z.B. Frankfurt, noch mal Köln, aber das holen wir dann beim nächsten Deutschland Aufenthalt nach… Und alle, die ich dieses mal nicht sehen konnte, oder viel zu kurz, sind natürlich herzlich eingeladen mich in meiner Wahlheimat Chiang Mai zu besuchen ❤ .

Countdown

2 Jahre, 2 Monate. 2 Wochen und 1 Tag (=807 Tage): Bangkok, Thailand

28° – Rainy season – Sonnenschein und Gewitter

Die letzten Tage in Thailand und Urlaub mit Jessi

 

Soooo, das wird jetzt wohl vorerst mein letzter Beitrag aus Asien, denn nächste Woche geht es für mich ja schon zurück nach Deutschland :-). Ich hatte ja eigentlich gedacht, dass ich total nervös und aufgeregt sein werde, aber es hält sich tatsächlich in Grenzen. Also ich freue mich wahnsinnig und wenn ich mir vorstelle, wen ich alles so in den nächsten Wochen in die Arme schließen kann, habe ich schon dolles Bauch-kribbeln. Aber es fühlt sich eher so an, also würde ich nach langer Zeit zu nem ganz normalen Wochenend-Besuch nach Bielefeld oder Köln fahren. Also so wie ich es in der Frankfurter Zeit auch gemacht habe. Dass da ein paar Wochen und ein paar Abenteuer mehr zwischen liegen, ist mir nicht wirklich bewusst. Was ja gar nicht schlimm ist… Vielleicht realisiere ich dann erst vor Ort, dass es doch mehr als zwei Jahre waren, was ja schon eine ganz schön lange Zeit ist.

Jetzt während ich so schreibe fliegen die Schmetterlinge wieder :-D. In weniger als eine Woche werde ich bei meinen Freunden auf dem Sofa liegen und das ein oder andere Kölsch trinken. Einfach nur toll! 🙂 🙂 🙂 Ich wurde in letzter Zeit vermehrt gefragt, worauf ich mich am meisten freue, bzw. was ich am meisten vermisst habe. Ich glaube, dass Thema Freunde und Familie in die Arme schließen können, ist selbst erklären. Das ist natürlich unbeschreiblich und beschert mir jetzt schon das ein oder andere Glückstränchen. Tja und alles andere… Da muss ich ganz ehrlich sagen, es gibt nichts was ich so mega mäßig vermisst habe, dass ich es kaum erwarten kann es zu bekommen. Klar, so ne schöne naturtrübe Apfelschorle, ein belegtes Brötchen beim Bäcker holen und ein Kinder Pingui werden in den nächsten drei Wochen häufiger auf meinem Speiseplan stehen, aber ich würde es auch noch weiterhin ohne schaffen. Das finde ich schon faszinierend, dass es wirklich nichts gibt, was ich total doll vermisse.

Natürlich freue ich mich meine alten Klamotten zu sehen und mal wieder etwas mehr Auswahl in der Kleiderwahl zu haben (wenn die Sachen denn noch „leben“). Auf meine Pflanzen freue ich mich, immer und überall mit Worten und nicht mit Händen und Füßen kommunizieren zu können und vertraute Dinge zu sehen, das werden bestimmt Highlights für mich. Und ganz bestimmt gibt es auch Sachen, über die ich gerade gar nicht nachdenke. So oder so – ich freue mich total. Und all die komischen Gefühle und Sorgen, die ich zwischenzeitlich hatte, sind wie weggeflogen. 🙂 Voll gut!

Ja und die Zeit bis zum Abflug habe ich mir bisher sehr gut vertrieben.

Kurz nach meinem letzten Beitrag ist ja meine wundervolle Jessi zu mir gekommen. Mit Jessi habe ich in Frankfurt ein paar Monate zusammen gelebt und obwohl das Zusammenleben eher kurz war ist daraus eine tolle und tiefe Freundschaft entstanden. Die knapp 2 Wochen, die sie hier war, haben das mal wieder gezeigt. Manche Menschen haben einfach direkt einen ganz großen Platz in deinem Herzen eingenommen <3.

Wir haben uns in Bangkok getroffen und sind dann relativ schnell weiter nach Chiang Mai gefahren. Dort haben wir es uns eine knappe Woche gut gehen lassen, ganz so wie man das in Chiang Mai macht. Ganz entspannt, aber wenn man Action will dann holt man sie sich. Von daher haben wir viel am Pool gelegen, in Cafes rum gelümmelt, mit dem Roller durch die Berge gefahren oder haben uns das Nachtleben inkl. Ladyboy Show mal genauer angesehen.

Eine Woche voller Entspannung, toller Gespräche und einigen Lachflashs. Eine Anekdote dazu muss ich euch erzählen, die uns auch die Tage danach immer wieder zum Lachen gebracht hat…

Sonntag Morgen, Jessi und Jenny hatten vielleicht noch das ein oder andere Promillchen im Blut und wir haben entschieden richtig frühstücken zu gehen. Da ich wusste, dass es einen deutschen Laden gibt, bei dem man auch ein klassisches Käsebrötchen zum Frühstück bekommt und wir genau darauf Lust hatten, sind wir also in den German Biergarten. Von der Einrichtung her auch ganz klassisch mit Paulaner Fähnchen und Korn und Äppler im Getränkeangebot. Diese „deutsche“ Biergarten Atmosphäre wurde etwas zerstört durch den Musiker, der Sonntag Morgens um 10.00 Uhr die triefendsten Liebeslieber zum Besten geben musste. Nun ja… wir sind da ja flexibel. Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir wieder auf den Roller gestiegen, um nach Hause zu fahren. In Chiang Mai kann man ja so wunderbar durch die Gässchen fahren. Zurück auf der Hauptstrasse war ich hinter einem Song-Thaewo (diese roten Pick-up Taxis), der immer langsamer wurde… Als das Taxi fast zum stehen kam und so leicht links rüber fuhr, dachte ich, dass er da parken will, weil er Touristen abliefern wollte. Da stand dann auch plötzlich so ein Typ mit Warnweste, der fröhlich am Winken war. Ich dachte, dass wir vielleicht an einem Touri Ort gelandet sind und der nette Herr in Weste dem Song-Thaewo beim Einparken hilft. Sowas gibt es hier in Thailand ja häufiger, also die netten Herren, die beim Ein- und Ausparken helfen.  Ich war – nun ja – latent genervt, weil ich weiterfahren wollte. Als das Taxi dann endlich weit genug drüben war, dass ich weiter fahren konnte, war der Herr in Warnweste immer noch am Winken. Also musste er ja uns meinen… In meiner latent genervten Stimmung habe ich nur den Kopf geschüttelt und ihm mitgeteilt, dass wir hier nicht parken möchten. Ich bin also weiter gefahren, was den Herrn vom Winken nicht abgehalten hat. Und plötzlich rief er auch noch Stopp – Stoooooopp! Na der wollte anscheinend unbedingt, dass wir dort parken. Aber das wollten wir ja nicht… Wir wollten ja unsere voll gegessenen Kater-Tag Körper an den Pool legen. Mmmmmh, nun ja, nach dem Genuss von Alkohol funktionieren die Synapsen ja etwas langsamer. Ich habe dann mal kurz drüber nachgedacht, warum dieser nette Warnwesten Typ uns so dynamisch hinter her geschrien hat… Und was das eigentlich genau für eine Warnweste war… War das nicht genau so eine Warnweste wie die Polizisten immer tragen? 😀 es hat noch weitere Sekunden gedauert bis ich die Puzzleteile zusammen gefügt hatte. Ein Polizist, der Motorräder ran winkt und es nicht so toll findet, wenn man einfach weiter fährt… Das kann nur eins bedeuten – Ich bin stumpf an einer Polizeikontrolle vorbei gefahren, in dem ich dem Polizisten mitgeteilt habe, dass ich dort nicht parken möchte… 😀 Oh man… Als ich das dann aber endlich realisiert hatte, waren wir auch fast schon Zuhause und es ist auch keiner hinter uns her gefahren. Also alles kein Problem und wir hatten noch tagelang was zu lachen.

