Entspannen in Sapa

Tag 113: Luang Prabang, Laos

28° bewölkt

Während meiner letzten Tage in Vietnam wurde eigentlich nur entspannt

Und zack, da ist auch schon Land Nummer drei auf meiner Liste. Gestern Abend bin ich in Laos angekommen. Laos? Wo war noch mal Laos? Wahrscheinlich schon mal gehört, aber wo das ganz genau ist? Ich helfe gern :-):

 Laos

Eingebettet zwischen Vietnam, China, Myanmar (Burma), Thailand und   Kambodscha

Hauptstadt und größte Stadt: Vientiane

Einwohner: ca. 6,7 Millonen

Ich bin gestern Abend nach einer 15 Stunden Bussfahrt in Luang Prabang angekommen und warte jetzt auf Susanne, die gerade gelandet ist. Mit ihr werde ich die nächsten zwei Wochen in Laos verbringen. Die Busfahrt war lang und nicht unbedingt bequem… 20 Sitze mit 40 Menschen teilen und das über so einen langen Zeitraum kann schon anstrengend sein. Aber so ist das nun mal in Südostasien und zum Glück wusste ich, worauf ich mich einlasse ;-). Deshalb habe ich mich auch für die zwei Etappen entschieden. Sapa – Dien Bien Su und dann Dien Bien Su nach Luang Prabang. Es gibt viele, die die Strecke in einem durchmachen, aber 30 Stunden? Nee danke, da übernachte ich lieber in einem Hotel an der Grenze ;-).

In Sapa selbst habe ich nicht mehr viel unternommen. Also man kann sagen fast gar nichts, da ich echt ziemlich durch war und ein paar Tage Erholung brauchte. Einen Tag bin ich mit dem einem gemieteten Motorbike rumgefahren, aber ich konnte die Schönheit der Natur irgendwie nicht genießen und wollte einfach nur zurück ins Bett. Tja, da hat es mich dann wohl doch erwischt. Die heimtückische Reisegrippe ;-). Keine Speicherkapazität mehr auf der Festplatte. Ich wollte dem ganzen ja durch meine Zeit in Ha Giang vorbeugen, aber da die Zeit in Ha Giang so erlebnisreich und intensiv war, ist dieser Plan nicht aufgegangen. Und mein Körper hat es mir dann in Sapa gezeigt, dass ich dringend eine Pause brauche. Es ist einfach zu schade, wenn man Landschaften wie diese nicht wertschätzen kann:

  

 

Und die Pause habe ich mir genommen. Schlafen, frühstücken, schlafen und dann gegen Mittag in mein Lieblingscafe. Ach herrlich… Da saß ich dann jeden Tag, habe wunderbaren Kaffee getrunken, entspannt, ein wenig rumgesurft und dem hübschen Keller zugelächelt. 😀 Ich frage mich gerade, ob ich den Kellner auch in Deutschland hübsch gefunden hätte oder ob es daran liegt, dass es einer der wenigen Männer war der 1. größer war als ich 2. blond war 3. blauäugig war und 4. über 30. Das ist ja schon eine Seltenheit in Asien…

Nun ja auf jeden Fall habe ich mir fest vorgenommen die Zeit nach Laos ruhiger anzugehen und mehr Reisepausen einzulegen. Mal sehen, ich glaube Chiang Mai im Norden von Thailand ist dafür der optimale Ort. Mein Plan ist es nämlich nach Laos noch mal nach Thailand zu reisen um mir den Norden anzusehen.

Aber wie ist denn der Plan für Laos? Gute Frage :D. Das werden wir heute dann mal in Ruhe und gemeinsam heraus finden. Bisher ist der Plan zwei Tage in Luang Prabang zu bleiben und dann sehen wir weiter. Ich freue mich wahnsinnig auf die zwei Wochen in Laos zu zweit. Ich genieße das Alleine Reisen ja wirklich sehr, aber zwischenzeitlich die Reiseerfahrung zu teilen, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und deutsch zu reden wird ne super Abwechslung. Mein Englisch ist inzwischen zwar recht gut, aber trotzdem kann man sich nicht immer so ausdrücken, wie man es gerne würde und ein Grundlevel an Konzentration ist immer dabei. Daher freue ich mich jetzt drauf einfach losquatschen zu können ohne großartig darüber nachdenken zu müssen.

