Paradies

1 Jahr, 7 Monate, 2 Wochen und 1 Tag (=595 Tage): Moorea, Französisch-Polynesien

26° – bewölkt und regnerisch (das erste mal seit 2 Wochen 😉 )

Das Leben in der Südsee…

Ziemlich genau vier Wochen bin ich nun in der Südsee und so ganz langsam, gaaaaaanz langsam kann ich durch meine Zuckerguss bestreute Regenbogen Welt blicken. Es ist toll. Es ist so toll, dass ich es nicht glauben kann. Ich bin in einer Wattewelt und bin so ganz für mich hier. Jenny in ihrem gelebten Südsee Traum. Aber so langsam komme ich wieder in der Realität an ;-).

Moorea

Gut, wo fange ich an? Vielleicht damit wo ich mich gerade befinde? Französisch-Polynesien, 5 Flugstunden entfernt von Auckland und knapp 6 Flugstunden von Hawaii. Die größte Insel hier heißt Tahiti und die bekannteste ist wohl Bora Bora.

Ich befinde mich auf Moorea, der zweit größten Insel direkt neben Tahiti. Und die meisten sagen, dass Moorea die schönste der Inseln hier ist. Auch wenn ich die anderen Inseln nicht wirklich gesehen habe, kann ich dem nur zustimmen. Einen schöneren Ort kann es nicht geben… 🙂 133km2 und knapp 17.000 Einwohner, hauptsächlich Polynesier, aber auch viele Franzosen, die hier her gezogen sind. Hauptsprache ist auch französisch. Währung ist der Zentral Pazifische Franc (1€ = 120CFP).

Die Landschaft kann ich nicht beschreiben… Da können nur die Bilder es ansatzweise zeigen:

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Ich vergesse hier übrigens immer Bilder zu machen, weil ich einfach nur fasziniert bin. Das kristall klare blaue Wasser, daneben die tollen grünen Berge, überall die Blütenpracht, dazu der Duft der Blumen und überall läuft Polynesische Reggea Musik. WOW!

Arbeit

Jaaaa, meine Arbeit… Wenn man das als Arbeit bezeichnen kann ;-). Für 14 Std. Arbeit die Woche bekomme ich hier die Unterkunft umsonst. Ich leben zusammen mit einer französischen Familie, Helen und Hubert plus die zwei Mädels Moana (5) und Olina (3), die in ihrem Haus mind. zwei Volontäre haben plus zwei Air BnB Zimmer und wer sonst noch gerade einen Platz zum schlafen braucht. Also hier ist eigentlich immer was los und zusätzlich befindet sich im Haus noch ein Kindergarten. Also so ziemlich genau 10 Schritte von meinem Zimmer entfernt :D. Und da hier alles offen ist und es nicht wirklich geschlossene Räume gibt wird man dann normalerweise morgens um 7.00 Uhr liebevoll von Kindergeschrei geweckt… Heute sogar schon um 06.30 Uhr. Aber das ist okay, da der Tag hier eh durch die Sonne bestimmt wird und da diese um 18.00 Uhr untergeht, liege ich eh meistens um 22.00 Uhr im Bett. Und ich habe eine so unfassbare Tiefenentspannung, dass mich eh (fast) gar nichts stört.

Die Arbeit besteht darin im Kindergarten zu helfen. Es wird so aufgeteilt, dass wir 3 Tage arbeiten und die restlichen Tage frei haben. LUXUS… Wir helfen der Kindergärtnerin Vaihi beim Mittagessen, aufräumen und Babys durch die Gegend schaukeln. Vaihi ist inzwischen eine richtig gute Freundin geworden und daher besteht das „Arbeiten“ eh nur aus quatschen und nebenbei wird halt Mittagessen gekocht. Übrigens nichts außergewöhnliches, hier gibt es ganz normale französische Supermärkte und ganz normales Essen (Spaghetti Bollo und co).

Wir haben zwischen 5 und 12 Kids hier und der jüngste ist glaube ich 6 Monate und der älteste 7 Jahre alt. Action ist vorprogrammiert ;-). Zu Beginn hatte ich ja Sorge, dass ich nach so viel Ruhe und Zeit für mich völlig überfordert und genervt bin von dem ewigen Geschreie, aber nein ganz im Gegenteil. Die Kids sind super und es macht echt Spaß. Die Verständigung ist etwas schwierig, da mein französisch nach wie vor nicht flüssig ist, aber das ist okay. Haha, aber trotzdem bin ich immer froh, wenn sie dann nachmittags wieder abgeholt werden und ich meine freie Zeit genießen kann ;-).

Freizeit

Ja, wie genießt man denn hier die freie Zeit… Puhhhhh schwierig :D. Am Strand rumhängen zum Beispiel, Kaffee trinken, Baguette essen, wandern gehen, Boot fahren, quatschen, fischen, lesen. Hier herrscht absolute Island Time und es passiert alles ganz entspannt und gemütlich. Durch die Arbeit hier habe ich einige Einheimische kennen gelernt und irgendwie ist immer was los. Gestern sind wir zum Beispiel mit den Mädels in eins der Luxus Hotels zum Cocktails trinken gegangen. Und zur Erheiterung durfte ich dann noch für die Touris mit einem der Einheimischen tanzen, der mich einfach auf die Tanzfläche gezogen hat. Zum Glück hatte niemand von den Mädels eine Kamera griffbereit :D.

Hier gibt es tolle Wanderstrecken und ich habe schon zwei drei Hikes gemacht, aber heilige Scheiße, in der Tropenhitze hier läuft der Schweiß echt literweise. Letzte Woche habe ich Stand-up Paddling ausprobiert was echt mega viel Spaß macht.

Dann hatte ich das Glück über das Trampen (die gängige Art von A nach B zu kommen, wenn man kein eigenes Gefährt hat) einen Einheimischen kennen zu lernen. Stanley. Er hat mich und eine meiner Kolleginnen zu seinem Geburtstag eingeladen. Tja und plötzlich sassen wir zwischen 20 Polynesiern mit Ukulele und durften den traumhaften polynesischen Klängen lauschen. Oh man, das war so surreal… Unter der Palme, am Wasser und dann diese wunderschönen Stimmen und Lieder. Da waren die Glückstränchen mal wieder vorprogrammiert. Stanley hat mich dann die Tage noch auf seinem Roller einmal um die komplette Insel kutschiert und zum abkühlen sind wir dann noch mit seinem Boot raus auf die Lagune gefahren.

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Kurz vorher hatten wir noch seinen Cousin getroffen, der gerade vom fischen kam. Also haben wir einen Sack frisch gefangenen Fisch bekommen und sind bewaffnet mit Messer und Gabel raus auf die Lagune und haben dort erstmal den Fisch entschuppt und ausgenommen. Ich habe Stanley gefragt warum wir dazu raus fahren und er hat mich völlig verdattert angeschaut und meinte nur „na weil wir klares und sauberes Wasser brauchen“. Haha, sorry mein Fehler… Wie konnte ich vergessen, dass hier das klare und saubere Wasser draußen im Ozean ist und nicht in der heimischen Küche. Nun ja und damit habe ich dann meinen ersten Fisch entschuppt, ausgenommen, zubereitet und natürlich gegessen. Es war ein Parrot Fisch, den ich vor ein paar Tagen noch beim Schnorcheln bewundert habe. Abgefahrene Erfahrung!

Das schnorcheln geht hier nämlich auch wunderbar. Direkt vom Strand aus und man hat die absolute Vielfalt. Wahnsinn! Kunterbunt und abwechslungsreich! Es gibt auch einen Ort wo man mit Reef sharks und Rochen (linkes Foto zwischen meinen Füßen und der Muschel ist ein Rochen) schnorcheln kann. Es ist wie eine andere Welt.

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Und ich habe mir fest vorgenommen hier auch noch tauchen zu gehen. Nächste Woche werde ich dann endlich mal wieder mein Logbuch erweitern.

Aber zur Zeit ist Wasser und Sonnen Verbot, denn…. Ich habe mich tatöwieren lassen :). Seit 1,5 Tagen wird mein Fuss durch eine Schildkröte und die Tiare geziert. Die Schildkröte steht in der polynesischen Kultur für: Aufbruch, Entdecken, Reisen, Familie, Fürsorge, Langlebigkeit, Ruhe und Schutz. Die Taire ist die Nationalblume und steht für Anmut, Freundlichkeit und Schönheit und wird ganz klassisch hinter dem Ohr getragen. Das Öl der Tiare Blume wird viel für Pflege Produkte und Parfüm verwendet. Foto folgt, aber hier habt ihr die klassische Blüte:

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Das Tattoo Studio ist wohl sehr bekannt und berühmt und die meisten Einheimischen fahren dorthin um sich tatöwieren zu lassen. Das Studio ist an meinem absoluten Lieblingsort auf Moorea, der Cooks Bay (oben das große Bild mit dem Boot) und ich habe mich zusammen mit Vaihi tatöwieren lassen. Eine Erinnerung für die Ewigkeit.

Unser Tätowierer – Herbert :D. Ja es ist kein Scherz. Der gute Mann heißt Herbert, hat sein halbes Gesicht tätowiert, sieht aus wie ein Polynesier ist aber Österreicher…

So sieht es aus… Ich bin glücklich, sehr glücklich. Ich wusste es wird toll in der Südsee. Ich wusste es wird außergewöhnlich! Aber das tatsächliche Leben hier übertrifft meine Erwartungen. Gerade dadurch, dass ich so viele Einheimische kennen gelernt habe und dadurch auch das wirklich wahre Leben hier kennen lernen darf. Die Luxus Hotels sind der WAHNSINN (Ich gebe mich manchmal als Gast aus um einen Tag da rumzuhängen – aber Pssssst. 😉 ) Aber ich würde jederzeit einen Abend bei Vaihi oder Stanley auf der Terrasse vorziehen und ein selbst gemachtes „Poisson Cru“ essen. Das ist die National Speise – roher Fisch mit Kokussmilch und mir danach eine Passionsfrucht oder Mango vom Baum pflücken.