Nach Chiang Mai sind wir noch für ein paar Tage auf die hübsche Insel Koh Tao gefahren und haben etwas Strand Urlaub gemacht. Und da wir ja absolute Glückskinder sind, hatten wir die Sonne natürlich auf unserer Seite. An den Reisetagen hat sich manchmal die Regenzeit gezeigt, aber ansonsten war das Wetter echt super.

Jessi habe ich letzte Woche Samstag in Bangkok zum Flughafen gebracht und seitdem hänge ich hier in Bangkok Downtown ab, um zu arbeiten und mich meinem neusten Hobby zu widmen… Muay Thai Boxing!

Da habe ich schon häufiger drüber nachgedacht es auszuprobieren und seit einer Woche gehe ich tagtäglich zum Training. Ja! Jeden Tag und soll ich euch was sagen? Mein Körper ist ein Trümmerfeld :D. Alter Schwede… Ich hatte ja schon häufig Muskelkater, aber das jetzt…?!?!? Ich konnte zwei Tage lange nicht laufen. Wirklich! Ich neige ja zu Übertreibungen, aber meine Beine wollten nach längerem Sitzen oder Liegen einfach nicht. Das hat dann so 2-3 Min gedauert bis die Muskeln etwas wärmer wurden und dann konnte ich auch nur humpeln. Und das tat echt weh. Tigerbalsam habe ich kiloweise drauf geschmiert und mich zwei mal massieren lassen, in der Hoffnung, dass es besser wird. Obwohl ich tagsüber echt nur mühsam laufen konnte, hat es mich natürlich nicht davon abgehalten, abends wieder zum Training zu gehen :D. Immer schön drauf trainieren. Inzwischen kann ich auch fast wieder normal laufen. Und freue mich jetzt schon wieder, wenn ich nachher in der Halle liege und mich nicht mehr bewegen kann, weil es so unfassbar anstrengend ist, aber halt einfach nur geil.

Und als weitere Ablenkung hatte ich noch zwei weitere Tage Besuch hier. Ramya und eine Freundin von ihr waren drei Wochen in Thailand unterwegs und an ihren letzten Tagen haben wir es dann endlich geschafft uns zu sehen :-). Mit dem Rammelchen habe ich vor 10 Jahren ein Praktikum bei Tom-Skireisen gemacht und haben danach noch die ein oder andere Apres-Ski Party mitgenommen. Und 10 Jahre später trifft man sich dann mehr oder weniger zufällig in Bangkok. Ein Traum!

Ja, so sieht es aus. Hier in Bangkok fühle ich mich inzwischen schon ziemlich heimisch… Vorgestern wurde ich von einem zufällig vorbeifahrenden Motorrad-Taxi Fahren mit „Hallo Jenny, gehst du heute wieder zum boxen? Und soll ich dich später abholen?“ begrüßt und in dem Cafe in dem ich gerade sitze kam gerade zufällig ein Bekannter vorbei, der mich spontan auf nen Kaffee eingeladen hat. Selbst in einer Welt-Metropole ist es wie auf dem Dorf ;-).

So, ich werde jetzt noch etwas arbeiten und mich dann auch gleich schon wieder auf den Weg zu Training machen. Ich muss noch ein wenig an meinem linken Kick arbeiten. 😉

Habt einen schönen Sonntag! :-*

Sowas wie Alltag

2 Jahre, 1 Monat und 3 Wochen (=783 Tage): Chiang Mai, Thailand

27° – sonnig

Leben und entspannen in Thailand… Die Tage bis zum nächsten Abenteuer sind gezählt

Heute schreibe ich euch aus meinem neuen Lieblingscafe in Chiang Mai. Hier habe ich in den letzten Wochen viele Cappuccini getrunken, viel gearbeitet, aber auch viel entspannt. Gäbe es hier in Chiang Mai noch Meer, wäre es mein absoluter Lieblingsort, aber auch ohne Meer und spektakulären Sonnenuntergängen ist es hier schon echt toll! Viele kleine Gassen, unmengen an Cafes und Streetfood, Märkte, Tempel, die Berge um die Ecke und eine sehr grosse Community von digitalen Nomaden. Eine tolle internationale Mischung an Menschen umgeben von Thailands Vorzügen.

Seit Anfang bin ich nun hier. Eigentlich hatte ich nur mit ein paar Tagen geplant, aber es kommt ja wie immer anders. Und ein Zahnarztbesuch war dann der ausschlaggebende Grund warum ich deutlich länger geblieben bin. Dank einer wohl schlimmen Entzündung durfte ich mich dem wundervollen Procedere einer Wurzelbehandlung hingeben. Eigentlich waren es auch zwei, aber ich will euch nicht mit Krankheitsgeschichten langweilen. Heute Morgen war ich zum letzten Mal beim Zahnarzt und kann nur sagen, dass ich absolut begeistert bin von der medizinischen Versorgung hier. Die Betreuung, Beratung und Behandlung waren sehr gut. Jetzt heißt es nur Daumen drücken, dass die Versicherung die Kosten übernimmt, da ich ansonsten ein doch sehr großes Loch in meinen Ersparnissen haben… Naja, positiv denken und so :-).

