Jetzt wo die letzte Woche angebrochen hat werde ich immer häufiger gefragt: „Und, bist du aufgeregt?“. Mmmmhhh, ja… Bin ich aufgeregt? Bauchkribbeln? Angst was vergessen zu haben? Irgendwie wäre es ja angebracht, aber ich bin es nicht. Es ist keine Aufregung, sondern absolute Vorfreude. Oh man, was ich habe ich Lust auf das was jetzt mir bevor steht. Ich freue mich wahnsinnig und daher kann gar keine Aufregung kommen. So langsam rutscht es immer mehr in mein Bewusstsein, dass ich in wenigen Tagen im Flieger sitze und dieser wundervolle neue Lebensabschnitt startet. Über Blogs, Youtube und Facebook folge ich inzwischen sehr vielen Reisenden und bekomme daher jeden Tag gezeigt was mit bevorsteht. Flip Flops, Roller fahren, Sonnenschein, Hängematten, Fruchtcocktails, andere Backpacker und überhaupt viele interessante Menschen, die meinen Weg kreuzen werden. Ja und wenn ich da so dran denke, hier auf meinem provisorischen Bett zwischen den Umzugskartons und den frisch gewaschenen kurzen Hosen, denke ich nur: GEIL! VERDAMMT GEIL! Haha und ich mache es, ich werde dieses Leben auch leben.
Wie verbringt man denn eigentlich die letzten Tage des alten Lebens bevor das neue los geht? Ich kann euch sagen, es ist eine besondere „Grundstimmung“. Irgendwie nehme ich alles intensiver wahr und kann mich noch mehr über Kleinigkeiten freuen. Man genießt alles viel bewusster und habe gefühlt unendlich Energie. Es läuft alles so nebenbei und es funktioniert auch einfach alles. Wahrscheinlich habe ich durchgängig eine Grunddosis Adrenalin in meinem Körper und das lässt mich so durchpowern, aber es funktioniert. Und ich bin total dankbar. Ich denke viel über mein bisheriges Leben nach, über die Menschen die zu mir und meinem Leben gehören und freue mich einfach so wahnsinnig über das was ich habe und bisher erlebt habe. In einem „normalen Alltag“ macht man das irgendwie viel zu selten, sich darüber zu freuen was man hat und auch stolz darauf zu sein. Also nehmt euch ne Minute und denkt mal drüber nach was für wundervolle Menschen zu eurem Leben gehören und was ihr eigentlich erreicht habt. Es tut gut, glaubt mir!
Klar gibt es noch einiges zu tun, aber das läuft größtenteils nebenbei und es funktioniert alles reibungslos. Jeden Tag gibt es eine kleine To Do Liste in meinem Kopf die abgearbeitet werden muss, aber das sind alles nur noch Kleinigkeiten. Die Lieblingshose noch mal gelb einfärben, die Omi noch mal anrufen um sich für Kaffee und Kuchen zu verabreden, (Wobei die Info, dass sie doch viel mehr Lust auf gebratene Ente hat, meine Pläne fast durcheinander gebracht hätten, aber auch dafür haben wir eine Lösung gefunden ;-)), noch mal zum Arzt ein großes Blutbild machen, damit ich beruhigt los starten kann. Und ja, meine Werte sind einwandfrei, auch die Leberwerte… Wer hätte das nach den letzten Wochen hier gedacht :-D.
Naja und dann muss der Rucksack, ich habe ihn übrigens Karl getauft, gepackt werden. In meinem Kopf hatte ich die grobe Packliste schon gemacht, aber wenn man dann so vor seinen Klamotten steht und entscheiden muss was man in den nächsten Wochen und Monaten tragen wird, ist das plötzlich doch nicht mehr so einfach. Ich hatte schon Probleme mich bei meinem Beachhandtuch zu entscheiden. Das Gewicht hat entschieden und ich habe das leichtere eingepackt. Am schwersten ist die Entscheidung bei den T-Shirts gewesen. Habe ich an alle Eventualitäten gedacht? Warm, Kalt, Sport, „Heiß-Reisetag-Sonnenbrand auf den Schultern- und Rucksack tragen müssen“? Ich werde es vor Ort merken und kann mir dort immer noch alles besorgen. Als ich die Sachen dann alle in Karl verstaut hatte war ich überrascht wie viel Platz noch ist. Naja jetzt habe ich noch ein zwei T-Shirts aus dem „wenn noch Platz ist“ Stapel mit gewaschen und werde später mal gucken, ob immer noch so viel Platz ist. Und als Tipp, ich habe mir 3l Zipperbeutel gekauft, da packe ich meine Klamotten rein und kann sie aufgrund des Zippers luftleer verpacken und das spart echt wahnsinnig viel Platz.
Ja und wenn Karl reisebereit ist werde ich noch meinen kleinen Koffer mit den Sachen für die nächsten Tage packen und der Rest in die Umzugskisten verstauen. Meine Schwester und ich fahren morgen mit einem Vito nach Bielefeld und verstauen meine restlichen Sachen bei meiner Family. Ich bin überrascht, dass ich nur noch so wenig Zeugs habe, aber es ist ein verdammt gutes Gefühl zu sehen, dass mein Hab und Gut in ein paar Umzugskartons passen. Insgesamt kann ich mein komplettes Zeug auf 10 Umzugskartons verteilen. Sehr befreiend. Und eigentlich weiß ich, dass ich es noch mal halbieren könnte, aber naja wie das dann halt so ist mit Schuhen, Taschen und so ist…
Gut dann starte ich mal meinen letzten Tag in Frankfurt. Habt einen schönen Tag und ein schönes Wochenende 🙂
Noch 5 Tage und 44 Minuten