Ich weiß noch nicht, ob ich zwischendurch Zeit habe zu berichten, daher kann es sein, dass ich mich in den nächsten zwei Wochen nicht melden, aber dafür dann danach mit einem ausführlichen Bericht über das wohl entspannteste Land Südostasiens.

On the road again

Tag 108: Sapa Vietnam

24° bewölkt

ohne mein Motorrad im Touri-Bergdorf Sapa angekommen

Nach 24° fühlt es sich nicht wirklich an, eher nach 28°… Aber das ist völlig egal. Unter 30° und dazu die schön frische Bergluft. Ein Traum! Ich konnte mich wieder unter eine Decke kuscheln und genieße es warme Getränke zu trinken. Herrlich!

Vor zwei Tagen habe ich Ha Giang mit sehr gemischten Gefühlen verlassen… Sehr gemischte Gefühle. Das emotionalste zu erst. Mein Kollege hat mir Emily abgekauft. Das ist zum einen super toll, da ich weiß, dass sie in guten Händen ist und ich den Preis bekommen haben, den ich auch gezahlt habe. Aber ich hatte wirklich Tränen in den Augen, als ich ihr Tschüß gesagt habe. Zwei Monate haben wir zusammen verbracht und wie ihr wisst haben wir echt einiges erlebt. Zum einen bin ich traurig dem Motorrad Auf Wiedersehen zu sagen und zum anderen war damit klar, dass mein Roadtrip vorerst ein Ende hat. Ein Roadtrip der mich so wahnsinnig glücklich gemacht hat, wie ich es niemals erwartet hätte. Zudem musste ich mit dem Abschied noch etwas sehr sehr wichtiges aufgeben. Meine Flexibilität! Ich musste mir am Samstag ein Taxi rufen um zur Busstation zu kommen um dort auf eine schreckliche Busfahrt zu warten. Davon erzähle ich euch später mehr…

Zudem musste ich den Kids Tschüß sagen was auch traurig war. Die Kleinen sind mir doch ganz schön ans Herz gewachsen und es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht mit ihnen zu arbeiten. Und genauso meinen Kollegen Auf Wiedersehen zu sagen war nicht ganz einfach. Wir waren zum Schluss eine echt lustige und super Truppe, die sich sehr gut aufeinander eingestellt hat. Ein kleiner Familienersatz ;-).

Die Zeit in Ha Giang war aber auch intensiv. Zum einen ist man nie allein, es war einfach nur wahnsinnig heiß, es gab immer was zu tun und die Schicksale der einzelnen Kids nehmen einen unterbewusst dann doch mehr mit als man möchte. Von daher konnte ich die Zeit dort gar nicht unbedingt für mich nutzen, so wie es ursprünglich geplant war. Aber das ist nicht schlimm, da ich unheimlich viel von der Zeit dort mitnehmen kann. Aber ich merke auch, dass ich dringend ein paar Tage Ruhe und Zeit für mich brauche.

Nun ja und am Samstag bin ich also mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Sapa aufgebrochen. Der Bus hatte eine Stunde Verspätung, wurde auf dem Weg vollgepackt mit irgendwelchen Säcken, die Lüftung hat nicht funktioniert, weshalb auf der Schotterpiste die Fenster geöffnet wurden und der Minibus voll mit Staub und Sand war. Zudem haben sie versucht mir den vierfachen Preis abzuknöpfen und ich durfte ne halbe Stunde mit ihnen diskutieren. Manchmal ist es doch sehr ermüdend immer aufzupassen, dass man nicht komplett abgezogen wird. Und als mir dann noch einer der Gäste während einer Pause an den Hintern gepackt hatte, war meine Laune nicht mehr ganz so rosig. Er hat es aber schnell gemerkt, dass das nicht so cool war und hat sich verzogen. Der nächste der es probiert hätte wäre die Klippe runtergefallen. Ziemlich sicher! Ich bin den meisten Herren hier ja körperlich überlegen ;-). Auf jeden Fall habe ich „Emily“ in dem Moment doch waaaaahnsinnig vermisst. In Lao Cai musste ich dann umsteigen und in dem anderen Bus ist meine Laune schnell wieder gestiegen. Die Preise standen dran (also kein Verhandeln), die Klimaanlage hat funktioniert, der Ausblick war wunderschön und neben mit saß ein schwedisches älteres Ehepaar, dessen Vater aus Herford kommt. Also dem Nachbarstädtchen meines Heimatorts. Haha total witzig, im Norden Vietnams trifft man jemanden mit dem man sich über den Vanille Pudding Duft in Bielefeld unterhalten kann.

