Meines neues Zuhause – Ha Giang

Tag 86: Ha Giang, Vietnam

30° wolkig, gefühlte 95% Luftfeuchtigkeit

Die ersten Tage meines Volontariats

Wow und ruck zuck ist die erste Woche rum ohne, dass ich es wirklich mitbekommen habe… Ja, wie geht es mir?! Heiß, schwitzig 😀 Hier ist es gefühlt heißer und es herrscht eine viel höhere Luftfeuchtigkeit als überall anders, wo ich bisher war. Es ist wirklich unfassbar. Man kann gar nicht so schnell trinken wie man schwitzt. Ich schicke euch liebend gerne ein bißchen was rüber. Das mit dem Sommer klappt ja nicht so ganz in Deutschland, richtig?

So, ein kurzer Überblick zu meiner Situation:

Wo bin ich?

Für alle die wissen wollen wo Sa Pa ist… Westlich von Ha Giang, also links, zwischen Lao Cai und Lai Chau der erste grüne kleinere Fleck. Von hier sind das gute 200km. Sa Pa ist der wohl bekannteste Ort im Norden von Vietnam.

Wie wohne ich?

Zusammen mit den anderen Volontären, unserem Chef und seiner Projektassistenz leben wir alle in einem drei stöckigen Haus, mit Küche, Arbeitsbereich, 4 Schlafzimmern (mit mehreren Betten) und einem Rooftop. Wir haben einen Koch, der uns drei Mahlzeiten am Tag kocht, eine eigene Waschmaschine und es ist wirklich wie ein kleines Zuhause.

Wer sind die anderen Volontäre?

Zur Zeit sind wir zu viert, ein Australier (29), eine Engländerin (29) und eine Irin (27). Alles sehr nett und teilweise schon zwei Monate hier. Heute kommt noch eine Kanadierin an. Insgesamt können hier bis zu 12 Volontäre sein.

Was für Projekte haben wir?

  • Waisenhaus – jeden Morgen fahren wir in das ortsansässige Waisenhaus und haben dort zwei Gruppen. Die Kleinen denen, hauptsächlich spielerisch, ein paar englische Vokabeln vermittelt werden und die Älteren bekommen richtigen Unterricht. Nach den 2 Stunden „Unterricht“ gucken wir dann, wie wir das Waisenhaus ansich noch unterstützen können und säubern zum Beispiel die Wände der Schlafsäle, um diesen dann einen weißen Anstrich mit ein paar bunten Bildern zu geben. Die Räumlichkeiten sind wirklich sehr herunter gekommen und wir versuchen den Alltag der Kids etwas besser und schöner zu gestalten. Einer der Volontäre setzt sich dafür richtig ein und hat auch eine eigene Website erstellt: www.thehagiangproject.org
  • Förderschule – zwei mal die Woche gehen wir nachmittags in eine Förderschule und basteln mit Grundschulkindern, die unterschiedliche Behinderungen haben.
  • Grundschule – zwei mal die Woche geben wir Englisch Unterricht in einer Grundschule. Ich habe mir sagen lassen, dass es für Vietnamesen ein Status Symbol ist, wenn die Kinder von „Westlichen“ unterrichtet werden. Daher ist dieses das wichtigste Projekt für unseren Boss, da er Geld dafür bekommt von dem er die anderen Projekte dann unterstützen kann.
  • Tourismus – wir helfen einem Dorf hier in der Nähe sich auf den Tourismus einzustellen und diesen auch voran zu treiben. Die Volontäre geben hauptsächlich Englischunterricht für die Einheimischen, damit diese sich mit den Touristen verständigen können. Die Projekt-Assistenz macht aber auch sehr viel in anderen Bereichen. Sie promotet das Dorf auf Facebook, Tripadvisor, sammelt Gelder und gestern haben wir einen Film gedreht, den sie ins Netz stellen will. Und das ist jetzt auch eine unserer Aufgaben – einen Film schneiden. Man wächst mit seinen Aufgaben, oder? 😉 Wer ein paar mehr Infos haben möchtet findet diese hier: www.hagiang-responsibletourism.com

Die ganzen Projekte werden durch die Volontäre mehr oder weniger selbst koordiniert und organisiert. Also wir sind relativ flexibel wann wer zu welchem Projekt fährt und was noch zusätzlich gemacht werden kann. Zur Zeit sind wir aber immer alle bei allen Projekten dabei.

Wie gefällt es mir?

Nach einer knappen Woche kann ich sagen, dass ich mir hier sehr wohl fühle und ich die Projekte sehr spannend finde. Am ersten Tag habe ich aber ehrlich gesagt gedacht, oh mein Gott, wo bin ich hier gelandet? Es wirkt etwas unkoordiniert und 25 schreiende und herum springende Kinder, sind nicht so ganz meins und ich habe glaube ich alle 10min auf die Uhr geschaut und gehofft, dass es bald vorbei ist :-D. Aber das hat sich gelegt und inzwischen macht es mir Spaß mit den Kids zu arbeiten. Wobei ich das Tourismus-Projekt noch etwas spannender finde.

Grundsätzlich bin ich aber mega froh an einem Ort zu sein, einen geregelten Tagesablauf zu haben und mir mal andere Gedanken machen zu müssen. Tut gut etwas gefordert zu werden und sich keine Gedanken dazu machen zu müssen, wo man abends schläft und was man sich zu essen besorgt. Also genau so wie ich vermutet habe und ich bin wirklich froh, dass sich alles so gefügt hat.

Das soweit zu mir… Ich werde mich dann jetzt mal mit dem Projekt Film schneiden auseinandersetzen und mir ein paar Tutorials zu „I-Movie“ anschauen. Sobald das Werk vollbracht ist, lasse ich euch wissen wo ihr es finden könnt. Nun ja, aber vielleicht werde ich vorher noch ein paar Minuten auf unserem Rooftop verbringen und die Aussicht genießen… 🙂

Ein Gedanke zu “Meines neues Zuhause – Ha Giang

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