Also falls jemand plant her zu kommen, dann sucht euch eine AirBnB Wohnung um das wahre Leben kennen zu lernen. Tausend mal luxuriöser als die großen Hotels, die Gastfreundlichkeit der Menschen ist unglaublich. Moorea wird auch als Insel der Liebe bezeichnet und das spürt man immer und überall ❤ ❤ <3.

Die Südsee… Nicht ohne Grund ein Sehnsuchtsort und Inbegriff vom Paradies! Und diesen Südsee Traum kann ich noch weitere 3,5 Woche leben 🙂 🙂 :).

Von Muskelkater, Spinnen und gutem Wein

1 Jahr, 6 Monate (=550 Tage): Okaihau, Neuseeland

10° – 18° – von Frühlingshaft bis Winterlich

Farmleben

1,5 Jahre – woop woop ich sollte den Sekt noch schnell kalt stellen, damit ich diese Jubiläum heute auch gebührend feiern kann :-).

Ich befinde mich derzeit im berühmten „mitten im Nirgendwo“ im Northland. Der Ort heißt offiziell Okaihau, aber ich habe noch nicht heraus gefunden wo dieser „Ort“ denn eigentlich ist. Denn irgendwie gibt es hier nur Wiesen, Wälder und ab und zu eine Farm. Der nächst gelegene Ort (wo man auch einkaufen und tanken kann) ist Kerikeri und man braucht ca. eine halbe Stunde bis dort hin.

Seit meinem letzten Bericht bin ich noch weiter Richtung Norden gefahren und habe ein paar Tage auf einer „Farm“ verbracht. Es ist eine Rinderfarm, die sich in den letzten Jahren aber auf Backpacker und Reisende spezialisiert hat, die Interesse an einer echten neuseeländischen Farm Erfahrung haben. „Urlaub auf dem Bauernhof“ könnte man es nennen, nur dass das in Neuseeland bedeutet – Schießen lernen, Fischen gehen, Motorkross fahren und lernen wie man alte Autos repariert. Alles was man halt so braucht, wenn man in Neuseeland auf ner Farm lebt. 😉

Als ich dort ankam war der Besitzer gerade auf dem Weg zum Schweinestall und hat mich gefragt, ob ich mit will. Äh klar warum denn nicht? Gedanklich war ich zwar noch irgendwie im Stadtleben, aber das macht ja nichts. Glücklicherweise habe ich aber noch schnell meine Flip Flops gegen meine festen Schuhe getauscht, denn man weiß ja nie wo man so landet. Also hopps in den alten Wagen, die Volontäre, Hunde, Gewehre und was man sonst noch so gebrauchen kann, wenn man zu den Schweinen fährt, wurden auf die Ladefläche gepackt und dann sind wir mal kurz zur „dicken Amy“, „Naomi Campell“, „Franky 2.0“ und co gefahren.

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Auf dem Weg dahin mussten wir noch kurz bei den Kälbern halten, da eins nach der Geburt nicht aufstehen wollte. Der Besitzer hat es kurz untersucht und nicht lange gefackelt, das Gewehr raus geholt und uns erklärt welche Stelle am Kopf am besten ist um ein Tier zu erschießen. Oh man, das irgendwie ganz schön faszinierend und traurig zugleich.

Nun ja und dann stehe ich da, knöcheltief im Dreck, gucke zu wie das tote Kalb in die Traktor Schaufel gepackt wurde und war gefühlt gedanklich noch das Stadtkind. Aber so schnell kann es gehen :-). Den einen Tag bist du noch in deinem Bürojob und ein paar Tage später bist du das Farm Mädchen und lebst auf nem Bauernhof. Ach ich mag es einfach so gerne, wenn Leben einfach so passiert. Ich habe die Tage auf der „Farm“ viel relaxt, mit dem Hausschwein geschmust und mich ganz dem wuseligen Leben da hingegeben.

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Als nächsten Stopp bin ich nach Paihia gefahren wo ich ja schon einige Tage aufgrund meines vorherigen Jobs verbracht habe. Es war wie nach Hause kommen :-). Und der Sommer hat sich angekündigt und ich konnte das erste Mal wieder in T-Shirt und kurzer Hose rum laufen. Yippppieh – liebe Sonne ich habe dich sehr vermisst. Einen Nachmittag bin ich nach Russell rüber gefahren und habe mich mit Fabian getroffen. Fabi, der eine zeitlang in Bielefeld gewohnt hat, lebt seit vielen vielen Jahren in Russell und ich hatte ihn 2004 nach meinem Australien Aufenthalt besucht. 12 Jahre später haben wir uns wieder gesehen, Pizza gebacken und zusammen mit seiner Frau und seinen Zwillingen einen klassischen Sonntag-Familien-Filme Abend verbracht :-). Herrlich!

Und die nächste Station war dann auch schon meine Volontärs Stelle im Puketi Forest. Wie gesagt, das berühmte „mitten im Nirgendwo“. Seit 2,5 Wochen bin ich nun Gast bei Barb und Ian und lebe und arbeite hier. Wobei heute mein letzter Tag war…

Die beiden haben eine Kuh-Farm, machen Wander Touren im Puketi Forest und haben ein kleines Eventcenter für Hochzeiten, Konferenzen, etc. Zur Zeit ist noch Vorsaison – das heißt die Anlage muss für die Touristen und Gäste auf Vordermann gebracht werden. Und dabei habe ich tatkräftig unterstützt. Gartenarbeit, Streichen, Lackieren, alles was so anfällt. Für ca. 5 Std Arbeit pro Tag gibt es Unterkunft und Verpflegung, in diesem Fall bedeutet das eine 2 Zimmer Wohnung für mich alleine und jeden Abend super leckeres Essen und hochwertigen Wein. Die beiden sind nämlich Weinkenner und daher habe ich das ein oder andere edle Tröpfchen bekommen :-). Da Barb es liebt Wäsche zu machen musste ich mir auch darum keine Gedanken machen. Hach, das ist schon ein Luxus, wenn man sich an den fertig gedeckten Tisch setzten kann und seine frisch gewaschene Wäsche in die Hand gedrückt bekommt.

Nun ja und dafür habe ich mich auch ordentlich ins Zeug gelegt. Oh man…. Mein kompletter Körper ist ein einziges Schlachtfeld :D. Ich habe überall Kratzer, blaue Flecken und mir tut jeden Tag ein anderer Muskel weh. Und soll ich euch was sagen? Ich finds geil! Körperliche Arbeit hat mir wahnsinnig gefehlt. Es ist so ein gutes Gefühl, wenn man den ganzen Tag (oder einige Stunden) gearbeitet hat und man es körperlich merkt. Ach und wenn man duscht und zu Beginn das dreckige Wasser sieht, dann macht mich das schon irgendwie glücklich. Haha, ich bin halt ein kleines Dreckskind. Ich bin mal gespannt wann ich es dann endlich schaffe meine Fingernägel wieder sauber zu bekommen und wann meine Arme wieder Kratzer frei sind. Und auch an die unzähligen Spinnen habe ich mich sogar so gewöhnt, dass es mich heute (fast) nicht gestört hat, dass mir eine übers Gesicht gekrabbelt ist.

Dieses Volonteering ist einfach eine so schöne Sache. Ich habe einige neue Talente an mir entdeckt und bin für eine kurze Zeit in das Leben einer neuseeländischen Familie rein gerutscht – mit allen Vor- und Nachteilen :D. Barb ist nämlich eine unheimlich liebevolle Person, aber kann im nächsten Moment die größte Furie sein. Manchmal war ich sehr neidisch auf Ian’s Hörgeräte, die er wahrscheinlich nicht nur einmal mit Vorsatz ausgeschaltet hat. Naja, ich habe dann meine Ohrstöpsel rein gemacht und fröhlich zu Elton John, Cro und was sonst noch so auf meinem Ipod zu finden ist gesungen. Spätestens da hat sich Barb wahrscheinlich auch ein Hörgerät zum ausschalten gewünscht ;-). Aber insgesamt haben wir drei uns eine super schöne Zeit gemacht und ich habe mich wunderbar ins Familienleben eingefügt.

Tja und wer hätte gedacht, dass ich ein Talent im „Bäume fällen“ habe?! 😀 Ich nicht! Gartenarbeit hat mir schon immer Spaß gemacht, was bei meiner Familie ja irgendwie kein Wunder ist ;-), aber das dieses Äste absägen und Bäume fällen (also wir sprechen von kleinen Bäumchen) mir soviel Spaß macht hätte ich niemals gedacht. Den ganzen Tag in Gummistiefeln rumlaufen, mit den Kühen quatschen und im Dreck spielen – das Paradies auf Erden für mich :-). Ich glaube ich bin die geborene Bäuerin.

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Eine kleine Anekdote von gestern Abend – Ian lag auf dem Sofa in seinem Bademantel und hat mit einem Freund telefoniert. Es muss ein ziemlich guter Freund gewesen sein, da es sich sehr vertraut und entspannt angehört hat. Ich habe ihn irgendwann nur in einer fast wehmütigen Stimme sagen hören „ach ja, jetzt sind die Jungs schon 7 Monate und sind schon so groß geworden. Oh man, wie die Zeit vergeht…“ Und da dachte ich nur, hä die haben doch noch gar keine Enkel… Und schon mal gar keine Zwillinge oder von welchen Jungs redet er. Nun ja, es hat einen Moment gedauert bis ich geschnallt habe, dass er von seinen Kühen spricht. Haha, oh man das war ja sooooo goldig, da hat es dann auch keinen Unterschied mehr gemacht, dass er mit seinem fliederfarbenen Plüsch Morgen Mantel auf dem Sofa liegt. Tja hier auf dem Land zählen halt nur die wirklich wichtigen Dinge.

Morgen geht es dann wieder auf die Straße, auch diesmal wieder ohne großartigen Pläne. Ich lasse mich mal einfach vom Wind treiben und gucke was so passiert. Einige Tage werde ich noch hier oben im Northland verbringen bevor es dann für eine paar Tage noch mal nach Auckland geht.. Und am 14.10. wartet dann die Süüüüüüüdseeee auf mich.