Banana Bungalows

Die restliche Zeit beim Olli war noch traumhaft. Dieser Ort ist einfach was ganz besonderes für mich. Ich kann es nicht in Worte fassen, aber wenn ich da bin, bin ich so ganz bei mir. Die Landschaft, die Tiere, die Gäste, die Atmosphäre und ganz weit vorne der Olli selbst <3. Wir haben uns ja beim letzten Mal schon super gut verstanden, aber dieses Mal war es so, wie bei einem Teil der Familie, einem ganz engen Freund, zu sein. – Zuhause sein.

Neben mir gab es noch einen anderen Volontär, mit dem ich mich auch wahnsinnig gut verstanden habe und es gab mehrere Abende an denen wir drei Tränen vor Lachen in den Augen hatten. Wir haben viel Quatsch gemacht, wie z.B. „Affe spielen“ und in die Bäume klettern. 😀 Ende vom Lied war, dass ich komplett aufgerissene Fußsohlen hatte und es natürlich nicht geschafft habe bis oben zu klettern. Als Affe versagt… Gut gibt Schlimmeres. Dafür kann ich jetzt einen Frontflip vom Pier 8-), finde ich schon ganz gut. Neben dem Quatsch machen haben wir aber auch alle viel entspannt, uns gut um uns gekümmert, da wir alle 3 zwischenzeitlich krank waren. Und irgendwie war immer was los… Wir haben Olli „Haare“ gemalt, mussten für die Küche Kokosnüsse pflücken, mit den Hunden im Watt spazieren gehen oder meinen Geburtstag feiern. Der ganz normale Alltag im Bananas:

  

  

Es war so wahnsinnig harmonisch und hat meinem Seelenleben so gut getan, dass ich immer noch so unfassbar dankbar für diese Zeit bin. Ein Ort an dem ich einfach nur „Sein“ kann. Die ganze Unruhe, die ich vorher hatte war am Ende weg und ich war wieder ganz bei mir. Da diese Zeit mir so gut getan hat bin ich dann auch Ende April gerne weitergereist. Es war an der Zeit weiterzuziehen und ich weiß ja, dass ich im Bananas nicht zum letzten Mal war.

 

Chiang Mai

In Chiang Mai musste ich mich erstmal umstellen vom Dschungel-Leben zurück ins Stadt-Leben :-D. Aber Chiang Mai macht es einem ja zum Glück sehr einfach, da es einfach so ein zuckersüßer Ort ist, naja also eigentlich Stadt. Ist ja nicht wirklich klein hier und mit 150.000 Einwohnern Thailands 6. größte Stadt.

Hier angekommen wartete direkt ein Highlight auf mich. Der Fc Chiang Mai hatte Heimspiel gegen den Fc Krabi und da durften wir nicht fehlen :-D. Ein paar von meinen digitalen Nomaden Freunden und auch Dennis, (mein alter Samsung Kollege, der mit auf Bali war) waren ja hier und hatten sich dieses sportliche Großereignis dick im Kalender markiert. Natürlich war damit klar was ich an meinem ersten Abend in Chiang Mai mache.

Standesgemäß gab es Bier aus Plastikbechern inkl. Eis und Strohhalm. Chiang Mai spielt in der 2. Liga und die Fangemeinde ist nicht ansatzweise so groß wie die bei der Arminia, aber wir haben tatkräftig mit „Chiang Mai for the Champion“ Gesängen unterstützt ;-).

Und weil es so schön war sind wir zwei Wochen später wieder hingefahren. Dank eines „kleinen“ tropischen Regenschauers ist dann mal kurz der Strom ausgefallen was man wohl auch nicht so häufig in Fußball Stadien erlebt – Asian Style halt.

Ansonsten gibt es von hier gar nicht so viel zu berichten. Ich arbeite sehr viel, da wir gerade ein neues Projekt aufziehen und das macht mir unheimlich viel Spaß. Einen Tag haben wir es mit ein paar Leuten geschafft mal den weißen Tempel in Chiang Rai zu besichtigen, was ein super schöner Tagesausflug war.

 

Die nächsten Wochen und Monate

Jaaa wie geht es weiter? Am Samstag muss ich erst mal nach Kuala Lumpur für einen klassischen Visa Run. Mein Visum läuft aus, daher werde ich eine Nacht in nem Kapsel Hotel in KL am Flughafen verbringen, um dann am Sonntag zurück nach Thailand zu fliegen. Ich werde ein paar Tage in Bangkok verbringen, wo das nächste Highlight auf mich wartet <3. Jessi, meine alte Mitbewohnerin aus Frankfurt kommt mich nämlich spontan besuchen. Sooooooo toll! Ich freue mich wahnsinnig auf die knapp 2 Wochen mit ihr. Wir werden wohl wieder nach Chiang Mai fahren (weil es hier so toll ist 😉 ) und dann noch ein paar Tage auf ner Insel abhängen, mal sehen. Hauptsache wir haben uns!

Tja und daaaaaaaann wartet das nächste große Abenteuer auf mich :-D. Ich habe meinen Flug gebucht und komme Mitte / Ende Juni nach Deutschland. Verrückt, verrückt, verrückt! Und soll ich euch was sagen? Ich freue mich wie bolle und bin mal wieder aufgeregt wie ein kleines Kind. Gut, dass Jessi kommt und mich ein bisschen ablenkt, denn ansonsten könnte ich die Zeit bis zum Flug nur schwer überstehen ;-). Auch, wenn es nur eine kleine Stippvisite wird kann ich es kaum erwarten. Wirklich lange werde ich nämlich nicht in Deutschland sein, da es Anfang Juli schon wieder weiter nach Tallinn geht. Ich weiß gar nicht, ob ich es schon erwähnt hatte, aber den Juli und August werde ich in Estland mit meinen digitalen Nomaden Menschen verbringen. Von da aus geht es aber auch wieder nach Deutschland, von daher werde ich es dann schaffen überall einmal Hallo zusagen :-).

