Chiang Mai – Gefühlslage

Tag 150: Chiang Mai, Thailand

32° leicht bewölkt

Der emotionale Kram…

… den will ich euch ja nicht vorenthalten ;-). Ich hatte euch ja davon berichtet, dass ich etwas länger in Chiang Mai bleiben will um mein Köpfchen mal wieder frei zu bekommen und für mich ein paar Dinge zu sortieren. Und geht mein Plan auf? Ja, inzwischen schon. Es hat aber ein paar Tage gedauert und es hat mich doch auch ziemlich runter gezogen um ehrlich zu sein.

Nachdem  die ganzen tollen und wunderbaren Menschen, mit denen ich mich in Chiang Mai getroffen habe weg waren bin ich erst mal in ein kleines bis mittelgroßes Loch gefallen. Nun ja, mittelgroß trifft es eher. Ich hatte mich ziemlich gefreut endlich Zeit zu haben. Und dann hatte ich endlich Zeit und mein Köpfchen dachte sich „Los verarbeite schon!“. Aber das hat irgendwie nicht so ganz funktioniert. Ich war eher etwas überfordert damit und habe mir selbst doch ganz schön Druck gemacht, dass ich die Zeit bestmöglich nutze. Das hat aber nicht funktioniert und statt dessen wollte ich mich am liebest nur verkriechen und gar nichts machen, sehen oder denken. Und ich wusste, dass ich weiterplanen und organisieren muss. Irgendwann soll es ja auch weiter gehen. Aber wohin? Und zudem fängt man nach so langer Zeit auf Reise auch an, über die grundsätzliche Situation Gedanken zu machen. Wo geht es denn nach dem „Reisen“ hin? Und was will ich denn eigentlich langfristig mit meinem Leben anfangen. Schwere Kost sage ich euch…

Durch die schönen Momente und Gespräche mit den Personen, die ich in Chiang Mai wieder getroffen habe, ist das Loch noch ein bißchen größer und tiefer geworden und ich habe mich das erste Mal ansatzweise allein gefühlt. Es ist einfach was anderes, wenn man Menschen schon kennt und die einem nahe stehen. Die Gespräche sind tiefgreifender, man kennt sich, man hat Verbindungen und es sind einfach Freunde! Dann fängt man an diese Gesellschaft zu vermissen, man hat keinen Plan wie es weiter geht und irgendwie genießt man die Zeit nicht so, wie man es sich vorgenommen hat. Blöde Situation! Und noch blöder ist es, wenn der Kühlschrank voll mit Schokolade ist… Als nächstes Reiseziel fällt alles wo man einen Bikini tragen würde erstmal flach :D. Und dann liegt man so im Bett, mit seiner Tafel Kinderschokolade, irgendwelchen Serien und bemitleidet sich ein wenig selbst. Toll, bin ich gerade in einer Situation in der man sich selbst bemitleiden sollte? Ähm… Nein überhaupt nicht! Und diese Tatsache hilft einem dann nicht unbedingt weiter.

Nun ja, aber irgendwie wusste ich ja, dass so was in der Art auf mich zukommen wird und das es eigentlich auch ein bißchen überfällig war. 5 Monate voller Glücksgefühle – da dürfen dann auch mal 3 richtig schlechte Tage dabei sein. Nachdem ich das so für mich akzeptiert hatte, dass ich jetzt einfach mal schlechte Laune habe, ging es auch relativ schnell besser. Ich wusste, dass ich anfangen muss Entscheidungen zu treffen, damit es weiter geht.

Erste Entscheidung – das Apartment ist zu weit draußen, ich brauche mehr Action. Also bin ich umgezogen.

Zweite Entscheidung – wo soll es als nächstes hin gehen? Südkorea. Davon hatte ich ja schon berichtet.

Dritte Entscheidung – wo geht es langfristig mit meinem Leben hin? Nun ja, ich sag mal: „Work in progress“.

Durch die ersten beiden Entscheidungen ist aber meine Energie wieder da und ich bin wahnsinnig produktiv und genieße die Zeit hier in vollen Zügen. Manchmal braucht man einfach diese Tage wo man sich die Decke über den Kopf zieht, alles ein bißchen blöd findet und sich selbst bemitleidet. Ich kann euch allerdings den taktischen Tipp geben… Lasst euch nicht kurz vorher mehrere Tafeln Kinderschokolade mitbringen. Böse Kombination :-P.

Ein Gedanke zu “Chiang Mai – Gefühlslage

  1. Pingback: WAS BISHER GESCHAH… Folge 4 | -Grenzenlos-

Hinterlasse einen Kommentar