2 Jahre, 2 Monate. 2 Wochen und 1 Tag (=807 Tage): Bangkok, Thailand
28° – Rainy season – Sonnenschein und Gewitter
Die letzten Tage in Thailand und Urlaub mit Jessi
Soooo, das wird jetzt wohl vorerst mein letzter Beitrag aus Asien, denn nächste Woche geht es für mich ja schon zurück nach Deutschland :-). Ich hatte ja eigentlich gedacht, dass ich total nervös und aufgeregt sein werde, aber es hält sich tatsächlich in Grenzen. Also ich freue mich wahnsinnig und wenn ich mir vorstelle, wen ich alles so in den nächsten Wochen in die Arme schließen kann, habe ich schon dolles Bauch-kribbeln. Aber es fühlt sich eher so an, also würde ich nach langer Zeit zu nem ganz normalen Wochenend-Besuch nach Bielefeld oder Köln fahren. Also so wie ich es in der Frankfurter Zeit auch gemacht habe. Dass da ein paar Wochen und ein paar Abenteuer mehr zwischen liegen, ist mir nicht wirklich bewusst. Was ja gar nicht schlimm ist… Vielleicht realisiere ich dann erst vor Ort, dass es doch mehr als zwei Jahre waren, was ja schon eine ganz schön lange Zeit ist.
Jetzt während ich so schreibe fliegen die Schmetterlinge wieder :-D. In weniger als eine Woche werde ich bei meinen Freunden auf dem Sofa liegen und das ein oder andere Kölsch trinken. Einfach nur toll! 🙂 🙂 🙂 Ich wurde in letzter Zeit vermehrt gefragt, worauf ich mich am meisten freue, bzw. was ich am meisten vermisst habe. Ich glaube, dass Thema Freunde und Familie in die Arme schließen können, ist selbst erklären. Das ist natürlich unbeschreiblich und beschert mir jetzt schon das ein oder andere Glückstränchen. Tja und alles andere… Da muss ich ganz ehrlich sagen, es gibt nichts was ich so mega mäßig vermisst habe, dass ich es kaum erwarten kann es zu bekommen. Klar, so ne schöne naturtrübe Apfelschorle, ein belegtes Brötchen beim Bäcker holen und ein Kinder Pingui werden in den nächsten drei Wochen häufiger auf meinem Speiseplan stehen, aber ich würde es auch noch weiterhin ohne schaffen. Das finde ich schon faszinierend, dass es wirklich nichts gibt, was ich total doll vermisse.
Natürlich freue ich mich meine alten Klamotten zu sehen und mal wieder etwas mehr Auswahl in der Kleiderwahl zu haben (wenn die Sachen denn noch „leben“). Auf meine Pflanzen freue ich mich, immer und überall mit Worten und nicht mit Händen und Füßen kommunizieren zu können und vertraute Dinge zu sehen, das werden bestimmt Highlights für mich. Und ganz bestimmt gibt es auch Sachen, über die ich gerade gar nicht nachdenke. So oder so – ich freue mich total. Und all die komischen Gefühle und Sorgen, die ich zwischenzeitlich hatte, sind wie weggeflogen. 🙂 Voll gut!
Ja und die Zeit bis zum Abflug habe ich mir bisher sehr gut vertrieben.
Kurz nach meinem letzten Beitrag ist ja meine wundervolle Jessi zu mir gekommen. Mit Jessi habe ich in Frankfurt ein paar Monate zusammen gelebt und obwohl das Zusammenleben eher kurz war ist daraus eine tolle und tiefe Freundschaft entstanden. Die knapp 2 Wochen, die sie hier war, haben das mal wieder gezeigt. Manche Menschen haben einfach direkt einen ganz großen Platz in deinem Herzen eingenommen <3.
Wir haben uns in Bangkok getroffen und sind dann relativ schnell weiter nach Chiang Mai gefahren. Dort haben wir es uns eine knappe Woche gut gehen lassen, ganz so wie man das in Chiang Mai macht. Ganz entspannt, aber wenn man Action will dann holt man sie sich. Von daher haben wir viel am Pool gelegen, in Cafes rum gelümmelt, mit dem Roller durch die Berge gefahren oder haben uns das Nachtleben inkl. Ladyboy Show mal genauer angesehen.