Jaaaaa und dann? Was kommt nach Deutschland? Ich finde es wird mal wieder Zeit für ein neues Abenteur, ein neues Land, ein neuer Kontinent… And the winner is: KANADA! 😀 Ich weiß noch nicht wann genau, aber fest steht, dass ich innerhalb der nächsten 11 Monate nach Kanada einreisen werde. Ich habe nämlich an der Verlosung für das Working-Holiday Visum teilgenommen und habe am Abend meines Geburtstages dieses wunderschöne Geschenk bekommen:

Haha, da bin ich fast vom Stuhl gefallen vor lauter Freude. Aber damit steht das nächste große Abenteuer fest. Und da die Winter in Kanada so kalt sind würde ich gerne im Herbst schon hin, dass ich mich langsam an die anderen Temperaturen gewöhnen kann ;-). Mein Masterplan wäre es, im September zu fliegen und dann für den Winter in einer der Skiregionen Teilzeit zu arbeiten, um ausreichend Zeit für mein Online-Business und zum Skifahren zu haben. Falls jemand gute Tipps für mich hat, dann immer her damit. 🙂

Wer also vorhatte mich im nächsten Jahr zu besuchen, der müsste sich auf Kanada einstellen, da das Visum (genau wie in Neuseeland) ein Jahr gültig ist. 2018 werde ich also hauptsächlich in Kanada verbringen… Denke ich… Man weiß ja nicht, da immer alles anders kommt ;-).

In diesem Sinne, Life is good, bis bald in Germany ❤

 

Da wo alles begann

2 Jahre, 1 Woche und 2 Tage (=740 Tage): Krabi, Thailand

27° – bewölkt und regnerisch

Der Urlaub mit Mama und home sweet home.

Als ich damals los bin wurde ich häufig gefragt „Wie lange willst du denn Reisen?“. Ich habe immer geantwortet, dass ich es nicht weiß, aber mal so von einem Jahr ausgehe… Nun ja, jetzt sind es über zwei Jahre und ein Ende ist nicht in Sicht.

Vor einer guten Woche hatte ich mein 2-Jähriges und ich muss sagen, dass mir dieser Tag deutlich mehr bedeutet als Silvester oder sogar mein Geburtstag. Anlässlich meines Jahrestages habe ich die letzten zwei Jahre Revue passieren lassen, mal wieder Fotos durchgeschaut und mich einfach wie bolle gefreut, dass ich dieses Leben kann. Und was schon ziemlich Besonders an diesem Tag war, dass ich beim Olli war. Also genau da, wo ich vor zwei Jahren angekommen bin. Damals, aufgeregt und voller Vorfreude, müde und vielleicht auch ein bisschen nervös. Jetzt, zwei Jahre später muss ich darüber schmunzeln, welche Gedanken ich mir damals hier gemacht habe. Aber es ist so toll in der selben Hängematte zu liegen und daran zu denken, wie ich mir meine Reisezeit ausgemalt habe und jetzt ist mein Kopf voll mit Erinnerungen und Eindrücken.

Wie ihr ja wisst, bereue ich keine einzige Minute der letzten Wochen, Monate, Jahre. Meine liebe Tante Ulrike hat das so schön in Worte gefasst: „Es hört sich so an, als würdest du genau das Leben leben, dass zu dir gehört.“ Und so ist es auch. Es fühlt sich nach wie vor absolut richtig an. Auch, wenn es nicht immer einfach ist und es viele traurige, anstrengende und blöde Situationen gab, ich würde diese immer wieder in Kauf nehmen und dieses Leben weiterzuleben. Nun ja und ich habe ja auch nicht vor, dass sobald zu ändern ;-).

Standort Status

Ich befinde mich in Krabi, Thailand – beim Olli :-). Als der nämlich gehört hat, dass ich mit Mama wieder zum Urlaub herkommen, hat er mich gefragt, ob ich nicht den ganzen April bleiben möchte, um ihm wieder ein bisschen zu helfen. Na, aber klar, da musste ich nicht lange überlegen.

Mama habe ich am Sonntag zum Flughafen gebracht und damit bin ich jetzt wieder alleine unterwegs. Wobei das ja auch nicht so ganz stimmt, da ich ja meine Bananas Family hier habe, aber irgendwie halt doch allein.

Hier bleibe ich bis Ende April und was danach kommt weiß ich noch nicht. Chiang Mai, Bangkok, Myanmar und China stehen gerade hoch im Kurs. Aber man weiß ja nie. Fest steht, dass zum Spätsommer / Herbst in Deutschland sein werde. Haha, voll aufregend! Lustigerweise macht mich diese Tatsache etwas nervös. Völlig bescheuert, aber es ist so. Die ersten Tage nachdem die Entscheidung getroffen hatte war da schon ein mulmiges Gefühl im Magen. Irgendwie wie ein neues Abenteuer… Zurück nach Europa… Zurück nach Deutschland.

Eigentlich würde man ja denken, dass die Vorfreude überwiegt, aber die hält sich noch etwas im Hintergrund auf, wird aber immer mehr. Wie lange ich in Europa bleibe weiß ich nicht, aber fest steht, dass es nur eine Zwischenstation ist. Ich werde als nicht „zurück kommen“, sondern es wird eher ein Besuch sein.

Urlaub mit der Mama

Aufgrund der Tatsache, dass wir wissen, dass wir uns dieses Jahr wiedersehen, ist der Abschied von Mama  dieses Jahr, zum Glück nicht so schlimm ausgefallen. Blöd war es trotzdem, obwohl ich mich auch auf die „Alleine“ Zeit gefreut habe.

5 Wochen haben wir insgesamt zusammen verbracht und diese Zeit ist einfach nur verflogen. Wahnsinn! Wir hatten dieses mal deutlich mehr Probleme uns aufeinander einzustellen, aber mit zwei drei langen Gesprächen haben wir das dann auch hinbekommen :).

Unsere gemeinsame Zeit hat in meinem balinesischen Zuhause angefangen. Da waren teilweise die Leute von der Workation da, was schon ein wenig abgefahren ist, wenn sich so die verschiedenen „Leben“ verbinden :-).

Nach einem langsamen Ankommen sind wir für ein paar Tage nach Amed an der balinesischen Ostküste gefahren, um dann von da nach Gili Air rüberzusetzen. Gili Air oder überhaupt eine der Gili Inseln war immer unser Traum und dann war es soweit. Gili Air ist eine touristische, aber trotzdem süße Insel, die zu Lombok gehört. Es gibt keine Autos, sondern nur Pferdewagen und es dauert eine gute Stunde, um einmal Rundherum zu spazieren.

Naja und da haben wir das gemacht was wir am besten können. Am Strand liegen, rumschimmeln, lesen und gar nichts tun. Und das Ganze 10 Tage lang :D.

Danach sind wir weitere 4 Tage zurück ins Asung Guesthouse gefahren, um von dort aus weiter in Richtung Thailand zu reisen. Der Abschied von meinem balinesischen Zuhause war wirklich schlimm. Da mussten wir sogar beide ein paar Tränchen im Taxi verdrücken. Aber das Schöne ist ja, dass man zurück kommen kann.

