Zurück ins neue alte Leben

1 Jahr, 9 Monate, 3 Wochen und 3 Tage (=664 Tage): Ho-Chi Minh, Vietnam

31° – Sonnenschein

Roadtrip auf der Südinsel und die Abschiedswoche in Auckland

Und da bin ich – seit 24 Stunden wieder in Asien, zurück in Ho Chi Minh City. Wow! Was für ein emotionales Chaos. Es ist alles so vertraut und so ganz anders als Neuseeland. Haha da brauche ich bestimmt ein paar Tage bis ich das alles verarbeitet habe. Über 1,5 Jahre ist es her, dass ich hier war. Und es fühlt sich so wahnsinnig vertraut an, aber trotzdem so, als würde ich mich in ein neues Abenteuer stürzen. Ich musste gerade noch mal den Beitrag von damals lesen und es sind direkt viele tolle Erinnerungen hoch gekommen, die sich teilweise schon jetzt wiederholt haben. Das wuselige Chaos, der bapp süße geile Kaffee, das Roller fahren, Menschen treffen die ich damals hier kennen gelernt habe… Unfassbar toll!

Gefühlschaos

Ich muss aber gestehen, dass ich mich gar nicht wirklich auf Asien gefreut habe. Also ich hatte sehr gemischte Gefühle als ich im Flieger saß, aber ab dem Moment als ich den Flughafen verlassen habe, dachte ich nur: GEIL ich bin zurück – was habe ich dich vermisst Asien. Aber diese Gedanken kamen erst als ich wirklich im wuseligen Leben stand, bis dahin war ich doch in einem sehr komischen Gefühlszustand. Der Abschied aus Neuseeland ist mir unfassbar schwer gefallen. Irgendwie ist da was, was mich sehr sehr traurig und wehmütig macht. Und ich glaube das wird noch lange, sehr lange anhalten. Ich kann es für mich noch nicht in Worte fassen. Vielleicht weil es für eine verhältnismäßig lange Zeit mein Zuhause war. Ich hätte die Möglichkeit gehabt ein Arbeitsvisum zu bekommen. Aber der Job und Auckland waren nicht gut genug. Und trotzdem habe ich mich in den letzten Wochen und Tage häufig gefragt, ob das nicht ein Fehler war diese Möglichkeit auszuschlagen. Nun ja, das lasse ich jetzt erst mal sacken und gucken was mein Gefühlschaos in ein paar Wochen sagt.

Man muss halt dazu sagen, dass meine letzten Wochen in Neuseeland natürlich auch perfekt waren.

Roadtrip auf der Südinsel

Beim letzten Mal habe ich ja schon von unserem Roadtrip angefangen zu berichten. Den haben wir dann nach meinem letzten Bericht auf der Südinsel fortgeführt… Ja die Südinsel Neuseelands – BÄM eine Landschaft, die man nicht ansatzweise beschreiben kann. Für mich, als jemand der sich nicht entscheiden kann, ob ich lieber Berge oder das Meer mag, natürlich das Paradies auf Erden. Denn hier gibt es beides und das in Hülle und Fülle. Wobei ich schon sagen muss, dass mich die Berge bei weitem mehr fasziniert haben und es einige Momente gab in denen ich Tränen in den Augen hatte, weil ich nicht glauben konnte wie wunderschön es ist!

  

Wir sind vom Abel Tasman über die Westküste und Arthurs Pass rüber nach Christchurch gefahren wo wir dann Weihnachten mit ein paar Freunden aus Auckland gefeiert haben. Ein ganz unspektakulärer Campingtrip weshalb es eben so spektakulär war. Wir haben uns einen kleinen Weihnachtsbaum gebastelt – nun ja, ich glaube es war eher nur ich, da alle anderen nicht so Weihnachtsfans waren wie ich. Aber glücklicherweise war unsere neuseeländische Nachbarin total Weihnachtsverrückt, so dass sie mich tatkräftig mit Weihnachtsutensilien, wie z.B. wunderschöne Schneemann Weihnachtsschlappen versorgt hat :-).

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Von diesem Campingplatz sind wir weiter die Ostküste in Richtung Süden gefahren mit Stopp in dem wunderschönen Städtchen Dunedin und der Dunedin Halbinsel auf der wir Albatrosse beobachten konnten. Da wir aufgrund von Weihnachten ein paar Tage verloren hatten mussten wir uns ein wenig beeilen und haben dann verhältnismäßig viele Kilometer gemacht und sind dann über die Catalins und das Fjordland hoch nach Milford Sound, wo wir dann Silvester verbracht haben. Also nun ja… „Silvester verbracht haben“ stimmt nur so halb. Wir waren in der Nacht vom 31.12. auf den 01.01. dort, aber das eigentliche Silvester ist ausgefallen :D. Wir waren auf einem sehr hübschen Campingplatz mit ein paar Leuten, aber aufgrund von Regen und Wind haben wir uns dann alle entschieden ins Bett zu gehen. Also habe ich nun zwei Jahre in Folge das „reinfeiern“ verschlafen. Haha und stört es mich? Nein kein bisschen!

 

Nach Milford Sound ging es weiter nach Queenstown und Wanaka. Ich hatte mich sehr auf diese Region gefreut und wurde landschaftstechnisch kein bisschen enttäuscht. Oh man… Alleine das Auto fahren flasht einen so mega mäßig. Zu dem Zeitpunkt war ich, oder auch wir, schon ziemlich reizüberflutet, wenn man so viele tolle Dinge sieht und erlebt in einer kurzen Zeit dann ist die Festplatte irgendwann voll. Daher hat es mir völlig ausgereicht die Landschaft beim Fahren zu genießen und sich hier und da mal was anzusehen, aber wir haben nicht das volle Touri Programm gemacht was aber auch gut so war.