Eine Woche voller Entspannung, toller Gespräche und einigen Lachflashs. Eine Anekdote dazu muss ich euch erzählen, die uns auch die Tage danach immer wieder zum Lachen gebracht hat…
Sonntag Morgen, Jessi und Jenny hatten vielleicht noch das ein oder andere Promillchen im Blut und wir haben entschieden richtig frühstücken zu gehen. Da ich wusste, dass es einen deutschen Laden gibt, bei dem man auch ein klassisches Käsebrötchen zum Frühstück bekommt und wir genau darauf Lust hatten, sind wir also in den German Biergarten. Von der Einrichtung her auch ganz klassisch mit Paulaner Fähnchen und Korn und Äppler im Getränkeangebot. Diese „deutsche“ Biergarten Atmosphäre wurde etwas zerstört durch den Musiker, der Sonntag Morgens um 10.00 Uhr die triefendsten Liebeslieber zum Besten geben musste. Nun ja… wir sind da ja flexibel. Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir wieder auf den Roller gestiegen, um nach Hause zu fahren. In Chiang Mai kann man ja so wunderbar durch die Gässchen fahren. Zurück auf der Hauptstrasse war ich hinter einem Song-Thaewo (diese roten Pick-up Taxis), der immer langsamer wurde… Als das Taxi fast zum stehen kam und so leicht links rüber fuhr, dachte ich, dass er da parken will, weil er Touristen abliefern wollte. Da stand dann auch plötzlich so ein Typ mit Warnweste, der fröhlich am Winken war. Ich dachte, dass wir vielleicht an einem Touri Ort gelandet sind und der nette Herr in Weste dem Song-Thaewo beim Einparken hilft. Sowas gibt es hier in Thailand ja häufiger, also die netten Herren, die beim Ein- und Ausparken helfen. Ich war – nun ja – latent genervt, weil ich weiterfahren wollte. Als das Taxi dann endlich weit genug drüben war, dass ich weiter fahren konnte, war der Herr in Warnweste immer noch am Winken. Also musste er ja uns meinen… In meiner latent genervten Stimmung habe ich nur den Kopf geschüttelt und ihm mitgeteilt, dass wir hier nicht parken möchten. Ich bin also weiter gefahren, was den Herrn vom Winken nicht abgehalten hat. Und plötzlich rief er auch noch Stopp – Stoooooopp! Na der wollte anscheinend unbedingt, dass wir dort parken. Aber das wollten wir ja nicht… Wir wollten ja unsere voll gegessenen Kater-Tag Körper an den Pool legen. Mmmmmh, nun ja, nach dem Genuss von Alkohol funktionieren die Synapsen ja etwas langsamer. Ich habe dann mal kurz drüber nachgedacht, warum dieser nette Warnwesten Typ uns so dynamisch hinter her geschrien hat… Und was das eigentlich genau für eine Warnweste war… War das nicht genau so eine Warnweste wie die Polizisten immer tragen? 😀 es hat noch weitere Sekunden gedauert bis ich die Puzzleteile zusammen gefügt hatte. Ein Polizist, der Motorräder ran winkt und es nicht so toll findet, wenn man einfach weiter fährt… Das kann nur eins bedeuten – Ich bin stumpf an einer Polizeikontrolle vorbei gefahren, in dem ich dem Polizisten mitgeteilt habe, dass ich dort nicht parken möchte… 😀 Oh man… Als ich das dann aber endlich realisiert hatte, waren wir auch fast schon Zuhause und es ist auch keiner hinter uns her gefahren. Also alles kein Problem und wir hatten noch tagelang was zu lachen.
Nach Chiang Mai sind wir noch für ein paar Tage auf die hübsche Insel Koh Tao gefahren und haben etwas Strand Urlaub gemacht. Und da wir ja absolute Glückskinder sind, hatten wir die Sonne natürlich auf unserer Seite. An den Reisetagen hat sich manchmal die Regenzeit gezeigt, aber ansonsten war das Wetter echt super.
Jessi habe ich letzte Woche Samstag in Bangkok zum Flughafen gebracht und seitdem hänge ich hier in Bangkok Downtown ab, um zu arbeiten und mich meinem neusten Hobby zu widmen… Muay Thai Boxing!
Da habe ich schon häufiger drüber nachgedacht es auszuprobieren und seit einer Woche gehe ich tagtäglich zum Training. Ja! Jeden Tag und soll ich euch was sagen? Mein Körper ist ein Trümmerfeld :D. Alter Schwede… Ich hatte ja schon häufig Muskelkater, aber das jetzt…?!?!? Ich konnte zwei Tage lange nicht laufen. Wirklich! Ich neige ja zu Übertreibungen, aber meine Beine wollten nach längerem Sitzen oder Liegen einfach nicht. Das hat dann so 2-3 Min gedauert bis die Muskeln etwas wärmer wurden und dann konnte ich auch nur humpeln. Und das tat echt weh. Tigerbalsam habe ich kiloweise drauf geschmiert und mich zwei mal massieren lassen, in der Hoffnung, dass es besser wird. Obwohl ich tagsüber echt nur mühsam laufen konnte, hat es mich natürlich nicht davon abgehalten, abends wieder zum Training zu gehen :D. Immer schön drauf trainieren. Inzwischen kann ich auch fast wieder normal laufen. Und freue mich jetzt schon wieder, wenn ich nachher in der Halle liege und mich nicht mehr bewegen kann, weil es so unfassbar anstrengend ist, aber halt einfach nur geil.
Und als weitere Ablenkung hatte ich noch zwei weitere Tage Besuch hier. Ramya und eine Freundin von ihr waren drei Wochen in Thailand unterwegs und an ihren letzten Tagen haben wir es dann endlich geschafft uns zu sehen :-). Mit dem Rammelchen habe ich vor 10 Jahren ein Praktikum bei Tom-Skireisen gemacht und haben danach noch die ein oder andere Apres-Ski Party mitgenommen. Und 10 Jahre später trifft man sich dann mehr oder weniger zufällig in Bangkok. Ein Traum!
Ja, so sieht es aus. Hier in Bangkok fühle ich mich inzwischen schon ziemlich heimisch… Vorgestern wurde ich von einem zufällig vorbeifahrenden Motorrad-Taxi Fahren mit „Hallo Jenny, gehst du heute wieder zum boxen? Und soll ich dich später abholen?“ begrüßt und in dem Cafe in dem ich gerade sitze kam gerade zufällig ein Bekannter vorbei, der mich spontan auf nen Kaffee eingeladen hat. Selbst in einer Welt-Metropole ist es wie auf dem Dorf ;-).
So, ich werde jetzt noch etwas arbeiten und mich dann auch gleich schon wieder auf den Weg zu Training machen. Ich muss noch ein wenig an meinem linken Kick arbeiten. 😉
Habt einen schönen Sonntag! :-*