In Sapa angekommen bin ich dann in ein typisches Backpacker Hostel gezogen. Ich glaube es ist das erste klassische Hostel seit Saigon. Diese klassischen Touristen Orte haben ihre Vor- und Nachteile. Es ist toll, dass man sich verständigen kann. Ich kann die Menükarte lesen und verstehen. Alle Fragen die man hat können schnell durch Schilder oder Fragen beantwortet werden. Es gibt fast alles was das Touristen Herz begehrt. Aber es ist halt auch weniger ursprünglich und natürlich. Die Frauen hier tragen ihre traditionelle Kleidung nur, damit sie schneller was verkaufen. An jeder Ecke wird man angequatscht „Shopping?“ und viele andere Touris sind hier zum feiern und es werden abends alberne Trinkspiele im Hostel gespielt. Haijaijai, vor zehn Jahren war ich noch mittendrin bei den Partyabenden und jetzt freue ich mich, wenn sie endlich aufhören und weiterziehen. 😀 Ich glaube ich hatte es schon mal erwähnt, das Reisen mit Anfang 30 ist definitiv anders als mit Anfang 20. Und das finde ich gar nicht schlimm, sondern freue mich darüber, dass ich abends um 22.00 im Bett liege und morgens beim Frühstück eine der ersten bin.

Dadurch, dass die Ha Giang Zeit doch sehr intensiv war und ich ne leichte Erkältung habe, habe ich mir zwei komplett freie Tage gegönnt. Gestern lag ich eigentlich nur im Bett, habe Serien geguckt, telefoniert und ein wenig für Laos recherchiert. Heute habe ich es immerhin aus dem Bett geschafft und sitze gerade in einem sehr hübschen Café, schreibe am Blog, sortiere Fotos und versuche meine Gedanken ein bißchen zu sortieren. Das tut wirklich wahnsinnig gut.

Morgen werde ich mir ein Motorrad mieten mir die wunderschöne Umgebung ansehen und am Mittwoch oder ggf. Donnerstag werde ich mich dann auf den Weg nach Laos machen. Meine Vietnam Zeit nähert sich dem Ende. Aber ich freue mich auch wahnsinnig auf die zwei Wochen „Urlaub“ mit einer Freundin aus Deutschland, der am kommenden Samstag in Luang Prabang in Laos startet…

Wochenendausflug

Tag 103: Ha Giang, Vietnam

33° leicht bewölkt

Ein Wochenend-Ausflug der zum Highlight meiner bisherigen Reise wurde und wie es weiter geht.

Ja… wo soll ich anfangen? Puh, ich habe echt viel zu berichten. Okay, ich versuche es zu strukturieren…


Jetzt und hier:

Ich bin noch in Ha Giang City und werde auch noch ein paar Tage bleiben. Eigentlich wollte ich heute weiterreisen, aber das habe ich aus verschiedenen Gründen verschoben.

1. Mein verlängertes Wochenende war doch länger als gedacht und ich bin erst gestern wieder zurück gekommen. Details zu meinem „Northern Loop“ Trip findet ihr hier.

2. Das Gesehene vom letzten Wochenende kann in Sapa nur schwer getoppt werden. Ursprünglich wollte ich ein paar Tage durch die Berge von Sapa fahren. Deshalb hatte ich viel Zeit für Sapa eingeplant. Da der „Northern Loop“ in Ha Giang als spektakulärer gilt muss ich nicht ganz so viel Zeit in Sapa einplanen.

3. Sehr wahrscheinlich werde ich Emily hier an einen Kollegen verkaufen. Mein Kollege Justin wird Emily kaufen, wenn er eine Möglichkeit findet sie nach Saigon zu transportieren. Das versucht er heute noch heraus zu finden und dann wird Emily morgen vielleicht den Besitzer wechseln. Gaaaaaaanz komisches Gefühl, aber mein Kollege wäre ein würdiger Nachfolger und deshalb fällt es mir nicht ganz so schwer. Also ein kleines bißchen weniger schwer… :-(. Nun ja und deshalb muss ich auch nicht so viel Zeit in Sapa verbringen um dort für Emily einen neuen Besitzer zu finden.