Grundsätzlich muss ich sagen, dass Bali mit seiner Kultur, dem Essen, den unfassbar grünen Reisfeldern und diesen Menschen für deren Freundlichkeit ich keine Worte finden kann, ein Ort ist an dem ich mir vorstellen kann länger zu leben. Bali, bzw. Canggu hat alles was ich brauche, um mich da für ein paar Monate „niederzulassen“. Als Urlaubsland wäre es aber nicht unbedingt meine erste Wahl. Die Strände und das Essen in Thailand  sind einfach ne Nummer besser ;-). Aber das ist nur mein (und Mamas) subjektives Empfinden.

Von Bali sind wir mit kurzen Zwischenstopps in Jakarta und Bangkok dann direkt zu Olli gefahren. Und das war für uns Beide wie nach Hause kommen. Ach man, ich liebe diesen Ort einfach so sehr!!! Die Unruhe, die immer noch in mir herrscht war, wird mit einem Gang auf den wunderschönen Pier direkt relativiert. Hier herrscht ein absolutes „Back to basic“ was einfach so wundervoll ist.

Aber ein kleines bisschen Action haben wir uns auch gegönnt ;-).

Aber grundsätzlich haben wir hier weiter geschimmelt. Schwimmen, lesen, mit den Hunden spielen, entscheiden was es zum Frühstück gibt und nun ja ein kleines bisschen Arbeit, war alles was wir getan haben, bzw. was ich auch immer noch mache. Und trotz des vielen Rumhängens habe ich es trotzdem geschafft, mein Buch online zu stellen. Woop woop, man kann bei Amazon jetzt ein Buch von mir finden. Falls ihr also jemanden kennt, der vorhat nach Neuseeland als Work & Traveller zu Reisen, dem dürft ihr gerne mein Buch empfehlen. Oder vielleicht habt ihr ja Interesse und möchtet mir eine schöne Bewertung schreiben? 😉

Und was ich ebenfalls geschafft habe… Trommelwirbel… Kein Alkohol zu trinken, keine  Zigaretten und jeden zweiten Tag Sport machen. Bäm! Vom mega ungesunden Februar zum gesunden März gewechselt :D. Wobei ich an zwei Tage mir ein zwei Bierchen gegönnt habe, da ich ja meinen Jahrestag hatte und mein Buch veröffentlicht habe. Seitdem habe ich aber wieder nichts getrunken. Mal sehen, ob ich es bis zu meinem Geburtstag schaffe ;-). Das wäre doch mal was…

Workation

1 Jahr, 10 Monate, 4 Wochen und 3 Tage (=703 Tage): Canggu, Bali-Indonesien

29° – Sonnig, leicht bewölkt

Ein neues Zuhause und viel Arbeit

Selamat Siang aus Bali 🙂

Seit einem Monat lebe ich nun auf Bali und es fühlt sich jeden Tag mehr, wie „Zuhause“ an. Das hier ist ein Ort, bei dem ich mir gut vorstellen kann wieder zukommen und für länger zu bleiben. So wie beim Olli in Thailand. Ehrlich gesagt, viel von Bali gesehen habe ich noch nicht, aber das wird jetzt ganz bald nachgeholt. Denn ab morgen ist die Mami hier und dann werden wir uns diese wunderschöne Insel und alles was Indonesien sonst noch zu bieten hat, ansehen.

Hier in Canggu, im Süden Balis habe ich ein neues Zuhause gefunden. Ein Ort in dem ich endlich mal wieder etwas zur Ruhe kommen konnte, um die vergangenen Wochen und Monate zu verarbeiten. Es waren einfach viel, viel zu viele Eindrücke und Emotionen, die mein Köpfchen und Herz verarbeiten musste. Im Endeffekt hat, seit ich Auckland im September verlassen habe, ein Highlight das nächste gejagt und ich hatte keine Chance, dass alles mal zu verarbeiten. Die Entscheidung das Auckland Leben zu verlassen, die Zeit in der Südsee, der Roadtrip mit meinem besten Freund, der Abschied von Neuseeland, dass Treffen in Vietnam und jetzt unser Arbeitsmonat hier auf Bali. Alles Dinge, die sehr sehr intensiv waren und starke Gefühle hinterlassen haben. Und damit war meine Festplatte absolut überfüllt und ich habe nur auf den Moment gewartet, dass mein Kopf das Schild „Wegen Überfüllung geschlossen“ hoch hält. Soweit ist es zum Glück nicht gekommen und ich habe es geschafft etwas Platz zu machen :-). Aber es ist nach wie vor „Work in progress“ und ich hoffe sehr, dass die Zeit mit meiner Ma noch einiges an Entspannung rein bringt. Aber da bin ich mir sehr sicher, dass wir das zusammen hin bekommen.

Ho-Chi Minh City – Citizen Circle Meeting

Aber am besten fang ich erst mal da an, wo ich beim letzten Beitrag aufgehört habe. Insgesamt war ich 10 Tage in Saigon und habe dort, an einer Konferenz teilgenommen. Diese Konferenz war organisiert von der Online Community, die sich an Menschen wendet, die ortsunabhängig arbeiten. Hier mal ein Eindruck von den Pappenheimern, mit denen ich die Tage dort verbracht habe.

cc-meeting-hcmc

Die Konferenz war unheimlich inspirierend. So tolle Menschen, so tolle Gespräche und so tolle Ideen, die zusammen gekommen sind. Es ist einfach schön Zeit mit einer Gruppe zu verbringen, die einen ähnlichen Lebensstil hat. Die Tage in Saigon waren zwar komplett voll mit den Programmpunkten der Konferenz,
aber auch Saigon stand im Zeichen des Wiedersehens. Zum einen habe ich mich mit Thomas getroffen, den ich vor zwei Jahren in Saigon kennen gelernt habe und Anne, meine deutsche Freundin, mit der ich damals in Australien war und wir uns letztes Jahr in Auckland wieder getroffen habe.

Der Vorteil von dem vielen und langen Reisen ist, dass man inzwischen gefühlt an jedem Ort jemanden kennt, mit dem man sich treffen kann. Schon verrückt… Die Welt ist ein Dorf ;-).

Ho-Chi Minh hat sich, während wir vor Ort waren, auf  das „Lunar New Year“ vorbereitet. Am 28.01. hat das „Jahr des Hahns“ gestartet und dieses Neujahr wird in Vietnam groß gefeiert, es ist vergleichbar mit Chinese new year. Überall sind Blumen, Lampions und in Abba´s „Happy new Year“ war dauerhaft in meinem Ohr ;-).