Über die Gletscher sind wir dann hoch zur Fähre und zu dem Zeitpunkt war ich definitiv auf der Seite der Menschen, die sagen „Die Südinsel ist viel schöner als die Nordinsel“. Das ist in Neuseeland ja die Standard Diskussion, aber nachdem wir dann auf der Nordinsel wieder angekommen sind dachte ich nur „Nee warte mal, auf der Nordinsel zu sein fühlt sich toll an. Es ist wie nach Hause kommen.“ Also habe ich für mich entschieden, dass es kein entweder oder gibt. Die Südinsel ist das Abenteuer und die Insel auf der man seinen Urlaub verbringt und die Nordinsel ist die beständige Schönheit auf der man Zuhause ist.

Und auf der Nordinsel hat dann ja das nächste Highlight auf mich gewartet. Meine Freunde Rebecca und Alex aus Köln haben inkl. Mama und frisch geschlüpfter Tochter Matthes (der Bruder, bzw. Schwager, Sohn und Onkel) besucht. Wir haben uns alle Mann in Rotorua getroffen und dort 1,5 wundervolle Tage inkl. White water rafting verbracht. Das ist schon abgefahren, wenn man so viele Menschen um sich herum hat, die einem so vertraut sind. 🙂

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Abschied nehmen

Weiter hoch nach Auckland und dann war es auch schon Zeit sich von Gianni zu verabschieden. Den musste ich dann nämlich zum Flughafen bringen. Das war nicht so cool. Ich habe mich ziemlich an seine Anwesenheit gewöhnt und wir sind einfach ein unfassbar gutes Team. Natürlich gibt es bei 5 Wochen gemeinsames Reisen auch mal ein bisschen Knatsch, aber das konnten wir alles wunderbar klären und hatten wirklich eine unfassbar tolle Zeit zusammen. Mit dem würde ich jederzeit wieder auf einen Roadtrip gehen ;).

Tja und als Gianni dann im Flieger in Richtung Europa sass bin ich dann nach Auckland rein gefahren um mich mit dem nächsten größeren Abschied auseinanderzusetzen… Turtle verkaufen. Ich hatte schon während der Reise die ein oder andere Abschiedsträne vergossen, weshalb ich einigermaßen gefasst war. Haha, JAAAA ich weiß, es handelt sich um ein Auto, aber wie ihr wisst wachsen mir auch materielle Dinge sehr ans Herzen. Und der Verkauf von Turtle stand auch irgendwie symbolisch für das Ende meiner NZ Zeit. Glücklicherweise habe ich ganz schnell und ohne Probleme würde Nachfolger gefunden und somit wurde Turtle schon am nächsten Tag auf Karl&Finja überschrieben, einem super süßen Pärchen aus Norddeutschland. Daher weiß ich, dass Turtle in guten Händen ist und der Abschied war nicht so schlimm wie erwartet.

Und dadurch, dass der Auto Verkauf ohne Probleme über die Bühne gegangen ist hatte ich unendlich viel Zeit. Voll gut! Ich bin wieder in mein altes Hostel gezogen, habe alten Kollegen Hallo gesagt und habe mich mit einem meiner Volleyball Freunde in die „Doug & Jenny AWESOME week“ gestürzt. So haben wir diese Woche nachträglich genannt, da es einfach so passiert ist, dass wir fast jeden Tag zusammen verbracht haben. Entweder sind wir zum Volleyball Training oder Beachvolleyball gegangen, haben ein Beach Turnier gespielt, haben „Dodgeball“ für uns entdeckt und haben dann an meinem letzten Tag noch den ultimativen Sport Tag mit wandern, Hochseilgarten und golfen verbracht. Haha, ja ich war golfen und konnte es selbst nicht ganz glauben. Und anscheinend bin ich gar nicht so untalentiert :D.

Nun ja und damit war meine Woche komplett mit Aktivitäten gefüllt und mein Körper war dann doch auch seeeehr müde. Was mir wiederum dabei geholfen hat nicht doll traurig zu sein. Ich war einfach zu müde und zu sehr mit Muskelkater, blauen Flecken und aufgeschrammten Beinen beschäftigt. Von daher habe ich das eigentliche Abschied nehmen ganz kurz gehalten, schnell alle einmal drücken „see you later“ und ab zum Flughafen.

Aber trotzdem war dieser große große Klos die ganze Zeit dabei und ist auch immer noch da. Vielleicht liegt es daran, dass wenn man weiß, dass etwas zu Ende, sich alles noch mal von seiner besten Seite zeigt. Oder man einfach nur diese tollen Seiten sieht und die negativen Punkte, die für mich ja der ausschlaggebende Punkt waren, das Arbeitsvisum auszuschlagen, ignoriert. Ich werde sehen wie sich das die nächsten Tage entwickelt, aber eins ist sicher, Neuseeland hat ordentlich Eindruck hinterlassen und ich habe das Gefühl, dass das Kapitel Neuseeland & Jenny noch nicht abgeschlossen ist.

Aber jetzt stürze ich mich erst mal in das Abenteuer Asien und das Thema „ortsunabhängiges Arbeiten“ mit den Menschen, die ich aus meiner Online Community kenne und die gerade alle nach und nach hier ankommen. Die nächsten Tage bleibe ich in Saigon und werde an einer Konferenz zu diesem Thema teilnehmen, bevor es dann mit ein paar Leuten nach Bali geht.

Ich schicke euch etwas Sommer ins kalte Deutschland oder wo auch immer ihr euch gerade rum treibt :).

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