4. Ich mag es ein Zuhause zu haben. Von daher habe ich kein Problem damit meinen Aufenthalt für ein paar Tage zu verlängern. Wir sprechen aber wirklich nur von ein paar Tagen. Spätesten Montag bin ich wieder unterwegs. Mal sehen wie ich mich dann fortbewege…


Letztes Wochenende: Von Samstag bis Dienstag war ich wieder auf der Straße unterwegs und habe den so genannten „Northern Loop“ gemacht. Den detaillierten Bericht findet ihr in meinem Roadtrip Tagebuch. Ursprünglich wollte ich mit einem Kollegen fahren, aber das hat aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. Aber ich habe ja kein Problem damit alleine los zu ziehen. 😉 Das hat auch ganze 40km lang geklappt, bis ich dann auf der Straße Jason kennen gelernt habe. Ich habe eine kurze Trinkpause gemacht, als er neben mir hielt und mich gefragt habe, ob ich auch den Northern Loop mache. Daraufhin sind wir ins Gespräch gekommen. Nachdem ich ihm meinen Namen genannt habe, habe ich ihm natürlich auch Emily vorgestellt. Er hat ganz selbstverständlich genickt, sich vorgestellt, auf sein Motorrad gedeutet und sagte nur „Charlie“. Spätestens da wussten wir, dass wir uns sympathisch sind. Im Endeffekt haben wir dann die vier Tage zusammen verbracht und hatten eine fantastische Zeit. Warum ich euch von ihm berichte? Nein, keine „Männer Geschichte“! Ich weiß auch nicht, es waren vier besondere Tage. Jason hat eine faszinierende Geschichte und ist seit zwei Jahren in der Welt unterwegs. Wir haben sehr gute und inspirierende Gespräche geführt und es war toll jemand in meinem Alter zu treffen, der eine ähnliche Reiseeinstellung hat und zudem hat er auch noch einen ähnlichen beruflichen Hintergrund. Er hat nämlich lange für Apple im Retail Bereich gearbeitet. Er hat mir in vielen Dingen Denkanstöße gegeben über die ich in der nächsten Zeit bestimmt noch nachdenken werde und natürlich werde ich euch davon berichten. Außerdem ist er Hobbyfotograf und hat mir einige gute Tipps gegeben. Seine Bilder sind fantastisch (zu finden auf Instagram: thedharmalife).

Tja und da komme ich zurück in unser Volontärs-Haus, mit wahnsinnigen Bildern in meinem Kopf und vielen Gedanken über das Leben ansich, setzte mich zu meinem Kollegen, der mir erzählt, dass die anderen drei Kollegen im Krankenhaus liegen, der Koch gefeuert wurde und die ganze Organisation vorerst geschlossen wird?!?! Haha, oh man was war ich überfordert mit diesen ganzen Infos. Ein Kollege hat sich bei einem der Kids mit Fieber angesteckt, die andere hat am Wochenende einen Tempel besucht, da mit den Einheimischen irgendeinen Tabak geraucht und davon einen wahnsinnigen Ausschlag bekommen und die dritte wurde von unserem Koch so mit Reiswein abgefüllt, dass sie keine Ahnung hatte wie sie nach Hause gekommen ist und war morgens dann wohl richtig richtig krank. Und das ganze bei 35°. Ach ja und das ist auch der Grund warum der Koch gefeuert wurde. Er sollte sie nämlich eigentlich nur zu dem Dorf bringen, wo wir Englisch Unterricht geben. Es war ja sonst krankheitsbedingt keiner da, der hätte fahren können. Anstelle sie dahin zu bringen, hat er sie zu seinem Freund gebracht und abgefüllt. Das schlimme an Reiswein ist, dass man den Alkohol erst sehr verzögert merkt… Bei ihr zu verzögert… Also bin ich nach meinem Trip direkt in Krankenhaus gefahren um meine Kollegen zu besuchen. Haha ich habe mich echt nicht mehr eingekriegt. Da fahre ich ein Wochenende weg und das Haus steht Kopf :D. Nun ja und die Organisation macht zu, da die Kinder zurück in die Schule müssen. Die Sommerferien gehen drei Monate und währenddessen haben wir die Projekte geleitet. Wie es dann weiter geht weiß derzeit keiner. Aijaijai, viele viele Infos.

