1 Jahr, 5 Monate, 1 Woche und 3 Tage (=529 Tage): Whangarei, Neuseeland
7° – abends und so 16° tagsüber
Mein neues altes Leben auf der Straße
Das erste Mal seit langer langer Zeit schreibe ich euch nicht aus Auckland, sondern aus der Northland „Hauptstadt“ Whangarei. Das wird auch vorerst die letzte Stadt sein in der ich mich befinde, da alles weitere im Norden sehr weit von dem Begriff „Stadt“ entfernt ist. Wobei man auch bei Whangarei nur über den Namen Stadt schmunzeln kann, aber 55.000 Einwohner sind hier nun mal verhältnismäßig viele Einwohner, eine Metropole sozusagen ;).
Seit Sonntag Nachmittag bin ich nun wieder auf der Straße und kann mein Glück noch nicht ganz fassen! Turtle, Karl und ich auf einem Roadtrip – das ist so wundervoll. Mein Auto hat noch mal das komplette Verwöhnprogramm bekommen, damit ich auch ein sicherer Zuhause habe. Ich habe zwar keine Ahnung was alles genau gemacht wurde beim Mechaniker, da mir weder die Übersetzung noch die Bilder geholfen haben, aber ich habe brav bezahlt und gehe davon aus, dass alles gut ist. 🙂 Und wenn nicht werden wir auch dafür eine Lösung finden. Zudem habe ich mir noch ein paar Sachen gegönnt um mein fahrbares Zuhause noch gemütlicher zu machen als es schon war und freue mich morgens schon darauf abends wieder in mein gemütliches Bettchen zu krabbeln.
Die letzten Tage in Auckland waren dann emotional gesehen erstaunlich entspannt. Ich dachte eigentlich, dass ich nach 10 Monaten vielleicht doch ein wenig Abschiedsschmerz haben werde oder aufgeregt sein werde, ob denn auch wirklich alles klappt. Aber nein, nicht wirklich… Klar hat man schon seine wehmütigen Momente und denkt schon drüber nach wie die kommenden Wochen so werden, aber das ganze mit einer unheimlichen Ruhe und Gelassenheit. „Et hät noch immer joot jejange“. Vielleicht ist es einfach die Gewohnheit inzwischen oder einfach die Tatsache, dass ich einfach zu 100% wusste, dass es die richtige Entscheidung ist.
Als ich am Sonntag Nachmittag los gefahren bin wusste ich noch nicht wo ich nachts schlafen werde und das war schon ein verdammt cooles Gefühl. Ich bin dann an einem hübschen Ort gelandet wo noch 4 andere Backpacker waren mit denen ich erst mal nett gequatscht habe. Da habe ich dann erst mal gemerkt wie sehr ich das klassische Reisen vermisst habe. Jeder hat so seine Stories zu erzählen, eigentlich kennt man sich nicht, aber ist schon nach wenigen Minuten unheimlich vertraut miteinander.
Ja, aber eine Sache ich ja jetzt anders… Ich bin ja jetzt quasi Teilzeit-Reisende :D, denn ich arbeite ja nun deutlich mehr als ich es vorher beim Reisen getan habe. Und gerade hier oben im abgelegenen Northland bedeutet das „Wifi-Jagd“. Die Unterkünfte werden nach Internet Zugang ausgewählt und gestern bin ich mit meinem Handy durch Whangarei gelaufen um ein Cafe mit guten Wifi zu finden. Nun ja… Es ist dann kein Cafe geworden, aber auf McDonalds ist Verlass. Also habe ich gestern einen halben Tag im McD gesessen in meiner kleinen Ecke und habe gearbeitet, schön in Jogginghose und Schlumpfpulli – ganz wie es sich gehört. Haha! Und weil mein Campingplatz auf dem ich gestern Abend angekommen bin so unfassbar gutes Internet hatte, bin ich mal spontan eine weitere Nacht geblieben und habe eigentlich den ganzen Tag gearbeitet. Unter anderem hier:
Das schöne an dieser Selbstständigkeit (in Neuseeland) ist, dass man den morgen an Orten wie diesem hier verbringen kann:
Und in der Mittagspause legt man sich mal kurz ins Bett für ein wohlverdientes Mittagsschläfchen ;-). Wobei das bei mir wohl eher ein Nachmittagsschläfchen war…
Naja und da werde ich mich jetzt auch gleich mal hinbegeben, also ins Bett. Auf so nem Campingplatz fängt der Tag ja doch früher an und um 21.00 liegen dann alle schon im Bett ;D. Ich komme mir gerade wie ein kleiner Exot vor, da ich um viertel vor neun noch im Gemeinschaftsraum sitze. Aber es war heute ganz spannend zu sehen, dass so ein neuseeländischer Campingplatz einem deutschen Campingplatz doch sehr ähnelt. Heute Mittag kam dann „Peter Meier“ oder vielleicht auch „Hans Schmidt“ in seinem weißen Schießer Feinripp und musste erst mal ganz penibel den Rasen mähen. Ich glaube der einzige Unterschied ist, dass er das zwischen 13.00 und 14.00 gemacht hat, was in Deutschland ja die heilige Mittagsruhe gestört hätte ;-).
Wie ihr seht soviel Neues gibt es gar nicht zu berichten, aber es ist ja auch erst der zweite Tag back on the road und ich bin mir sicher, dass ich schon bald wieder die ein oder andere Story für euch habe. Ich bin einfach nur unendlich froh, dass ich die Möglichkeit habe, dieses Leben zu leben. Dat ist schon was feines und ich freue mich wahnsinnig auf die nächsten Tage, Wochen, Monate und was da sonst noch so kommt… 🙂