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Es war verrückt wieder in Vietnam zu sein. Das Land, in dem meine Reise eigentlich erst so richtig gestartet hat. Obwohl es zwei Monate mein Zuhause war, hatte ich trotzdem das Gefühl vieles neu zu entdecken. Und jeden Tag mit einem „Banh-Mi“ und „Caphe sua“ zu starten, ist schon was Feines.

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Workation auf Bali

Von Saigon bin ich Ende Januar nach Bali geflogen. Ein neues Land, ein neuer Stempel und eine riesen große Vorfreude. Nach den 10 doch sehr intensiven Tagen in Vietnam, konnte ich es kaum erwarten endlich etwas Ruhe zu haben. Meine Ohren haben die letzten Tage echt gerauscht, von der ganzen Beschallung, denn Saigon ist einfach laut. Ununterbrochen, egal wann, egal wo, es ist nie ruhig. Und wenn du dann noch die ganze Zeit mit fantastischen Menschen zusammen bist, musst du ja auch die ganze Zeit reden. 😉

Von daher kam der Plan, einen Monat an einem Ort in ein und dem selben Guesthouse zu wohnen, genau richtig. Und dann ist dieses Guesthouse auch einfach nur der absolute WAHNSINN. Begrüßt wurde ich von einem Flamingo, der so im Pool rumhängt und von Besitzern, die so unglaublich herzlich sind, dass man gar nicht anders kann, als sich Zuhause zu fühlen. Genau das was ich gebraucht habe :-).

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Für den Monat hatte ich mir verschiedene Punkte vorgenommen:

  1. Ein wenig zur Ruhe kommen – zu 70% erreicht
  2. Arbeiten und Projekte voran treiben – CHECK
  3. Gesund leben und meinen Alkohol-Fasten-Monat einlegen –> ähhhh komplett FAIL 😀

Nicht nur, dass ich es in dem Monat doch mehr Bier getrunken habe, als geplant, nein ich habe meinen Alkohol-freien Monat mit einer Pool Party gestartet. Dieser Abend hat mit der Aussage gestartet „ach gut ein Getränk“ und endete darin, dass ich wilde Akrobatik Sprünge in den Pool gemacht habe, mir dabei das Kinn leicht aufgeschlagen habe und mir mein Außenaband gedehnt habe. Nun ja…. Daher habe ich die ersten Tage etwas humpelnd verbracht, aber glücklicherweise fährt man hier ja eh überall mit dem Roller hin. 😛

Man kann mich einfach nicht alleine lassen…

Arbeit

Nun ja, kommen wir zurück zu dem eigentlich Plan des Monat Februars. Über die Online Community haben sich ein paar Leute zusammen gefunden, die gemeinsam einen Monat auf Bali verbringen wollten, um gemeinsam zu arbeiten. Als gegenseitige Motivation, als Möglichkeit zum Austausch und zum Networken. Die Gruppe besteht aus mehr oder weniger 8 Personen (manche sind später an- oder früher abgereist) und wir haben es echt geschafft hier viel zu arbeiten :-). Natürlich ist das Feierabend Bier und kleine Ausflüge nicht zu kurz gekommen, aber wir haben trotzdem kontinuierlich an unseren Projekten gearbeitet.

Bali ist arbeitstechnisch ein kleines Paradies für „Digitale Nomaden“, da du in jedem Cafe gutes Wifi, Steckdosen und Fruchtshakes hast. Was braucht man mehr zum arbeiten? Vielleicht noch einen Ausblick wie diese? 😉

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Tja und an solchen Orten sitzen wir dann und arbeiten. 😉 . Das Ergebnis meiner Arbeit ist …. Tadaaaa “ Ein Buch“. Ja genau, die Jenny ist Autorin geworden. Ich habe den ganzen Monat an einem Buch zum Thema Work & Travel in Neuseeland geschrieben. Es ist eine Art Ratgeber und dieser wird gerade noch von diversen Personen Korrektur gelesen und dann hoffe ich, dass ich dieses Buch innerhalb des nächsten Monats bei Amazon reinstellen kann. Ich kann noch nicht einschätzen, wie lange die grafische Bearbeitung dauern wird. Aber so oder so bin ich mega stolz auf mich, dass ich es endlich geschafft habe all mein Wissen zu verschriftlichen.

Neben diesem Projekt habe ich natürlich auch weiterhin für Melchior gearbeitet, denn schließlich muss ja irgendwie Geld rein kommen. Mit ihm habe ich hier auch über die langfristige Zusammenarbeit gesprochen und wir haben einige tolle Ideen, wie wir die Zusammenarbeit ausbauen können. Es wird also nicht langweilig die nächsten Wochen und Monate.

Neben meinem „Auftraggeber“ Melchior, meinem „Kollegen“ Markus sind unter anderem noch Tabea&Fabio hier. Ein Pärchen aus dem Kreis Gummersbach, die die Webseite „www.trau-dich-fee.de“ betreiben. Auf dieser Webseite werden Hochzeitsdienstleister aufgelistet und die zwei arbeiten mit Hochdruck an dem Relaunch (der Überarbeitung) der Webseite. Dazu haben wir viel gebrainstormt und es war echt sau cool einfach mal an einem anderen Projekt zu arbeiten. Also, falls ihr ein Paar aus der Region kennt, die bald heiraten wollen – ein Blick auf die Trau dich Fee lohnt sich :-).

Erholung

Aber wie gesagt, neben der Arbeit kam der Spaß und die Entspannung nicht zu kurz. Die Sonnenuntergänge sind hier in Canggu Pflichtprogramm ;-).

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Das mit den Zigaretten lasse ich übrigens ab morgen wieder ;-).

Einen Tag sind wir nach Ubud gefahren, haben uns da die Reisfelder angesehen und habe das Rolle cruisen genossen.

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Und dann gab es hier ja auch noch ein Wiedersehen der besonderen Form. Dennis, mein Kollege aus Samsung Zeiten, der mehr oder weniger zum selben Zeitpunkt gekündigt hat wie ich, kam zu unserer Gruppe dazu :-). Dennis und ich waren direkte Kollegen, also im selben Team und haben beide gekündigt um „Reisen zu gehen“. Und jetzt,… nach zwei Jahren haben wir es endlich geschafft uns zu treffen. Das ist verdammt cool, wenn man plötzlich jemanden um sich herum hat mit dem man das „alte“ Leben teilt, aber auch das „neue“. Voll gut :-)!
Naja und da Dennis inzwischen Divemaster ist, war natürlich klar, dass wir auch tauchen gehen. Also haben wir uns letzte Woche zu dritt aufgemacht und haben Bali´s Unterwasserwelt erkundet:

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Tuuuuuuurtle, riesen Manatrochen und ein super cooler Ausflug. Ach Tauchen ist einfach ein unfassbar tolles Hobby… Wenn es doch nur nicht so teuer wäre ;-).