Heute Abend gehen wir alle zusammen essen, weil jetzt alle nach und nach abreisen. Irgendwie ist es sehr schade, dass die Zeit hier vorbei ist, aber es ist auch gut, dass jetzt eh erstmal alles gestoppt wird, da man dadurch nicht das Gefühl hat etwas zu verpassen. Wir können also alle guten Gewissen weiter ziehen, da wir wissen, dass wir hier eh vorerst nicht weiter helfen können.


Wie es weiter geht: Tja, das weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht so ganz genau. Es hängt davon ab, ob ich Emily hier wirklich verkaufe oder nicht. Ich werde aber auf jeden Fall im Laufe des nächsten Wochenendes nach Sapa aufbrechen. Entweder mit Emily, per Bus oder ich leihe mir ein Motorrad. Wir werden sehen… Von da aus fahre ich dann mit dem Bus nach Laos wo ich spätestens am 18.07. sein werde um dort Susanne zu treffen. Ach ich freue mich auf zwei Wochen Urlaub zu zweit :-).

Und dann wurde heute mein Video auf Youtube geladen. Ein spannendes Gefühl zu wissen, dass der erste eigene Film im Netz zu finden ist. Wenn sich jemand mein Werk ansehen möchte dann könnt ihr das hier machen: Thona Tha Responsible Tourism.

Ein Update aus meinem Arbeitsalltag

Tag 95: Ha Giang

38° Sonnig

Arbeit, Hitze und Glücksgefühle

Tag 95… das bedeutet ich bin schon drei Monate unterwegs, ein viertel Jahr… Unvorstellbar! Es fühlt sich eher an wie ein Jahr oder länger ;-). Vor kurzem wurde ich gefragt, wie es mir denn eigentlich so damit geht. Also meine grundsätzliche Stimmung unabhängig von meinen täglichen Erlebnissen, sondern einfach meine Grundstimmung zum Thema auf Reise zu sein. Nun ja, wie soll ich sagen… Mein Grundglücksgefühl ist seit drei Monaten doch sehr viel höher als normalerweise. Also auch wenn nichts außergewöhnliches passiert, bin ich einfach nur glücklich. Letzte Woche bin ich hier noch über einen einheimischen Markt geschlendert und habe mich gefühlt als wäre es das normalste auf der Welt und war einfach glücklich, dass ich mir gerade eine Ananas gekauft habe. Das Gefühl, dass die alltäglichen Dinge wie Einkaufen total normal werden, aber sie eigentlich überhaupt nicht normal sind, da die Menschen mich nach wie vor nicht verstehen (das mit dem vietnamesisch lernen ist hoffnungslos), ich immer noch wie ein Weltwunder angesehen werde, aber es für mich inzwischen alltäglich ist – das macht mich glücklich. Den ganzen Tag barfuß rumzurennen, maximal in Flip Flops, die Gerüche, die lächelnden Menschen, jeden Tag kleinere Herausforderungen zu meistern – und wenn es nur der Kauf von Shampoo ist, ist so toll. Haha, an der Herausforderung mir eine Haarkur gegen meine trockenen Spitzen zu kaufen bin ich leider gescheitert. Aber gut, das ist verkraftbar.

Also wie soll ich sagen, es war absolut die beste Entscheidung meines Lebens und ich freue mich immer noch wie ein Kind an Weihnachten, dass es gerade wirklich passiert :-).

Aber trotz dieses grandiosen Grund-Glücks-Pegel heißt es nicht, dass ich in einer Tour vor Glück platze. Es gibt auch Momente in denen ich kaputt, müde und gestresst bin. Besonders hier haben sich diese Momente gehäuft was glaube ich ganz normal ist, wenn man länger an einem Ort mit vielen Menschen ist und „arbeitet“. Hinzu kommt noch diese wahnsinnige Hitze, die mir doch mehr zusetzt, als ich es gewohnt bin. Normalerweise komme ich mit Hitze und Schwüle gut zurecht, aber hier ist es irgendwie schlimmer und anstrengender. Man ist dauerhaft kaputt und müde was aber vielleicht auch daran liegt, dass es auch nachts sehr heiß in den Zimmern ist und man schlechter schläft als sonst. Nun ja, wo ein Problem ist muss eine Lösung her. Meine Lösung heißt: „Sua Chua Deo“ – Ein Café mit Klimaanlage :-). Seit das Thermometer tagsüber die 37° Grad überschritten hat (seit mind. 4 Tagen) verbringe ich die Nachmittage immer hier zum Arbeiten.

