1 Jahr, 4 Monate, 2 Wochen und 3 Tage (=505 Tage): Auckland, Neuseeland
13° – Frühlingsgefühle
Meine Tage in Auckland sind gezählt und es nimmt alles Formen an.
Sooooooo, es ist offiziell 🙂 🙂 🙂 : Ich habe zum 02.09.16 gekündigt und fliege am 14.10.16 nach Tahitiiiiiii. Und nur der Gedanke an mein Flugticket lässt mich breit grinsen. Oh man es ist schon ein bisschen verrückt, aber es fühlt sich so verdammt gut und richtig an.
Die Kündigung habe ich dann doch schneller ausgesprochen als eigentlich gedacht. Aus dem einfachen Grund – ich habe es nicht mehr ausgehalten. Dieser Job hat mich so überhaupt nicht glücklich gemacht, ganz im Gegenteil, es hat sich sogar auf meine Stimmung ausgewirkt. Ich war irgendwie wie gefangen und hatte meine Energie verloren. Es gibt nichts was wirklich schlimm war (bzw. ist) aber dieses den ganzen Tag im Büro sitzen nur mit den Kollegen und den ganzen Tag die selbe (stupide) Arbeit erledigen…?!?! Neee, nichts für mich. Zudem habe ich relativ viel für Melchior zu tun und mein doch eigentlich sehr hohes Energielevel war bis aufs äußerste ausgereizt. Also wusste ich, ich muss wohl was ändern und eine Entscheidung fällen. Tja und mit der ausgesprochenen Kündigung sind die Geröllsteine gerollt. Haha, aber sowas von, als hätte jemand diesen grauen Mantel, den ich mir angezogen hatte, von mir gerrissen und verbrannt hätte. Freiheiiiit!
Ich muss sagen, dass ich selbst echt überrascht war. Ich wusste schon länger, dass es nicht das richtige für mich ist und ich wusste, dass ich was ändern muss. Aber diese blöde blöde Komfortzone, die ich mir hier ja auch irgendwie aufgebaut habe, hat mich davon abgehalten das zu tun was mir gut tut. Es ist wirklich überraschend für mich zu sehen wie schnell man sich da wieder von einfangen lässt und Entscheidungen, die dringend getroffen werden müssen so lange heraus zögert. In meinem Fall hat mir mein Körper ganz deutlich gezeigt, dass es mehr als überfällig war sich wieder auf was neues einzustellen. Aber zum Glück habe ich ja ganz wundervolle Menschen um mich herum (also nicht unbedingt physisch, aber psychisch), die mich dann auch wieder auf den richtigen Weg bringen. ❤
Also Entscheidung getroffen zum nächstmöglichen Zeitpunktzu kündigen und dann die Karten wieder neu mischen. Und es fühlt sich sooooo unendlich gut an! Bei vielen Dingen bin ich mir noch nicht sicher, wie es funktionieren wird, aber das ist egal. Irgendwie wird sich schon eine Lösung für alles finden. Es ist tausendmal besser als in seinem eigenen kleinen Komfortzonen Gefängnis zu sitzen. Ich muss sagen ich bin fast so aufgeregt wie damals als ich noch in Deutschland war. Und es ist eine so tolle Aufregung :-). Aber wie gesagt, ich bin wirklich überrascht, dass es mir dann doch so schwer gefallen ist, obwohl ich es ja wusste, dass es sich gut anfühlen wird. Also hier der Appell an alle, die eine Entscheidung heraus zögern: Macht es! Die meisten Gedanken und Sorgen lösen sich nach getaner Entscheidung von ganz alleine! Wenn nicht gebe ich euch ein Bier aus, oder ein Mango Shake oder so :-).