Und dann hatten wir als Gruppe noch die Möglichkeit mit den Besitzern des Guesthouses auf eine balinesische Zeremonie zu gehen. Wir wurden stilgerecht eingekleidet und über die verschiedenen Bräuche aufgeklärt und los ging es. Es war irgendwie der Geburtstag des Tempels, der mit einer typischen Zeremonie gefeiert wurde. Und diese Zeremonie war mit das Verrückteste, was ich jemals gesehen habe. img_4646

Unheimlich viele Menschen, die Musik, der Qualm überall und dann diese abgefahrenen Kämpfe und Tänze. Eine absolut andere Welt… Und dann versetzten die sich teilweise in „Trance“, um mit den Geistern Kontakt aufzunehmen. Tja und sobald der Körper mit dem Geist Kontakt aufgenommen hat, wird geschrien, geweint, die Hände in die Luft geworfen, usw. Das war beängstigend und faszinierend zugleich. Aber wir waren alle fix und fertig danach, weil wir komplett reizüberflutet waren. So etwas miterleben zu können war so toll und ich bin unserem ASUNG Guesthouse nach wie vor so dankbar, dass sie uns mitgenommen haben. Dadurch hat man einen Teil der balinesischen Kultur gesehen, den man sonst so eher schwer zu Gesicht bekommt.

Also wie ihr seht ist trotzdem viel passiert und daher verzögert sich das „zur Ruhe“ kommen noch ein wenig. Aber ab morgen dann, wenn die Mami da ist 🙂 🙂 :-). Ich habe es noch so gar nicht realisiert, dass sie ab morgen für 5 Wochen bei mir ist. Das wird toll! Unfassbar toll <3.

Ach ja… Und Karneval kam natürlich auch nicht zu kurz ;-).

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Zurück ins neue alte Leben

1 Jahr, 9 Monate, 3 Wochen und 3 Tage (=664 Tage): Ho-Chi Minh, Vietnam

31° – Sonnenschein

Roadtrip auf der Südinsel und die Abschiedswoche in Auckland

Und da bin ich – seit 24 Stunden wieder in Asien, zurück in Ho Chi Minh City. Wow! Was für ein emotionales Chaos. Es ist alles so vertraut und so ganz anders als Neuseeland. Haha da brauche ich bestimmt ein paar Tage bis ich das alles verarbeitet habe. Über 1,5 Jahre ist es her, dass ich hier war. Und es fühlt sich so wahnsinnig vertraut an, aber trotzdem so, als würde ich mich in ein neues Abenteuer stürzen. Ich musste gerade noch mal den Beitrag von damals lesen und es sind direkt viele tolle Erinnerungen hoch gekommen, die sich teilweise schon jetzt wiederholt haben. Das wuselige Chaos, der bapp süße geile Kaffee, das Roller fahren, Menschen treffen die ich damals hier kennen gelernt habe… Unfassbar toll!

Gefühlschaos

Ich muss aber gestehen, dass ich mich gar nicht wirklich auf Asien gefreut habe. Also ich hatte sehr gemischte Gefühle als ich im Flieger saß, aber ab dem Moment als ich den Flughafen verlassen habe, dachte ich nur: GEIL ich bin zurück – was habe ich dich vermisst Asien. Aber diese Gedanken kamen erst als ich wirklich im wuseligen Leben stand, bis dahin war ich doch in einem sehr komischen Gefühlszustand. Der Abschied aus Neuseeland ist mir unfassbar schwer gefallen. Irgendwie ist da was, was mich sehr sehr traurig und wehmütig macht. Und ich glaube das wird noch lange, sehr lange anhalten. Ich kann es für mich noch nicht in Worte fassen. Vielleicht weil es für eine verhältnismäßig lange Zeit mein Zuhause war. Ich hätte die Möglichkeit gehabt ein Arbeitsvisum zu bekommen. Aber der Job und Auckland waren nicht gut genug. Und trotzdem habe ich mich in den letzten Wochen und Tage häufig gefragt, ob das nicht ein Fehler war diese Möglichkeit auszuschlagen. Nun ja, das lasse ich jetzt erst mal sacken und gucken was mein Gefühlschaos in ein paar Wochen sagt.

Man muss halt dazu sagen, dass meine letzten Wochen in Neuseeland natürlich auch perfekt waren.

Roadtrip auf der Südinsel

Beim letzten Mal habe ich ja schon von unserem Roadtrip angefangen zu berichten. Den haben wir dann nach meinem letzten Bericht auf der Südinsel fortgeführt… Ja die Südinsel Neuseelands – BÄM eine Landschaft, die man nicht ansatzweise beschreiben kann. Für mich, als jemand der sich nicht entscheiden kann, ob ich lieber Berge oder das Meer mag, natürlich das Paradies auf Erden. Denn hier gibt es beides und das in Hülle und Fülle. Wobei ich schon sagen muss, dass mich die Berge bei weitem mehr fasziniert haben und es einige Momente gab in denen ich Tränen in den Augen hatte, weil ich nicht glauben konnte wie wunderschön es ist!

  

Wir sind vom Abel Tasman über die Westküste und Arthurs Pass rüber nach Christchurch gefahren wo wir dann Weihnachten mit ein paar Freunden aus Auckland gefeiert haben. Ein ganz unspektakulärer Campingtrip weshalb es eben so spektakulär war. Wir haben uns einen kleinen Weihnachtsbaum gebastelt – nun ja, ich glaube es war eher nur ich, da alle anderen nicht so Weihnachtsfans waren wie ich. Aber glücklicherweise war unsere neuseeländische Nachbarin total Weihnachtsverrückt, so dass sie mich tatkräftig mit Weihnachtsutensilien, wie z.B. wunderschöne Schneemann Weihnachtsschlappen versorgt hat :-).

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Von diesem Campingplatz sind wir weiter die Ostküste in Richtung Süden gefahren mit Stopp in dem wunderschönen Städtchen Dunedin und der Dunedin Halbinsel auf der wir Albatrosse beobachten konnten. Da wir aufgrund von Weihnachten ein paar Tage verloren hatten mussten wir uns ein wenig beeilen und haben dann verhältnismäßig viele Kilometer gemacht und sind dann über die Catalins und das Fjordland hoch nach Milford Sound, wo wir dann Silvester verbracht haben. Also nun ja… „Silvester verbracht haben“ stimmt nur so halb. Wir waren in der Nacht vom 31.12. auf den 01.01. dort, aber das eigentliche Silvester ist ausgefallen :D. Wir waren auf einem sehr hübschen Campingplatz mit ein paar Leuten, aber aufgrund von Regen und Wind haben wir uns dann alle entschieden ins Bett zu gehen. Also habe ich nun zwei Jahre in Folge das „reinfeiern“ verschlafen. Haha und stört es mich? Nein kein bisschen!