Mit arbeiten meine ich an dem Film basteln von dem ich im letzten Beitrag geschrieben habe. Ich bin in den letzten Zügen und hoffe, dass ich diese Woche fertig werde. Der Unterricht mit den Kids ist zur Zeit nur vormittags und Do&Fr Nachmittag, sodass es gerade etwas ruhiger ist. Vormittags sind wir immer im Waisenhaus und es macht mir von Tag zu Tag mehr Spaß. Inzwischen kenne ich die Kids, die Kids kennen mich und es ist wirklich eine super schöne und erfüllende Aufgabe. Jede Woche haben wir ein Thema und vermitteln den Kids spielerisch die Vokabeln. Letzte Woche hatten wir das Thema Körperteile.

Nach dem Unterricht haben wir noch eine gute Stunde Zeit und machen dann etwas Sport mit allen die Lust haben. Meine Kollegin Maggie unterrichtet meistens Karate, woran ich dann auch teilnehmen kann und manchmal darf ich die Kids durch die Gegend scheuchen ;-).

  

Es ist wirklich toll zu sehen, dass die Kids Fortschritte machen und durch den Unterricht was lernen. Und wenn morgens 20 Kids auf dich zu laufen, lachen, winken und Hellooooo schreien, ist das schon echt ein schönes Gefühl.

Tja, aber was mir gar nicht so bewusst ist, dass Ende ist schon wieder greifbar. Voraussichtlich werde ich nämlich nächste Woche Mittwoch schon weiterziehen. Gerade fühle ich mich noch nicht bereit weiterzuziehen. Ich genieße diesen Alltag doch sehr und muss mal gucken, wie es so die nächsten Tage wird. Wenn sich keine Vorfreude auf das Reisen in „Sapa“ einstellt, dann überlege ich mir einfach, noch ne Woche zu bleiben und dafür „Sapa“ zu streichen. Am Wochenende mache ich nämlich eine 3 Tages Tour mit einem der Dorfbewohner und vielleicht reicht mir das an Erfahrung im Norden von Vietnam. Grundsätzlich war es geplant noch ein paar Tage in Sapa zu verbringen, bevor es dann nach Laos geht. Aber die Gegend hier im Ha Giang ist wohl genauso schön wie die Region um Sapa und daher reicht mir das vielleicht nach meinem Wochenend-Trip zum nördlichsten Punkt Vietnams. Wir werden sehen und ich lasse es einfach auf mich zukommen. Kein Stress :-).

Meines neues Zuhause – Ha Giang

Tag 86: Ha Giang, Vietnam

30° wolkig, gefühlte 95% Luftfeuchtigkeit

Die ersten Tage meines Volontariats

Wow und ruck zuck ist die erste Woche rum ohne, dass ich es wirklich mitbekommen habe… Ja, wie geht es mir?! Heiß, schwitzig 😀 Hier ist es gefühlt heißer und es herrscht eine viel höhere Luftfeuchtigkeit als überall anders, wo ich bisher war. Es ist wirklich unfassbar. Man kann gar nicht so schnell trinken wie man schwitzt. Ich schicke euch liebend gerne ein bißchen was rüber. Das mit dem Sommer klappt ja nicht so ganz in Deutschland, richtig?

So, ein kurzer Überblick zu meiner Situation:

Wo bin ich?

Für alle die wissen wollen wo Sa Pa ist… Westlich von Ha Giang, also links, zwischen Lao Cai und Lai Chau der erste grüne kleinere Fleck. Von hier sind das gute 200km. Sa Pa ist der wohl bekannteste Ort im Norden von Vietnam.

Wie wohne ich?

Zusammen mit den anderen Volontären, unserem Chef und seiner Projektassistenz leben wir alle in einem drei stöckigen Haus, mit Küche, Arbeitsbereich, 4 Schlafzimmern (mit mehreren Betten) und einem Rooftop. Wir haben einen Koch, der uns drei Mahlzeiten am Tag kocht, eine eigene Waschmaschine und es ist wirklich wie ein kleines Zuhause.