Das soweit als Update von mir und jetzt hoch die Tassen auf 1,5 traumhafte Jahre <3.

On the road again

1 Jahr, 5 Monate, 1 Woche und 3 Tage (=529 Tage): Whangarei, Neuseeland

7° – abends und so 16° tagsüber

Mein neues altes Leben auf der Straße

Das erste Mal seit langer langer Zeit schreibe ich euch nicht aus Auckland, sondern aus der Northland „Hauptstadt“ Whangarei. Das wird auch vorerst die letzte Stadt sein in der ich mich befinde, da alles weitere im Norden sehr weit von dem Begriff „Stadt“ entfernt ist. Wobei man auch bei Whangarei nur über den Namen Stadt schmunzeln kann, aber 55.000 Einwohner sind hier nun mal verhältnismäßig viele Einwohner, eine Metropole sozusagen ;).

Seit Sonntag Nachmittag bin ich nun wieder auf der Straße und kann mein Glück noch nicht ganz fassen! Turtle, Karl und ich auf einem Roadtrip – das ist so wundervoll. Mein Auto hat noch mal das komplette Verwöhnprogramm bekommen, damit ich auch ein sicherer Zuhause habe. Ich habe zwar keine Ahnung was alles genau gemacht wurde beim Mechaniker, da mir weder die Übersetzung noch die Bilder geholfen haben, aber ich habe brav bezahlt und gehe davon aus, dass alles gut ist. 🙂 Und wenn nicht werden wir auch dafür eine Lösung finden. Zudem habe ich mir noch ein paar Sachen gegönnt um mein fahrbares Zuhause noch gemütlicher zu machen als es schon war und freue mich morgens schon darauf abends wieder in mein gemütliches Bettchen zu krabbeln.

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Die letzten Tage in Auckland waren dann emotional gesehen erstaunlich entspannt. Ich dachte eigentlich, dass ich nach 10 Monaten vielleicht doch ein wenig Abschiedsschmerz haben werde oder aufgeregt sein werde, ob denn auch wirklich alles klappt. Aber nein, nicht wirklich… Klar hat man schon seine wehmütigen Momente und denkt schon drüber nach wie die kommenden Wochen so werden, aber das ganze mit einer unheimlichen Ruhe und Gelassenheit. „Et hät noch immer joot jejange“. Vielleicht ist es einfach die Gewohnheit inzwischen oder einfach die Tatsache, dass ich einfach zu 100% wusste, dass es die richtige Entscheidung ist.

Als ich am Sonntag Nachmittag los gefahren bin wusste ich noch nicht wo ich nachts schlafen werde und das war schon ein verdammt cooles Gefühl. Ich bin dann an einem hübschen Ort gelandet wo noch 4 andere Backpacker waren mit denen ich erst mal nett gequatscht habe. Da habe ich dann erst mal gemerkt wie sehr ich das klassische Reisen vermisst habe. Jeder hat so seine Stories zu erzählen, eigentlich kennt man sich nicht, aber ist schon nach wenigen Minuten unheimlich vertraut miteinander.

Ja, aber eine Sache ich ja jetzt anders… Ich bin ja jetzt quasi Teilzeit-Reisende :D, denn ich arbeite ja nun deutlich mehr als ich es vorher beim Reisen getan habe. Und gerade hier oben im abgelegenen Northland bedeutet das „Wifi-Jagd“. Die Unterkünfte werden nach Internet Zugang ausgewählt und gestern bin ich mit meinem Handy durch Whangarei gelaufen um ein Cafe mit guten Wifi zu finden. Nun ja… Es ist dann kein Cafe geworden, aber auf McDonalds ist Verlass. Also habe ich gestern einen halben Tag im McD gesessen in meiner kleinen Ecke und habe gearbeitet, schön in Jogginghose und Schlumpfpulli – ganz wie es sich gehört. Haha! Und weil mein Campingplatz auf dem ich gestern Abend angekommen bin so unfassbar gutes Internet hatte, bin ich mal spontan eine weitere Nacht geblieben und habe eigentlich den ganzen Tag gearbeitet. Unter anderem hier:

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Das schöne an dieser Selbstständigkeit (in Neuseeland) ist, dass man den morgen an Orten wie diesem hier verbringen kann:

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Und in der Mittagspause legt man sich mal kurz ins Bett für ein wohlverdientes Mittagsschläfchen ;-). Wobei das bei mir wohl eher ein Nachmittagsschläfchen war…

Naja und da werde ich mich jetzt auch gleich mal hinbegeben, also ins Bett. Auf so nem Campingplatz fängt der Tag ja doch früher an und um 21.00 liegen dann alle schon im Bett ;D. Ich komme mir gerade wie ein kleiner Exot vor, da ich um viertel vor neun noch im Gemeinschaftsraum sitze. Aber es war heute ganz spannend zu sehen, dass so ein neuseeländischer Campingplatz einem deutschen Campingplatz doch sehr ähnelt. Heute Mittag kam dann „Peter Meier“ oder vielleicht auch „Hans Schmidt“ in seinem weißen Schießer Feinripp und musste erst mal ganz penibel den Rasen mähen. Ich glaube der einzige Unterschied ist, dass er das zwischen 13.00 und 14.00 gemacht hat, was in Deutschland ja die heilige Mittagsruhe gestört hätte ;-).

Wie ihr seht soviel Neues gibt es gar nicht zu berichten, aber es ist ja auch erst der zweite Tag back on the road und ich bin mir sicher, dass ich schon bald wieder die ein oder andere Story für euch habe. Ich bin einfach nur unendlich froh, dass ich die Möglichkeit habe, dieses Leben zu leben. Dat ist schon was feines und ich freue mich wahnsinnig auf die nächsten Tage, Wochen, Monate und was da sonst noch so kommt… 🙂

Offiziell offizielles

1 Jahr, 4 Monate, 2 Wochen und 3 Tage (=505 Tage): Auckland, Neuseeland

13° – Frühlingsgefühle

Meine Tage in Auckland sind gezählt und es nimmt alles Formen an.

Sooooooo, es ist offiziell 🙂 🙂 🙂 : Ich habe zum 02.09.16 gekündigt und fliege am 14.10.16 nach Tahitiiiiiii. Und nur der Gedanke an mein Flugticket lässt mich breit grinsen. Oh man es ist schon ein bisschen verrückt, aber es fühlt sich so verdammt gut und richtig an.

Die Kündigung habe ich dann doch schneller ausgesprochen als eigentlich gedacht. Aus dem einfachen Grund – ich habe es nicht mehr ausgehalten. Dieser Job hat mich so überhaupt nicht glücklich gemacht, ganz im Gegenteil, es hat sich sogar auf meine Stimmung ausgewirkt. Ich war irgendwie wie gefangen und hatte meine Energie verloren. Es gibt nichts was wirklich schlimm war (bzw. ist) aber dieses den ganzen Tag im Büro sitzen nur mit den Kollegen und den ganzen Tag die selbe (stupide) Arbeit erledigen…?!?! Neee, nichts für mich. Zudem habe ich relativ viel für Melchior zu tun und mein doch eigentlich sehr hohes Energielevel war bis aufs äußerste ausgereizt. Also wusste ich, ich muss wohl was ändern und eine Entscheidung fällen. Tja und mit der ausgesprochenen Kündigung sind die Geröllsteine gerollt. Haha, aber sowas von, als hätte jemand diesen grauen Mantel, den ich mir angezogen hatte, von mir gerrissen und verbrannt hätte. Freiheiiiit!

Ich muss sagen, dass ich selbst echt überrascht war. Ich wusste schon länger, dass es nicht das richtige für mich ist und ich wusste, dass ich was ändern muss. Aber diese blöde blöde Komfortzone, die ich mir hier ja auch irgendwie aufgebaut habe, hat mich davon abgehalten das zu tun was mir gut tut.  Es ist wirklich überraschend für mich zu sehen wie schnell man sich da wieder von einfangen lässt und Entscheidungen, die dringend getroffen werden müssen so lange heraus zögert. In meinem Fall hat mir mein Körper ganz deutlich gezeigt, dass es mehr als überfällig war sich wieder auf was neues einzustellen. Aber zum Glück habe ich ja ganz wundervolle Menschen um mich herum (also nicht unbedingt physisch, aber psychisch), die mich dann auch wieder auf den richtigen Weg bringen. ❤

Also Entscheidung getroffen zum nächstmöglichen Zeitpunktzu kündigen und dann die Karten wieder neu mischen. Und es fühlt sich sooooo unendlich gut an! Bei vielen Dingen bin ich mir noch nicht sicher, wie es funktionieren wird, aber das ist egal. Irgendwie wird sich schon eine Lösung für alles finden. Es ist tausendmal besser als in seinem eigenen kleinen Komfortzonen Gefängnis zu sitzen. Ich muss sagen ich bin fast so aufgeregt wie damals als ich noch in Deutschland war. Und es ist eine so tolle Aufregung :-). Aber wie gesagt, ich bin wirklich überrascht, dass es mir dann doch so schwer gefallen ist, obwohl ich es ja wusste, dass es sich gut anfühlen wird. Also hier der Appell an alle, die eine Entscheidung heraus zögern: Macht es! Die meisten Gedanken und Sorgen lösen sich nach getaner Entscheidung von ganz alleine! Wenn nicht gebe ich euch ein Bier aus, oder ein Mango Shake oder so :-).