Also ich werden Anfang September Auckland verlassen um dann gen Norden zu fahren. Dort habe ich zwar schon viel Zeit verbracht, aber noch nicht genug. Heute morgen habe ich die Zusage für eine Volonteering Stelle bekommen, bei denen ich dann ab Mitte September helfen werde. Das ist eine Anlage, die Adventure Touren anbieten, aber ihre Location auch für Hochzeiten vermieten. Irgendwie finde ich, dass das ein guter Ort für mich ist und ich glaube die fanden auch, dass ich sie mit meiner Erfahrung gut unterstützen kann. 🙂
Übrigens hat mich auch hier mein Karma wieder unfassbar gut unterstützt. Ich hatte die vor ein paar Tagen angeschrieben und sie hatten mir eine Absage gegeben, da sie erst im Oktober wieder öffnen. Ich dachte schade, das wäre echt ein toller Ort um da für ein paar Stunden pro Tag zu helfen, aber gut kann man nicht ändern und es wartet ja eine tolle Stelle auf mich auf Tahiti. Irgendwie hat mich dieser Ort, aber nicht los gelassen und deshalb habe ich gestern einfach eine Nachricht geschrieben, dass es schade ist, dass sie erst ab Oktober wieder eröffnen und dass ich ihnen eine gute und tolle Saison wünsche. Mehr nicht… Tja und heute morgen schrieb sie zurück, dass sie wohl doch Unterstützung im September benötigen und sich sehr freuen würden, wenn ich ab dem 12.09. da sein könnte. So abgefahren, so cool. Vertrauen in sich selbst und in den eigenen Weg und schon passieren ganz wundervolle Dinge. Ich werde ganz häufig gefragt, wieso sich bei mir immer alles so fügt und alles so einfach aussieht. Ich kann es euch nicht sagen, aber ich bin mir sicher, dass es daran liegt, dass ich einfach darauf vertraue, dass was gutes passiert und dass, wenn es sich nicht gut anfühlt ich Entscheidungen treffe und einen neuen Weg einschlage. Also noch ein letzter philosophisch esoterischer was auch immer Ratschlag für heute: Vertrauen und machen – damit kann man schon unheimlich viel erreichen :). So viel dazu!
Bevor ich dann zu den „Puketi adventure“ Menschen fahre werde ich wohl noch mal bei der Kiwi Familie meines Bruders vorbei fahren. Kiwi Familie meines Bruders?!?!?! 🙂 Um das kurz zu erklären… Mein Bruder Lukas und seine Freundin Kathi waren vor 3 Jahren in Neuseeland und haben einige Wochen / Monate bei einer Neuseeländerin gelebt. Das kam auch über eine Volonteering Stelle und da sie sich so gut verstanden haben ist es mehr zu einer Freundschaft / Familien Ersatz Beziehung geworden. Chris hat zwei Söhne und Lukas und Kathi haben viel Zeit mit ihnen verbracht. Da sie auch in der Nähe von Auckland leben habe ich es dann letzte Woche endlich mal geschafft bei Chris vorbei zu fahren und sie und einen ihrer Söhne kennen zu lernen (der andere ist gerade mit der Hockey National Mannschaft in Rio). Was für eine verrückte Situation sag ich euch. Da kommt man in ein fremdes Haus und lernt Menschen kennen, die deinem Bruder unheimlich nahe stehen und man hat selbst sofort das Gefühl Teil der Familie zu sein.
Und als ich dann das Foto der Hasen auf dem Klavier hab stehen sehen bin ich fast ein wenig wehmütig geworden. ❤ Und das abgefahrene ist, dass Chris bald für ein paar Tage in Deutschland ist und daher hoffentlich die zwei auch besuchen kann. Das wird toll! Chris ist wirklich fantastisch und ich kann so gut verstehen, das die zwei damals so lange bei ihr gelebt haben. Naja und daher auf jeden Fall werde ich dann, wenn ich mich auf den Weg ins Northland mache noch mal kurz in Orewa und Leigh Stopp machen.
Bis dahin werde ich mein Turtlechen fit machen. Wir waren letzte Woche schon beim TÜV, nächste oder übernächste Woche gibts dann noch ne Wellness Anwendung (also Öl und dieser Kram) und dann sollte mein Van wieder bereit für die Straße sein. Und dann werde ich wohl noch ein wenig ausmisten und gucken, dass mein Zeugs wieder Reisefit ist, da ich ja doch ganz schön viel Krams innerhalb der letzten Monate angesammelt habe. Eigentlich wollte ich das in den letzten Tage schon erledigt haben, aber da ist dieses Sportereignis was mich gefühlt von allem abhält. 😀 Ich kann nicht aufhören Olympia zu gucken und dank der Zeitverschiebung haben wir ja die Möglichkeit die meisten Entscheidungen live zu verfolgen. Aufregend – irgendwie habe ich immer die Stöpsel um Ohr um auf dem laufenden zu bleiben.
Ja das soweit von mir, einer glücklichen Jenny, die ihren Weg wieder gefunden hat und das neue Abenteuer kaum erwarten kann :-).