Wer sind die anderen Volontäre?

Zur Zeit sind wir zu viert, ein Australier (29), eine Engländerin (29) und eine Irin (27). Alles sehr nett und teilweise schon zwei Monate hier. Heute kommt noch eine Kanadierin an. Insgesamt können hier bis zu 12 Volontäre sein.

Was für Projekte haben wir?

  • Waisenhaus – jeden Morgen fahren wir in das ortsansässige Waisenhaus und haben dort zwei Gruppen. Die Kleinen denen, hauptsächlich spielerisch, ein paar englische Vokabeln vermittelt werden und die Älteren bekommen richtigen Unterricht. Nach den 2 Stunden „Unterricht“ gucken wir dann, wie wir das Waisenhaus ansich noch unterstützen können und säubern zum Beispiel die Wände der Schlafsäle, um diesen dann einen weißen Anstrich mit ein paar bunten Bildern zu geben. Die Räumlichkeiten sind wirklich sehr herunter gekommen und wir versuchen den Alltag der Kids etwas besser und schöner zu gestalten. Einer der Volontäre setzt sich dafür richtig ein und hat auch eine eigene Website erstellt: www.thehagiangproject.org
  • Förderschule – zwei mal die Woche gehen wir nachmittags in eine Förderschule und basteln mit Grundschulkindern, die unterschiedliche Behinderungen haben.
  • Grundschule – zwei mal die Woche geben wir Englisch Unterricht in einer Grundschule. Ich habe mir sagen lassen, dass es für Vietnamesen ein Status Symbol ist, wenn die Kinder von „Westlichen“ unterrichtet werden. Daher ist dieses das wichtigste Projekt für unseren Boss, da er Geld dafür bekommt von dem er die anderen Projekte dann unterstützen kann.
  • Tourismus – wir helfen einem Dorf hier in der Nähe sich auf den Tourismus einzustellen und diesen auch voran zu treiben. Die Volontäre geben hauptsächlich Englischunterricht für die Einheimischen, damit diese sich mit den Touristen verständigen können. Die Projekt-Assistenz macht aber auch sehr viel in anderen Bereichen. Sie promotet das Dorf auf Facebook, Tripadvisor, sammelt Gelder und gestern haben wir einen Film gedreht, den sie ins Netz stellen will. Und das ist jetzt auch eine unserer Aufgaben – einen Film schneiden. Man wächst mit seinen Aufgaben, oder? 😉 Wer ein paar mehr Infos haben möchtet findet diese hier: www.hagiang-responsibletourism.com

Die ganzen Projekte werden durch die Volontäre mehr oder weniger selbst koordiniert und organisiert. Also wir sind relativ flexibel wann wer zu welchem Projekt fährt und was noch zusätzlich gemacht werden kann. Zur Zeit sind wir aber immer alle bei allen Projekten dabei.

Wie gefällt es mir?

Nach einer knappen Woche kann ich sagen, dass ich mir hier sehr wohl fühle und ich die Projekte sehr spannend finde. Am ersten Tag habe ich aber ehrlich gesagt gedacht, oh mein Gott, wo bin ich hier gelandet? Es wirkt etwas unkoordiniert und 25 schreiende und herum springende Kinder, sind nicht so ganz meins und ich habe glaube ich alle 10min auf die Uhr geschaut und gehofft, dass es bald vorbei ist :-D. Aber das hat sich gelegt und inzwischen macht es mir Spaß mit den Kids zu arbeiten. Wobei ich das Tourismus-Projekt noch etwas spannender finde.

Grundsätzlich bin ich aber mega froh an einem Ort zu sein, einen geregelten Tagesablauf zu haben und mir mal andere Gedanken machen zu müssen. Tut gut etwas gefordert zu werden und sich keine Gedanken dazu machen zu müssen, wo man abends schläft und was man sich zu essen besorgt. Also genau so wie ich vermutet habe und ich bin wirklich froh, dass sich alles so gefügt hat.