Also ich werden Anfang September Auckland verlassen um dann gen Norden zu fahren. Dort habe ich zwar schon viel Zeit verbracht, aber noch nicht genug. Heute morgen habe ich die Zusage für eine Volonteering Stelle bekommen, bei denen ich dann ab Mitte September helfen werde. Das ist eine Anlage, die Adventure Touren anbieten, aber ihre Location auch für Hochzeiten vermieten. Irgendwie finde ich, dass das ein guter Ort für mich ist und ich glaube die fanden auch, dass ich sie mit meiner Erfahrung gut unterstützen kann. 🙂

Übrigens hat mich auch hier mein Karma wieder unfassbar gut unterstützt. Ich hatte die vor ein paar Tagen angeschrieben und sie hatten mir eine Absage gegeben, da sie erst im Oktober wieder öffnen. Ich dachte schade, das wäre echt ein toller Ort um da für ein paar Stunden pro Tag zu helfen, aber gut kann man nicht ändern und es wartet ja eine tolle Stelle auf mich auf Tahiti. Irgendwie hat mich dieser Ort, aber nicht los gelassen und deshalb habe ich gestern einfach eine Nachricht geschrieben, dass es schade ist, dass sie erst ab Oktober wieder eröffnen und dass ich ihnen eine gute und tolle Saison wünsche. Mehr nicht… Tja und heute morgen schrieb sie zurück, dass sie wohl doch Unterstützung im September benötigen und sich sehr freuen würden, wenn ich ab dem 12.09. da sein könnte. So abgefahren, so cool. Vertrauen in sich selbst und in den eigenen Weg und schon passieren ganz wundervolle Dinge. Ich werde ganz häufig gefragt, wieso sich bei mir immer alles so fügt und alles so einfach aussieht. Ich kann es euch nicht sagen, aber ich bin mir sicher, dass es daran liegt, dass ich einfach darauf vertraue, dass was gutes passiert und dass, wenn es sich nicht gut anfühlt ich Entscheidungen treffe und einen neuen Weg einschlage. Also noch ein letzter philosophisch esoterischer was auch immer Ratschlag für heute: Vertrauen und machen – damit kann man schon unheimlich viel erreichen :). So viel dazu!

Bevor ich dann zu den „Puketi adventure“ Menschen fahre werde ich wohl noch mal bei der Kiwi Familie meines Bruders vorbei fahren. Kiwi Familie meines Bruders?!?!?! 🙂 Um das kurz zu erklären… Mein Bruder Lukas und seine Freundin Kathi waren vor 3 Jahren in Neuseeland und haben einige Wochen / Monate bei einer Neuseeländerin gelebt. Das kam auch über eine Volonteering Stelle und da sie sich so gut verstanden haben ist es mehr zu einer Freundschaft / Familien Ersatz Beziehung geworden. Chris hat zwei Söhne und Lukas und Kathi haben viel Zeit mit ihnen verbracht. Da sie auch in der Nähe von Auckland leben habe ich es dann letzte Woche endlich mal geschafft bei Chris vorbei zu fahren und sie und einen ihrer Söhne kennen zu lernen (der andere ist gerade mit der Hockey National Mannschaft in Rio). Was für eine verrückte Situation sag ich euch. Da kommt man in ein fremdes Haus und lernt Menschen kennen, die deinem Bruder unheimlich nahe stehen und man hat selbst sofort das Gefühl Teil der Familie zu sein.

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Und als ich dann das Foto der Hasen auf dem Klavier hab stehen sehen bin ich fast ein wenig wehmütig geworden. ❤ Und das abgefahrene ist, dass Chris bald für ein paar Tage in Deutschland ist und daher hoffentlich die zwei auch besuchen kann. Das wird toll! Chris ist wirklich fantastisch und ich kann so gut verstehen, das die zwei damals so lange bei ihr gelebt haben. Naja und daher auf jeden Fall werde ich dann, wenn ich mich auf den Weg ins Northland mache noch mal kurz in Orewa und Leigh Stopp machen.

Bis dahin werde ich mein Turtlechen fit machen. Wir waren letzte Woche schon beim TÜV, nächste oder übernächste Woche gibts dann noch ne Wellness Anwendung (also Öl und dieser Kram) und dann sollte mein Van wieder bereit für die Straße sein. Und dann werde ich wohl noch ein wenig ausmisten und gucken, dass mein Zeugs wieder Reisefit ist, da ich ja doch ganz schön viel Krams innerhalb der letzten Monate angesammelt habe. Eigentlich wollte ich das in den letzten Tage schon erledigt haben, aber da ist dieses Sportereignis was mich gefühlt von allem abhält. 😀 Ich kann nicht aufhören Olympia zu gucken und dank der Zeitverschiebung haben wir ja die Möglichkeit die meisten Entscheidungen live zu verfolgen. Aufregend – irgendwie habe ich immer die Stöpsel um Ohr um auf dem laufenden zu bleiben.

Ja das soweit von mir, einer glücklichen Jenny, die ihren Weg wieder gefunden hat und das neue Abenteuer kaum erwarten kann :-).

 

Wie man das mit diesem „Planen“ genau nicht macht…

1 Jahr, 3 Monate und 3 Wochen: Auckland, Neuseeland

12° – Arschkalt

Der Grund warum ich doch eigentlich keine Pläne mache…

Immer wenn ich gefragt werde wie lange ich schon unterwegs bin will ich sagen „Fast 2 Jahre“ weil es sich einfach so ewig lang anfühlt. Und dann bin ich jedes Mal überrascht, wenn ich realisiere, dass es noch nicht mal 1,5 Jahre sind. Gefühlt ist es doch sooooooo viel länger.

Naja, aber erst einmal kommt hier das versprochene Foto von unserer Superheroparty. 😉 Das sind meine Kollegen:

Superheros

Puhhhh wo fange ich an… Mal so im Schnelldurchlauf: Meine Wohnung ist fantastisch! Ich lebe hier zusammen mit einer Irin, die seit 7 Jahren in Neuseeland lebt und vorher lange Zeit in Italien gelebt hat. Sue und ich kommen echt wunderbar miteinander aus und ich genieße es meine eigenen vier Wände zu haben und die restlichen Räumlichkeiten nur mit einer Person teilen zu müssen. Zur Zeit ist Sue auf Europa Urlaub für vier Wochen, was bedeutet, dass ich alleine bin. Und soll ich euch was sagen, ich glaube ich habe noch nie alleine vier Wochen in einer Wohnung gelebt. Haha das ist schon verrückt, aber ich komme ganz gut damit zurecht ;-).

Was habe ich die letzten Wochen und Monate so gemacht… mmmmh, ich spiele zwei mal die Woche Volleyball was verdammt geil ist. Ich hatte total vergessen wie viel Spaß mir das macht. Und vor lauter Freude daran habe ich mir mega geile Schuhe gekauft: Schuhe

Andere Frauen freuen sich über ihre Stilettos und co und ich kann mich auch Wochen später noch über meine neuen Asics freuen :-). Und durch das Volleyball Spielen kann ich einen weiteren Punkt auf meiner Liste „Dinge, die man in seinem Leben mal erlebt haben sollte“ streichen. Ich wurde gescoutet :D. Also ich spiele in der Social League  wo eine bunt gemischte Truppe auf einem überraschend guten Niveau zusammen spielt. Einen Abend kam die Trainerin von der Damenmannschaft des Vereins und hat so ein bisschen zugeguckt. Irgendwann kam sie zu mir aufs Feld, hat mich voll gequatscht und mich gefragt, ob ich nicht für den Verein wettkampfmäßig spielen will. Haha, da habe ich erst mal blöd geguckt, weil ich erst nicht verstanden habe wer sie ist und was sie von mir will. Und im Nachhinein habe ich mich ziemlich gefreut. (auch wenn ich da nicht spielen werde, da es zu teuer und zuviel wäre. Meine Social Leauge will ich nicht aufgeben und für beides habe ich keine Zeit). Aber man muss auch dazu sagen, dass das Volleyball Niveau hier in Neuseeland nicht allzu hoch ist, da die meisten Netball oder Rugby spielen. Aber trotzdem habe ich mich mal kurz wie Mila Superstar gefühlt.

Wo ich von Rugby schreibe… Habe ich von meinem All Blacks Erlebnis erzählt? Ich glaube nicht. Ein weiterer Punkt auf der Liste „Dinge die man erlebt haben sollte (wenn man in NZ lebt) ist ein All Blacks Spiel live sehen. Matthis und seine Kiwi Picking Crew sind nach Auckland gekommen und wir haben beim ersten Rugby Spiel der Saison mitgefiebert. Saugeil kann ich euch nur sagen!

All Blacks

Und ja, auch ich habe die Fußball EM verfolgt. Glücklicherweise waren die Deutschland Spiele (bis auf das gegen Polen) alle um 21.00 Uhr was hier 7.00 Uhr morgens war. Unter der Woche habe ich dann die erste Halbzeit im Bett mit Kaffee geguckt und die zweite Hälfte im Büro. Und für die letzten beiden Spiele bin ich extra früh aufgestanden um in den Pub zu fahren und dort mit doch überraschend vielen anderen Fußball Fans die Spiele zu gucken.