 

Nach Milford Sound ging es weiter nach Queenstown und Wanaka. Ich hatte mich sehr auf diese Region gefreut und wurde landschaftstechnisch kein bisschen enttäuscht. Oh man… Alleine das Auto fahren flasht einen so mega mäßig. Zu dem Zeitpunkt war ich, oder auch wir, schon ziemlich reizüberflutet, wenn man so viele tolle Dinge sieht und erlebt in einer kurzen Zeit dann ist die Festplatte irgendwann voll. Daher hat es mir völlig ausgereicht die Landschaft beim Fahren zu genießen und sich hier und da mal was anzusehen, aber wir haben nicht das volle Touri Programm gemacht was aber auch gut so war.

Über die Gletscher sind wir dann hoch zur Fähre und zu dem Zeitpunkt war ich definitiv auf der Seite der Menschen, die sagen „Die Südinsel ist viel schöner als die Nordinsel“. Das ist in Neuseeland ja die Standard Diskussion, aber nachdem wir dann auf der Nordinsel wieder angekommen sind dachte ich nur „Nee warte mal, auf der Nordinsel zu sein fühlt sich toll an. Es ist wie nach Hause kommen.“ Also habe ich für mich entschieden, dass es kein entweder oder gibt. Die Südinsel ist das Abenteuer und die Insel auf der man seinen Urlaub verbringt und die Nordinsel ist die beständige Schönheit auf der man Zuhause ist.

Und auf der Nordinsel hat dann ja das nächste Highlight auf mich gewartet. Meine Freunde Rebecca und Alex aus Köln haben inkl. Mama und frisch geschlüpfter Tochter Matthes (der Bruder, bzw. Schwager, Sohn und Onkel) besucht. Wir haben uns alle Mann in Rotorua getroffen und dort 1,5 wundervolle Tage inkl. White water rafting verbracht. Das ist schon abgefahren, wenn man so viele Menschen um sich herum hat, die einem so vertraut sind. 🙂

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Abschied nehmen

Weiter hoch nach Auckland und dann war es auch schon Zeit sich von Gianni zu verabschieden. Den musste ich dann nämlich zum Flughafen bringen. Das war nicht so cool. Ich habe mich ziemlich an seine Anwesenheit gewöhnt und wir sind einfach ein unfassbar gutes Team. Natürlich gibt es bei 5 Wochen gemeinsames Reisen auch mal ein bisschen Knatsch, aber das konnten wir alles wunderbar klären und hatten wirklich eine unfassbar tolle Zeit zusammen. Mit dem würde ich jederzeit wieder auf einen Roadtrip gehen ;).

Tja und als Gianni dann im Flieger in Richtung Europa sass bin ich dann nach Auckland rein gefahren um mich mit dem nächsten größeren Abschied auseinanderzusetzen… Turtle verkaufen. Ich hatte schon während der Reise die ein oder andere Abschiedsträne vergossen, weshalb ich einigermaßen gefasst war. Haha, JAAAA ich weiß, es handelt sich um ein Auto, aber wie ihr wisst wachsen mir auch materielle Dinge sehr ans Herzen. Und der Verkauf von Turtle stand auch irgendwie symbolisch für das Ende meiner NZ Zeit. Glücklicherweise habe ich ganz schnell und ohne Probleme würde Nachfolger gefunden und somit wurde Turtle schon am nächsten Tag auf Karl&Finja überschrieben, einem super süßen Pärchen aus Norddeutschland. Daher weiß ich, dass Turtle in guten Händen ist und der Abschied war nicht so schlimm wie erwartet.

Und dadurch, dass der Auto Verkauf ohne Probleme über die Bühne gegangen ist hatte ich unendlich viel Zeit. Voll gut! Ich bin wieder in mein altes Hostel gezogen, habe alten Kollegen Hallo gesagt und habe mich mit einem meiner Volleyball Freunde in die „Doug & Jenny AWESOME week“ gestürzt. So haben wir diese Woche nachträglich genannt, da es einfach so passiert ist, dass wir fast jeden Tag zusammen verbracht haben. Entweder sind wir zum Volleyball Training oder Beachvolleyball gegangen, haben ein Beach Turnier gespielt, haben „Dodgeball“ für uns entdeckt und haben dann an meinem letzten Tag noch den ultimativen Sport Tag mit wandern, Hochseilgarten und golfen verbracht. Haha, ja ich war golfen und konnte es selbst nicht ganz glauben. Und anscheinend bin ich gar nicht so untalentiert :D.

Nun ja und damit war meine Woche komplett mit Aktivitäten gefüllt und mein Körper war dann doch auch seeeehr müde. Was mir wiederum dabei geholfen hat nicht doll traurig zu sein. Ich war einfach zu müde und zu sehr mit Muskelkater, blauen Flecken und aufgeschrammten Beinen beschäftigt. Von daher habe ich das eigentliche Abschied nehmen ganz kurz gehalten, schnell alle einmal drücken „see you later“ und ab zum Flughafen.

Aber trotzdem war dieser große große Klos die ganze Zeit dabei und ist auch immer noch da. Vielleicht liegt es daran, dass wenn man weiß, dass etwas zu Ende, sich alles noch mal von seiner besten Seite zeigt. Oder man einfach nur diese tollen Seiten sieht und die negativen Punkte, die für mich ja der ausschlaggebende Punkt waren, das Arbeitsvisum auszuschlagen, ignoriert. Ich werde sehen wie sich das die nächsten Tage entwickelt, aber eins ist sicher, Neuseeland hat ordentlich Eindruck hinterlassen und ich habe das Gefühl, dass das Kapitel Neuseeland & Jenny noch nicht abgeschlossen ist.

Aber jetzt stürze ich mich erst mal in das Abenteuer Asien und das Thema „ortsunabhängiges Arbeiten“ mit den Menschen, die ich aus meiner Online Community kenne und die gerade alle nach und nach hier ankommen. Die nächsten Tage bleibe ich in Saigon und werde an einer Konferenz zu diesem Thema teilnehmen, bevor es dann mit ein paar Leuten nach Bali geht.

Ich schicke euch etwas Sommer ins kalte Deutschland oder wo auch immer ihr euch gerade rum treibt :).