Jaaaaaa und ansonsten? Hier ist es kalt! Arschkalt. Die Temperatur Anzeige sagt zwar irgendwas über 10°, aber das ist gelogen. Es ist kalt! Mega kalt! Ich trage Strumpfhose, Merino Unterhemden, Longsleeve, Strickjacke und meine Fleecejacke – im Büro. Und friere… Irgendwie scheint es an mir zu liegen, da meine Kolleginnen in T-Shirt und Rock rumrennen. Ganz komisch…

Naja und weil ich immer so friere habe ich letztes Wochenende beim Frühstück einfach mal geguckt wo es warm ist. Also alles was hier so in der Gegend ist. Fidschi, Samoa und so. Meine Chefin hatte die Tage mal gefragt wie und wann wir Urlaub machen wollen. Naja und dann habe ich mal angefangen zu schauen und mir Gedanken zu machen. Und dann dachte ich, ach eine Woche Urlaub ist ja auch blöd, lohnt sich ja nicht wirklich. Und dann habe ich mich gefragt was ich so machen könnte um da länger zu bleiben. Joar, dann habe ich mal bei Workaway geschaut (die Seite wo man die Volonteerstellen bekommt). Naja und die hatten auch ein paar Stellen in Französich-Polynesien und so. Wie soll ich sagen, dann habe ich da einfach mal eine Email hingeschrieben. Tja und dann haben die einfach mal direkt zurück geschrieben, dass wir gerne mal skypen könnten. Und dann haben wir am nächsten Tag geskypt. Und das Ergebnis von meinem Frühstück an diesem kalten Morgen iiiiiiiiist „Trommelwirbel“:

Ich fliege Mitte Oktober nach Tahiti und werde 7 Wochen in der Süüüüüüdsee leben! 😀 😀 😀 😀 😀 😀 :D. Haha, das ist einfach zuuuuu geil. Ich renne immer noch wie ein grinsendes Honigkuchenpferd durch die Gegend und kann es nicht glauben. Es handelt sich um eine französische Familie, die ein wenig Unterstützung Zuhause benötigt. Das heißt ich werde ca. 4 Stunden pro Tag für sie arbeiten (auf die Kids aufpassen, einkaufen, Haushalt und was sonst so anfällt) und kann dafür umsonst da leben inkl. Verpflegung. Und die restliche Zeit werde ich dann für Melchior arbeiten. Also der Job den ich über meine digitale Nomaden Community bekommen habe, der wird nämlich zukünftig mehr Unterstützung brauchen. Süüüüüüüüdseeeeee

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Also ganz genau gesagt wird es Moorea, die Nachbarinsel von Tahiti. Ich finde das ist ein guter Ort um zu arbeiten :D. Oh man es ist so verrückt verrückt verrückt – und ich freue mich so sehr! Und was lernen wir aus der Geschichte, lasst mich niemals alle beim Frühstücks-Kaffee frieren oder eben gerade doch ;-)?

Ja, aber was ist denn eigentlich mit dem anderen Job? Puh wie soll ich sagen… Der Job ist okay, die Kollegen sind nett, aber mein Leben ist einfach nicht für einen Bürojob gedacht. Es macht mich einfach nicht glücklich den ganzen Tag im Büro zu sitzen. Naja und eigentlich wusste ich ja auch, dass dieses normale Leben (also mit Büro Job und geregeltem Alltag) nichts für mich ist :D, aber ich wollte es dann doch noch mal probieren. Haha und das hat nicht geklappt. Ich gehöre auf die Straße. Seit ich diese Entscheidung getroffen habe (ähhhh also letzte Woche) kribbelt wieder alles, ich renne grinsend durch die Gegend und bin einfach nur glücklich. Verliebt ins Leben! Zu wann ich kündige, wann ich genaue fliege und so klärt sich noch. Aber gerade ist die Überlegung Mitte Oktober zu fliegen, bis Anfang Dezember, dann zurück nach Neuseeland hier noch ein paar Wochen reisen und dann im Januar nach Asien zurück. Da warten dann nämlich meine digitalen Nomaden und dann sehr wahrscheinlich auch die Maaaaaami, die es kaum erwarten kann zurück nach Asien zu kommen ;-).

Aber bis dahin sind es ja noch ein paar Wochen und Monate und man weiß nie was passiert. Eins weiß ich ziemlich sicher, Planungen funktionieren bei mir nicht!

Planänderungen 2.0

1 Jahr, 1 Monat, 3 Wochen und 6 Tage: Auckland, Neuseeland

16° – Regen, Sonne, Regen, Sonne

Die Frequenz der schnellen Plänanderungen nimmt zu…

Haha ich musste gerade herzlich über mich selbst lachen als ich das hier gelesen habe:

Gut, ich muss zugeben jetzt bin ich selbst doch auch ein kleines bisschen von mir selbst überrascht… Ich ändere meine Pläne ja schon gerne, aber Pläne die ich eigentlich gerade erst gemacht habe mehr oder weniger direkt wieder umzuschmeißen, ist auch eher selten. Aber gut zwei Pläne aus meinem letzten Beitrag haben sich nicht geändert. 1. Ich gehe nicht davon aus, dass ich 2016 auf deutschen Boden weilen werden. 2. Ich habe mir ein Auto gekauft.

Mein Beitrag von vor einem Monat. Und seitdem hat sich alles noch mindesten zwei mal komplett geändert :D. Nach ein paar sehr chaotischen und emotionalen Wochen habe ich aber so langsam wieder das Gefühl Herr der Lage zu werden. Ganz laaaangsam…

Okay ich will ich euch nicht mit Details langweilen, daher in der Kurzversion. Mitte Mai habe ich mich entschieden meinen Abschied aus Auckland zu konkretisieren. Sprich, ich habe angefangen Bewerbungen zu schreiben. Ich habe eine Interview Einladung in Queenstown auf der Südinsel für die Skisaison bekommen. Eigentlich ne ziemlich coole Sache, also habe ich mich schon mal gedanklich auf die Saison Arbeit eingestellt. Am nächsten Tag habe ich ein Mädel kennen gelernt, die hier in Auckland in einem ähnlichen Job wie ich arbeitet. Allerdings betreut sie Au Pairs und nicht Backpacker. Die Stelle hat sich verdammt spannend angehört – und erst Recht das Gehalt. Sie meinte das eine andere Au Pair Agentur ganz dringend auf der Suche nach eine deutschen Projektmanagerin wären… Und da ich ja eh im Bewerbungsflow war, habe ich da mal was hingeschickt.

Dienstag Abend von der Stelle gehört – Mittwoch Bewerbung abgeschickt – Donnerstag erstes Vorstellungsgespräch – Freitag Vormittag das zweite Gespräch mit Big Boss – Freitag Nachmittag die Zusage – Montag den Vertrag unterschrieben – Mittwoch bis Freitag (letzte Woche) zur Einarbeitung… Ich konnte bei Work N Holiday meinen Rest Urlaub nehmen, daher hatte ich die Möglichkeit zur Einarbeitung.

Naja und damit es auch ja nicht langweilig wird habe ich mir dann noch nebenbei eine Wohnung gesucht und bin am Sonntag umgezogen. 😀 Heilige Scheiße, ich kann ich sagen, meine Augenringe sind gerade sehr dunkel, aber es wird besser. Zu den ganzen Entscheidungen muss man ja dann auch noch auf alles irgendwie anstoßen und von daher leidet mein Körper nicht nur unter dem Stress sondern auch noch unter diversen Trinkgelagen…

Also habe ich meine Pläne mal kurz drei mal über den Haufen geworfen bevor ich mich dazu entschieden habe irgendwie alles so zu lassen wie ich es vorher schon hatte. Sprich in Auckland bleiben und hier in einem Büro arbeite. Aber es ist halt doch anders…

Diese Stelle ist nämlich für mindestens 12 Monate ausgeschrieben. Also sie haben ich gefragt, ob ich mir vorstellen kann mindestens 12 Monate zu bleiben. Das bedeutet ich würde eine Arbeitsgenehmigung für diese Stelle bekommen. Nun ja und obwohl das ja eigentlich nicht geplant war hat mein Bauchgefühl mir aber ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, dass dies die richtige Entscheidung ist. Aber es fühlt sich ziemlich groß und erwachsen an :D. Ich kann es irgendwie nicht anders erklären. Deshalb hat es mich glaube ich auch so überfordert. Naja gut und bei dem Timing ist es auch kein Wunder, dass ich überfordert war. Aber wie gesagt, es fühlt sich richtig an und ich freue mich wahnsinnig auf die neue Herausforderung (der Job ist etwas mehr in Richtung Recruiting und Sales) und auch darauf mir hier was aufzubauen. Ja ich bin zwar schon seit 7 Monaten hier, aber irgendwie war ich immer so halb auf dem Sprung.  Also ich war quasi jeden Tag bereit weiter zu ziehen. Und jetzt kaufe ich mir meine eigenen Möbel, festige die sozialen Kontakte, fange wieder an Volleyball zu spielen und so. Also irgendwie ein ganz normales Leben. Nur die Wochenendausflüge sehen vielleicht etwas anders als in Deutschland aus ;-).

Das ist White Island – eine Vulkan Insel im pazifischen Ozean. Die Wolke, die ihr sehen könnt ist keine gewöhnliche Wolke. Es ist der Rauch, der aus dem aktiven Vulkan aufsteigt. Verrückt oder? Aber was halt viel verrückter ist, dass man auf die Vulkan Insel drauf darf… Der absolute Knaller – ich habe mich wie auf dem Mars gefühlt, wunderschön und surreal.

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Und es stinkt… Man man, aber glücklicherweise bekommt man Gasmasken, wenn man es nicht mehr aushält ;-).

Ja das sind so die News. Ich habe jetzt noch zwei Tage in meinem alten Job und Freitag geht es in dem neuen Job los. Dort findet am Freitag direkt eine Motto Party statt. Das neue Team ist nämlich ziemlich Party und Verkleidungswütig (vielleicht hatte ich deshalb das Gefühl, dass die Stelle nach mir ruft 😉 ) und wir haben eine Superhero Party. Also werde ich an meinem ersten Arbeitstag als „She-Ra“ (He-Mans Schwester) verkleidet ins Büro gehen. Damit kann ich arbeiten 🙂 🙂 :-), ich finde das ist ein ehrwürdiger Start für mich.  Fotos folgen!

Planänderungen

1 Jahr, 3 Wochen und 4 Tage: Auckland, Neuseeland

18° – Spätsommerlich sonnig

Die Planänderungen kommen schneller als gedacht…

Gut, ich muss zugeben jetzt bin ich selbst doch auch ein kleines bisschen von mir selbst überrascht… Ich ändere meine Pläne ja schon gerne, aber Pläne die ich eigentlich gerade erst gemacht habe mehr oder weniger direkt wieder umzuschmeißen, ist auch eher selten. Aber gut zwei Pläne aus meinem letzten Beitrag haben sich nicht geändert. 1. Ich gehe nicht davon aus, dass ich 2016 auf deutschen Boden weilen werden. 2. Ich habe mir ein Auto gekauft.

I proudly present: „Turtlechen“, für Freunde auch „Dude“ und wenn er mich ärgert wird als Rufname „Turtle“ verwendet. Aber eigentlich ist er mein ❤ „Turtlechen“! <3. Für die Jungs: Toyota Estima, für die Mädchen: Grün und inkl. Schafsfell.

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Den Rufnamen durfte ich auch direkt bei meinem ersten Trip nutzen… Also wirklich bei meinem aller ersten Ausflug übers Wochenende in die Watakere Ranges. Also im Endeffekt kann Turtlechen da gar nichts für. Es war eher meine Schuld :-/. Ich wollte übers Wochenende mein Auto mal auf Campingtauglichkeit testen und bin für zwei Tage in einen National Park gefahren, der hier direkt um die Ecke ist. Als ich dort angekommen bin hat es noch ziemlich geregnet und da ich eine 4 Std. Wanderung machen wollte, habe ich noch ein wenig gewartet bis es weniger wurde. Bei leichtem Regen bin ich dann los und habe die ganze Wanderung entweder vor mich hingegrinst oder den Kopf geschüttelt. Dieses Land ist einfach so atemberaubend schön, dass ich es selbst nach 6 Monaten nicht glauben kann. Falls einer von euch den Film „Das Piano“ gesehen hat – da war ich.

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 Version 2

Zurück am Parkplatz war ich müde, glücklich und durchgeschwitzt und drei mal dürft ihr raten was passiert ist?! Mein Auto ist nicht angesprungen… Ich habe nämlich beim warten das Licht angelassen und das hat die Batterie nicht verkraftet. Ist halt nen altes Schätzchen und es sagt einem nicht, wenn der Motor aus ist, aber das Licht noch an… Aber gut, ich kenne mich ja mit diesen Situationen aus. Mitten im Nichts stehen, nicht so recht wissen wie es weiter geht, keine Menschenseele in Sicht und kein Handyempfang – natürlich nicht. Wäre ja zu einfach. Aber gut, schon nach relativ kurzer Zeit habe ich jemanden mit Überbrückungskabel finden können und schon war alles wieder gut ;-).

Nun ja, aber das mit meinen Plänen Auckland schnellst möglich zu verlassen das hat irgendwie nicht so ganz funktioniert… Woran liegt das? Okay wo fange ich an ohne, dass es wie eine Prioritäten Liste aussieht? Erst einmal habe ich ein schönes Zuhause gefunden. Da ich ja eigentlich schnellst möglich aus Auckland weg wollte bin ich in ein Hostel gezogen. Tja und dieses Hostel ist fantastisch. Es ist eher wie eine riesen große WG und ich fühle mich da sehr heimisch. Die meisten Bewohner bleiben auch einige Wochen und Monaten wodurch es sich eben noch mehr wie eine Wohngemeinschaft anfühlt. Und meine neuen französischen Freunde lieben es Kekse und Brot zu backen wodurch ich nur durch und durch profitiere ;-). Meine Kaffee trink Ecke sieht so aus:

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Also das ist ein wichtiger Grund. Ich habe ein Zuhause in Auckland und einige neue Freunde gefunden.

Dann… habe ich von meinem Chef eine Gehaltserhöhung bekommen und die Möglichkeit flexibel zu kündigen. Ist auch nicht verkehrt…

Der Winter kommt und es wird immer kälter. Hier oben in Auckland ist es gut auszuhalten, aber je weiter südlich es geht desto kälter wird es. und da ich keine Winterklamotten dabei habe bleibe ich lieber etwas nördliche als mich komplett neu einzukleiden. Wobei ne Thermostrumpfhose werde ich mir schon gönnen ;-).

Und dann habe ich gerade eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem meiner digitalen Nomaden Freunde gestartet. Das läuft ziemlich gut, macht sehr viel Spaß und es wird immer mehr. Da möchte ich mich gerade gerne drauf konzentrieren und habe auch während meines Jobs hier die Möglichkeit daran zu arbeiten. Es ist gerade seeeeeehr ruhig im Office und irgendwie wäre es echt blöd, dass nicht zu nutzen. Wenn ich jetzt losreisen würde, wüsste ich nicht in wie weit das funktionieren würde. Da ich für die Zusammenarbeit gutes Internet brauche und das ist in Neuseeland nicht überall gegeben.

Nun ja, das sind so die Hauptbeweggründe :-). Und es fühlt sich gut an. Überraschend gut.

Aber auch die kurzfristigen Pläne ändern sich :D. Ich hatte eigentlich vor das kommende Wochenende hier in Auckland zu bleiben und mit den Jungs & Mädels aus dem Hostel zu feiern. Neben mir hat nämlich noch ein anderer aus dem Hostel Geburtstag. Und Montag ist hier Feiertag wodurch ausreichend Regenerationszeit da wäre ;-). Aber…

Gestern hatte ich im Büro Besuch von einem unserer Business-Parter (für alle Neuseelandkenner – der Kiwi Experience Sales Mann) und wir haben so drüber gequatscht was  man über das lange Wochenende so machen könnte. Tja eins kommt zum anderen und jetzt fahren wir morgen zusammen nach Feierabend zum Eastcape. Ahhhhh ich freue mich wie bolle! Das Eastcape ist der östlichste Teil von Neuseeland. Es ist ziemlich abgelegen, traumhafte Landschaften, kaum andere Menschen und wenn man morgens früh genug aufsteht für den Sonnenaufgang, dann ist man der erste Mensch, der an diesem Tag die Sonne sieht. Also abgesehen von den paar Menschen auf den pazifischen Inselchen. 😉

Ja, aber jetzt ist es zu mindestens der Plan, dass ich an meinem Geburtstag an dem Leuchtturm sitze und den Sonnenaufgang mir ansehe. Ist schon ne ziemliche geile Sache. Hoffen wir mal auf gutes Wetter ;-). Und gerade versuche ich noch meine Jungs aus dem Hostel zu überreden mitzukommen und das Interesse ist definitiv da. Schauen wir gleich mal, ob sie was organisieren konnten. Ich habe in meinem Auto nämlich keinen Platz mehr, da ich nur zwei Sitze habe.

Und daher bin gerade fleißig dabei meinen kleinen Geburtstags Roadtrip zu planen und freue mich tierisch 🙂 🙂 :-). Ich mag spontane verrückte Pläne. Ich mag Roadtrips. Ich mag das Leben. Fühlt euch gedrückt!

Tabula Rasa

1 Jahr und 6 Tage: Auckland, Neuseeland

20° leicht bewölkt

Ein kurzer Reisebericht aus Thailand und wie es weiter geht

Jaaaaaaa, es lebt :D. Gesund und munter so wie eh und je und zurück auf neuseeländischen Boden. Hier kündigt sich so langsam der Herbst an und wie ich hörte kommen in Deutschland die ersten Frühlingsgefühle auf. Da ihr letztes Wochenende auf Sommerzeit umgestellt habt und wir kommende Nacht auf Winterzeit rutsche wir zeittechnisch gesehen näher aneinander ;-). Ab morgen haben wir dann anstelle von 12 Std. nur noch 10 Stunden Zeitverschiebung. Woop woop! Aber dadurch wird mein Bereich des Gehirn, der für die logische Zeitumrechnung benutzt wird auch wieder ordentlich gefordert. 12 Stunden war so schön einfach, aber ich glaube auch diese Hürde mit den 10 Stunden werde ich auch irgendwie meistern ;-).

Okay, womit fange ich an? Wie wäre es mit Thailand? Auch wenn das gefühlt schon wieder Monate her ist… Die ersten zwei Wochen meines 5 Wochen Aufenthalts habe ich in Bangkok verbracht und habe dort unter anderem an einer Konferenz / einem Meeting von meiner digitalen Nomaden Community  teilgenommen. Also diese Menschen, die alle von überall aus der Welt aus arbeiten und ihr eigenes Online Business aufbauen oder auch schon haben. Und das war einfach nur unfassbar toll und inspirierend. Da trifft man auf Menschen, die man noch nie live gesehen hat und mit denen man auch nur teilweise per Mail oder diesem Internet Kontakt hatte und hat aber trotzdem innerhalb von wenigen Minuten das Gefühl, dass man all diese Menschen schon ewig kennt. Es ist ganz schwer zu beschreiben, aber ich habe mich von Beginn an so wohl gefühlt als würde ich die alle schon ewig kennen. Es ist einfach toll mit so vielen Freigeistern und kreativen Köpfen zusammen zu sein, die alle einen ähnlichen Lebensstil haben. Wobei, nee eigentlich haben wir alle überhaupt keinen ähnlichen Lebensstil, sondern alle ganz anderes und individuell und irgendwie ist das die Gemeinsamkeit. Schwer zu erklären, aber eine beeindruckende Sache! Tolle Menschen, tolle Gespräche und ich bin unendlich dankbar, dass ich ein Teil von dieser Truppe bin :-).

Und dann… Mamas Ankunft in Thailand. Oh man, das war so surreal. Ich wusste, dass sie auf dem Weg nach Bangkok ist, ich wusste, dass wir viel Zeit zusammen verbringen werden, aber wirklich geschnallt habe ich erst ein paar Tage nachdem sie schon da war. Der Moment am Flughafen war schon ziemlich cool. Es war 5 Uhr morgens und als ich gelesen habe, dass ihr Flieger schon gelandet ist hat mein Herz aber ordentlich angefangen zu klopfen und ich bin wie ein kleines Kind auf und ab gelaufen. Nun ja und dann steht man da in der Ankunftshalle. Man schaut gebannt auf die Tür. „Könnte das der Deutschland Flieger sein? Nee zu viele Asiaten – das wird eher der Beijing Flug sein. Wann kommen die nur endlich? Die sind doch schon vor 40min gelandet.. Ist wohl alles glatt gelaufen? Oder hat sie gerade Probleme mit der Einreise? Ach nein es wird schon alles gut gehen…“ Und dann läuft man auf und ab, freut sich, sorgt sich und kann es kaum erwarten. Haha, ja und dann stand sie da plötzlich, die Mama in Bangkok am Flughafen. Und ja, es war wie im Film! Ich habe alles stehen und liegen gelassen und bin auf sie zugestürmt. 🙂 Soooooooo toll! <3. Ich glaube dieses Gefühl kann ich euch gar nicht wirklich beschreiben, das muss man selbst erlebt haben. Glücksgefühle in ihrer reinsten Form :-).

Und dann haben wir einen Bilderbuch Thailand Urlaub gemacht. Ein paar Nächte auf der super hübschen Insel Koh Samet, dann sind wir runter zu Olli geflogen (da wo ich meinen ersten Monat meiner gesamten Reise verbracht habe) und dann noch ein paar Tage auf Koh Lanta. Wir haben viiiiiiiel Zeit am Strand verbracht, ein ganz kleines bisschen Kultur, uns viel mit dem Thema Essen auseinandergesetzt und ich durfte die Muddi auf dem Roller kutschieren. Bei unserer ersten Fahrt hat sie mir fast blaue Flecken gemacht, weil sie sich so an mir fest gekrallt hat, aber mit der Zeit wurde sie dann doch entspannter ;-). Wie ihr ja alle wisst habe ich die beste Mama der Welt und diese drei Wochen zusammen waren voller Harmonie, Liebe, toller Gespräche und durch und durch einzigartig. Ein paar Grinsebacken Bilder von uns :-).

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Wer ein paar mehr Details zum Urlaub an sich möchte kann sich bestimmt gerne bei Mama melden. Dann kann sie durch die Urlaubsgeschichten ein wenig ihr Fernweh bekämpfen ;-).

Gut, der Abschied war dann doch ziemlich blöd. Ist scheiße, kann man nicht schön reden! Aber dafür haben wir jetzt diesen gemeinsamen Urlaub in unserer Erinnerung. Ich wurde aber relativ schnell von meinem Abschiedsschmerz abgelenkt, da im Flieger ein Australier neben mir saß, der doch sehr mitteilungsbedürftig war (2 Wochen Golfurlaub in Pattaya, seine Frau die vor 15 Monaten gestorben ist und sein Sohn, der jetzt endlich mal heiraten soll und ich ja eine sehr gut Partie wäre). Aber gut, Details würde den Rahmen hier sprengen.

In Auckland angekommen bin ich mehr oder weniger direkt ins Bett, danach direkt ins Büro und dann habe ich abends ganz viel Zeit mit meiner Freundin Anne verbracht. Anne habe ich vor 12 Jahren in Australien beim Fruitpicking kennen gelernt und wir haben zusammen mit 2 anderen damals einen Roadtrip gemacht. Tja und dann treffen wir uns viele viele Jahre später wieder im Hostel, kochen Nudeln mit Tomatensoße und reden und reden so als wäre nie was gewesen. Schon verrückt und toll, dass man solche Freundschaften hat.

Das lange Osterwochenende habe ich dazu genutzt um Matthias und noch einen anderen Freund in Tauranga/Mt Maunganui zu besuchen. Dort geht gerade die Kiwi Saison los und alle warten sehnsüchtig darauf endlich mit dem pflücken (=Geld verdienen) beginnen zu können. Ostersonntag war dann zudem auch noch mein Jahrestag, den ich eigentlich gebührend mit Bier oder Wein feiern wollte, aber aufgrund des Feiertages war dann sogar in Neuseeland mal alles geschlossen. Dödüm! Nun ja, gibt schlimmeres :D. Ich habe an dem Tag eine kleine Wanderung gemacht, bin auf einen Berg gestiegen und saß bestimmt für 2 Stunden da oben, habe meine liebsten Reiselieder gehört und ich mich einfach gefreut, wie grandios die letzten 12 Monate waren. Das Leben ist schön! 🙂

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Aber fernab von dem „normalen“ Alltag in Auckland zu sein, hat mich auch zum Nachdenken gebracht. Ich hatte bisher ja immer nur „bis Thailand“ gedacht. Tja und dann war ich wieder hier, 12 Monate weg aus Deutschland und hatte nicht wirklich einen Plan wie es weiter geht. Naja, den habe ich immer noch nicht :D, aber die Gedanken sortieren sich langsam und nach ein paar Tagen emotionalen Gedankenchaos habe ich die ersten Entscheidungen getroffen.

Ich habe gekündigt und kaufe mir ein Auto! Tja und schon ist da wieder ganz viel Luft in meinem Kopf und ich habe wieder viele Ideen und Pläne. Ich mag meinen Job und ich mag meine Kollegen. Was ich nicht mag sind Auckland und die Preise hier in Kombination mit meinem Gehalt. Da bleibt leider am Ende des Tages nicht so viel übrig und Neuseeland ist zu schön um in Auckland hängen zu bleiben. Also habe ich angefangen mich auf verschiedene Jobs zu bewerben und werde dann Anfang Mai – hoffentlich in meinem eigenen Auto- los fahren. Gerade ist der Plan zur Bay of Plenty zurück (da wo ich Ostern war) und dort dann noch ein wenig arbeiten, aber wie wir wissen kommt es dann ja doch anders ;-).

Ach ja und da sich die Fragen jetzt häufen… Ich habe erst mal nicht vor in 2016 nach Deutschland zu kommen… Mein Neuseeland Visum läuft bis Oktober und was danach kommt werden wir dann sehen ;-).

Ich hoffe euch geht es gut und ich freue mich von euch zu hören <3.

11 Gründe warum ich Thailand liebe…

Tag 337: Bangkok, Thailand

30° – sonnig

Zum meinem 11. Monatsjubiläum schwärme ich mal ein wenig von Thailand

All meine Kölner Freunde haben sich gerade wahrscheinlich nicht gefragt, wieso denn genau 11 Gründe. Als Kölner liegt das ja irgendwie auf der Hand die Zahl 11 zu wählen. Und da ich heute mein 11 Monatiges Jubiläum habe, finde ich den Anlass mehr als passend.

Seit über einer Woche bin ich nun in Bangkok und in weniger als zwei Tage ist meine Mama hier :-). Soooo aufregend! Ich hole sie Montag morgen am Flughafen ab was bei euch Sonntag Nacht ist. Also, wenn ihr in die neue Woche startet, haben wir bestimmt schon mindestens ein Mangoshake getrunken. Womit wir bei Punkt 1 sind ;-).

  1. Fruchtshakes: An jeder Ecke gibt es hier die kleinen Straßenstände an denen man sich Frucht-Smoothies oder auch frisch ausgepresste Säfte für 1 € holen kann. Ein gut gemeinter Rat – bestellt ihn ohne Zucker, ansonsten kippen die da nämlich einen Zuckersirup rein und das gesunde Getränk ist ganz schnell ungesünder als ne Cola.
  2. Pinke Taxis: Ja was soll ich sagen, hier fahren quietsch pinke Taxis durch die Gegend  und das macht mich glücklich.
  3. 7/11: Die wohl tollsten Supermärkte dieser Erde. Sie gibt es an jeder Ecke und auch, wenn sie klein sind, man bekommt immer alles was man benötigt zu normalen Preisen. Und sie haben diese tollen Sandwichmaker für die es inzwischen sogar Stempelkarten gibt. Nach sieben Sandwich gibt es eins Gratis. Whoo hooo 🙂
  4. Massage Massage: Wenn ich dann so platt gedrückt wie ne Flunder unter der kleinen Thai Dame liege und ihre Knie auf meiner Wirbelsäule spüre und ihre Ellbogen in meiner Schulter vergraben sind, frage ich mich immer: „Wieso genau zahle ich hier Geld für?“ Aber sobald man fertig ist, weiß ich wieder wieso und freue mich auf die nächste Thai Massage.
  5. Sour Mango: Oder auch unreife Mango. Oh man das ist wirklich mein allerliebstes Lieblingsobst. Wahlweise bekommt man die mit Chili-salz, Chili-zucker oder Soja-/Fischsoße mit Chili. Ich bevorzuge sie ohne alles. Einfach so wie sie ist, knackig, sauer und ein leichtes Mangoaroma.
  6. Obststände: Die Obststände verdienen einen eigenen Punkt. Auch diese gibt es an jeder Ecke, frisch aufgeschnittene Ananas, Papaya, Mango, Melone, Guave usw. In mundgerechte Stückchen geschnitten gibt es das Obst dann für 0,50€. Weil ich mich nicht zurück halten konnte, habe ich es wirklich nach nur wenigen Tagen geschafft, dass meine Lippen von der ganzen Fruchtsäure aufgeplatzt sind. Haha, das nennt man wohl Luxusproblem.
  7. Tuk Tuk: Das wohl beliebteste Fortbewegungsmittel hier. Es macht einfach Spaß auf der dreirädrigen Rikscha durch die Gegen zu düsen. Und dazu die Tuk Tuk Fahrer die in ihrem unverwechselbaren Singsang „Tuk Tuk, Maaaadame Tuk Tuk“ hinter her rufen. Und wenn man ihnen sagt, dass man zu Fuß geht kommt immer direkt ein „oooooohhhh – far away“. Die Thais gehen nämlich nicht so gerne zu Fuß und daher können sie das so gar nicht nachvollziehen, wenn man gehen möchte.
  8. Die Thais: Sie quasseln, sie lachen, sie essen und wuseln so durcheinander. Ich weiß auch nicht wieso dieses Völkchen eine so tolle Lebensfreude ausstrahlt. Aber sie tun es und ich liebe es.
  9. Motorräder: Der leichte Benzinduft in der Luft, das Knattern, das durchmogeln bei Staus – Roller sind hier einfach das beste Fortbewegungsmittel um schnell von A nach B zu kommen (und macht am meisten Spaß). Daher gibt es auch die Motorbike Taxis. Das sind Roller Fahrer, mit einer orangenen Weste, die man sich ran winkt und für wenige Baht zum Ziel gebracht wird. Da das in der Innenstadt die schnellste Möglichkeit ist sieht man sehr häufig die Herren mit Anzug und Aktentasche und die Damen im „Damensitz“ hinten drauf, weil der Rock des Kostüms zu eng ist. 🙂
  10. Märkte: Sie gibt es überall und man bekommt alles was man sich nur vorstellen kann. Kleidung, Schmuck, Welpen, Motorräder, Technik, Cremes, Öle und wirklich alles was das Herz begehrt. Ich hoffe, dass Mama ganz viel Platz in ihrem Koffer hat, dass wir so richtig in den Kaufrausch kommen können.
  11. ESSEN: Tja, also diesen Punkt könnte ich glaube ich in 11 weitere aufteilen. Das Essen hier ist einfach unbeschreiblich und hat auch einen ganz hohen Stellenwert bei den Thais. An wirklich jeder Ecke bekommt man allerlei Köstlichkeiten und egal was man isst – es ist lecker. Ich bin ja ein riesen Fan vom Streetfood und gehe eher selten in Restaurants. Und gerade auf den Märkten kann sich so wunderbar durch alles durch futtern. Snacks, frische Meeresfrüchte, knackiges Gemüse, tausende Aromen und das ganze wird dann auf diesen kleinen bunten Plastikstühlen genossen während das Leben um einen pulsiert.

Ach ich liebes es einfach so sehr. Und das sind nur die Punkte, die ich in Bangkok toll finde. Sobald wir erst mal los gezogen sind fallen mir noch mindesten 11 weitere Gründe ein… Mindestens… Oder auch mehr. Wir werden sehen. Jetzt kommt erst mal die Mami. Home sweet home!

Alltags Update

Tag 322: Paihia, Neuseeland

26° – Sonnenschein

Mein ganz normales Leben in Neuseeland – wobei normal nicht immer gleich normal ist.

Juhu, ich lasse dann auch mal wieder endlich was von mir hören. Es ist ja echt schön über einen Monat her, dass ich geschrieben habe, aber ganz so viel ist ja nicht passiert, da ich hier ja mehr oder weniger normalen Alltag habe ;-). Aber diesen Alltag unterbreche ich kommenden Donnerstag, weil es dann für mich schon nach Thailand geht. Absolut unwirklich und ich bin total aufgeregt und freue mich tierisch. Die ersten Tage werde ich in Bangkok  verbringen und mich dort mit verschiedenen Leuten treffe und am 29.02. hole ich dann die Mami vom Flughafen ab. Oh man, das wird so unwirklich in Bangkok am Flughafen zu stehen und darauf zu warten, dass Mama raus kommt. Haha, unfassbar geil :-).

Gut was ist seit Anfang Januar so passiert…? Ich habe ein neues Hobby. Ein Hobby bei dem ich niemals gedacht hätte, dass ich das irgendwann als meine neue Lieblingsfreizeitbeschäftigung ansehe und schon mal gar nicht, dass ich mir dafür am Wochenende einen Wecker stelle. Aber so ist es. Ich habe es akzeptiert… Ich gehe wandern! Ja genau, ich Jenny bezeichne wandern als mein neues Hobby und ich stelle mir am Wochenende einen Wecker auf 07:30, damit ich den ganzen Tag Zeit habe zu wandern. Ach Papa, dein Gesicht würde ich jetzt gerne sehen :-). Ich kann es auch noch nicht ganz glauben, aber ich finde es einfach nur toll.
Irgendwie hat es mir das Tongariro Crossing angetan. Danach war ich echt völlig begeistert und habe mich etwas schlau gemacht was es sonst noch so für tolle Wanderwege gibt hier. Und wie wir alle wissen gibt es unheimlich viele in Neuseeland. Relativ schnell bin ich auf den Te Arora Track aufmerksam geworden. Dieser Track auch als „The long Pathway“ bekannt startet ganz im Norden Neuseelands, also am Cape Reinga und endet ganz im Süden der Südinsel. Insgesamt braucht man wohl so 3-4 Monate um den ganzen Track zu machen und man sollte im September/Oktober starten, da man ansonsten im Süden Probleme mit Schnee bekommen könnte, wenn man später los läuft. Naja, dazu bin ich ja jetzt eh zu spät und das wäre für den Anfang etwas zu ambitioniert, aber ich habe angefangen Teilstrecken von diesem Track zu laufen. Und ich finde es einfach nur geil. Meistens sind die Strecken so um die 20km und die Landschaft ist ja eh immer und überall wunderschön hier in Neuseeland. Schauen wir mal wie viel Kilometer ich hier noch so machen werde :-).

Ansonsten gehe ich ganz normal arbeiten. Eine Woche bin ich in Auckland im Office und dann bin ich meistens die Woche drauf in der traumhaften Bay of Islands mit einer Gruppe. So wie auch gerade im Moment. Den heutigen Tag hatte ich „frei“, weil meine Gruppe auf eine geführte Tour zum Cape Reinga gefahren ist, die ich schon gemacht habe. Also habe ich diesen wunderschönen Sommertag genutzt und bin nach Russell rüber gefahren. Russell ist zum einen die erste Hauptstadt Neuseelands und zum anderen der Ort an dem ich damals vor 11 Jahren Urlaub von Australien gemacht habe. Und ich habe tatsächlich die Bank wieder gefunden auf der ich damals viel Zeit verbracht habe. Ansonsten habe ich nicht so viel wieder erkannt in Russell, aber dieser Blick ist einfach unvergesslich: Das war ehrlich gesagt ein ziemlich abgefahrener und emotionaler Moment. An die Stelle zurück zu kehren, an der ich mir damals selbst das Versprechen gegeben habe nach Neuseeland zurück zu kehren, hat mich echt berührt. Ich kann mich so gut daran erinnern wie ich genau an dieser Stelle saß und über meine Australien Zeit nachgedacht habe und mich gefragt habe wie mein Leben so weiter geht. Tja und heute konnte ich mir quasi selbst ein paar Antworten geben :-).

Was kann ich sonst noch berichten? Meine Wochenende in diesem Jahr waren alle ziemlich gut gefüllt mit Aktivitäten. Entweder ich war wandern, oder habe ich Gegend mit einem Mietwagen erkundet und letztes Wochenende bin ich mit einem Freund aus Köln nach Coromandel gefahren. Coromandel ist eine Halbinsel in der Nähe von Auckland und wir sind mit Matthias Auto am Karnevals Wochenende dorthin gefahren. Ihr könnt euch vorstellen welche Musik hauptsächlich aus den Lautsprechern ertönte :). Ein Highlight in Coromandel ist die so genannte Cathedral Cove – bekannt aus dem 2. Teil von Narnija und es gibt wohl auch ein Windows Desktop Hintergrund Foto. Nun ja und wir zwei Spezialisten waren nicht wirklich gut vorbereitet… Es hat die Tage vorher relativ geregnet und es war fast dauerhaft bewölkt. Wir haben uns nicht wirklich Gedanken gemacht was uns genau erwarten wird, aber wir haben uns hoch motiviert auf den Weg gemacht. Am Auto noch kurz über Sonnencreme gesprochen, aber dann irgendwie doch zu faul gewesen sie raus zu holen. (Anmerkung der Redaktion: Ich sage meinen Mitglieder quasi jeden Tag: „Das Wetter wechselt in Neuseeland unheimlich schnell und die Sonne ist so stark, dass man auch bei Wolken immer Sonnencreme tragen sollte – mind. LSF 30+.“) Nuuuuuun jaaaaaa, ich bin halt echt gut darin schlaue Tipps zu geben, aber das mit dem selber einhalten ist eher schwierig. Ihr könnt euch denken was passiert ist, natürlich kam die Sonne innerhalb von 15min raus und wir hatten strahlend blauen Himmel und einen 45min Weg vor uns. Tja und jetzt habe ich das was mein Bruder liebevoll „Mallorca Assi Bräune“ genannt hat. Nach drei Tagen ordentlichem Sonnenbrand kann man nun nach wie vor die Ränder meines T-Shirts sehen. Aber ich arbeite hier in Paihia daran, dass es wieder weg geht ;-). Aber anhand der Fotos könnt ihr euch denken, dass es sich trotz Sonnenbrand definitiv gelohnt an:

  

  

Und springende Delfine gab es noch gratis dazu :-).

Ja und so verbringe ich zur Zeit meine Wochenende oder auch Arbeitszeit. Von daher werdet ihr verstehen, dass mein Grinsen nach wie vor fest in mein Gesicht getackert ist.

So langsam fange ich an mir Gedanken über meine langfristige Planung zu machen. Und ich kann euch sagen, da ist nur ein wirrer Haufen an vielen vielen Ideen und Gedanken, aber die werde ich irgendwann mal entwurschteln – nicht jetzt. Jetzt weiß ich, dass ich nach Thailand fliege und dann wieder zurück nach Auckland, zurück in meinen Job und dann… wir werden sehen.

Es gibt da jemanden, der total gut darin ist mir weitere wundervolle Flausen in den Kopf zu setzen. Ich habe vor ein paar Monaten eine tolle Person über eine Internet Community kennen gelernt und nach vielen vielen Skype Telefonaten bin ich nun stolz darauf sagen zu können, dass sie zu einer Freundin geworden ist. Ist ja auch kein Wunder, sie ist ebenfalls an diesem einzigartigen Tag, dem 24.04. geboren und lebt in Köln. 😀 Und das tolle an Tanja ist, dass sie noch verrückter ist als ich und ganz viele verrückte Ideen hat, die sie dann auch einfach macht. Ihr aktuelles Projekt ist es mit dem Fahrrad um Island zu fahren. Kann man mal machen, warum auch nicht?! Man braucht ja nur ein Fahrrad, ein Zelt und jede menge Mut. Naja und sie lebt einen Lebensstil, den ich sehr spannend finde und mich auch darüber identifizieren kann. Der so genannte „Teilzeitnomade“ – viel unterwegs, viel Zeit für Abenteuer, aber mit fester Base und wer weiß, vielleicht wird das das mein nächstes Projekt diesen Lebensstil anzustreben :-). Falls jemand ein wenig in Tanjas verrückten Geschichten stöbern möchte, dann kann ich euch nur wärmstens ihren Blog empfehlen: http://teilzeitnomaden.de. Macht Spaß und ist so herrlich anders normal.

Aber wie gesagt, ich lasse jetzt erst mal Thailand auf mich zu kommen, gehe zurück nach Neuseeland und welches Abenteuer dann auf mich wartet werden wir sehen :-). Ich bin mir sicher, dass es nicht langweilig wird!