Das soweit zu mir… Ich werde mich dann jetzt mal mit dem Projekt Film schneiden auseinandersetzen und mir ein paar Tutorials zu „I-Movie“ anschauen. Sobald das Werk vollbracht ist, lasse ich euch wissen wo ihr es finden könnt. Nun ja, aber vielleicht werde ich vorher noch ein paar Minuten auf unserem Rooftop verbringen und die Aussicht genießen… 🙂

Der vorerst letzte Tag auf Reisen

Tag 80: Tuyen Quang – Vietnam

27° bewölkt

Morgen geht es für ein paar Wochen zum nächsten Volontariat…

Weltstadt Tuyen Quang… noch nie gehört? 😀 Ich vorher auch nicht, aber ich gebe euch eine kleine Hilfestellung wo ich mich gerade befinde:

Genau, ein Ort mitten im Nichts im Norden von Vietnam. Und was mache ich hier? Nichts! Es ist im Endeffekt nur eine größere Stadt auf dem Weg nach Ha Giang, dem Ort den ich für die nächsten Wochen mein Zuhause nennen kann. Morgen geht es nämlich mit meinem nächsten Volontariat los. Ich werde drei bis vier Wochen an der Grenze zu China an einem Projekt arbeiten, dass Kinder unterstützt. Wie das genau aussehen wird weiß ich auch noch nicht. Englisch unterrichten wird ein großer Bestandteil sein, aber was da noch hinzukommt werde ich in den nächsten Tagen erfahren. Ich werde fünf Tage die Woche arbeiten, 4-5 Stunden pro Tag und bekomme dafür Kost und Logis gestellt. Für mich ist es wichtig, dass ich nach längerem Reisen an einem Ort bleiben kann, um die ganzen Erlebnisse zu verarbeiten und meinen Kopf wieder frei zu bekommen. Und alle, die meinen Blog verfolgt haben wissen, dass das doch einiges war, in den letzten Wochen ;-).

Ich freue mich auf die nächste Station und bin sehr gespannt was mich da erwarten wird. Noch habe ich überhaupt keine Vorstellung, aber beim nächsten Beitrag werde ich euch bestimmt mehr berichten können. Vom Zeitpunkt her kommt dieser längere Aufenthalt genau richtig. Ich merke, dass mein Köpfchen voll mit Eindrücken ist und ich dringend etwas Pause brauche. Ich genieße alles nach wie vor in vollen Zügen, aber ich habe schon leichte Probleme die letzen Tage in meinem Kopf zu sortieren. Da ist gerade einfach zu viel drin.

Ursprünglich hatte ich gedacht, dass ich 4-6 Wochen in Ha Giang bleibe, aber das werde ich wohl nicht schaffen. Am 18.07. fliege ich nämlich nach Laos und vorher will ich auf jeden Fall noch Sapa bereisen und ein paar Tage in Hanoi verbringen. Alleine schon, um mein heißgeliebtes Motorrad „Emily“ zu verkaufen.

Das Roadtrip Tagebuch habe ich mal wieder etwas aktualisiert und die letzten Tage werde ich dann in Ha Giang fertig schreiben. Die einzelnen Tage findet ihr unter Reiseberichte – Vietnam. Einfach ein bißchen runterscrollen und da findet ihr die einzelnen Tage.

Heute habe ich mir noch mal einen freien Tag mit ausschlafen, Kaffee trinken und lesen gegönnt. Nachmittags bin ich ein wenig durch den Ort geschlendert, durfte wieder mit einigen Einheimischen ihr Englisch testen und habe dann doch ganz deutlich gemerkt, dass ich China immer näher komme 😉

Nein, kein Spanferkel...

Nein, kein Spanferkel…

Und nein ich habe es nicht probiert – zumindest nicht bewusst.

So ich werde jetzt vorerst ein letztes Mal meinen Rucksack Karl packen, früh schlafen gehen, damit ich morgen fit für die 130km in den Bergen bin.

Ach ja, falls ihr irgendwelche Fragen habt, dann immer her damit. Ich habe in den nächsten Tagen ja voraussichtlich mehr Zeit und kann euch bestimmt noch einiges erzählen an das ich selbst gar nicht so denke… Inzwischen ist ja doch eignes für mich hier sehr alltäglich geworden :-).

WAS BISHER GESCHAH… Folge 2

Für alle denen der Blog zu textreich ist, ihr aber trotzdem ungefähr wissen wollt was ich so erlebe, habe ich wieder eine kleine Zusammenfassung geschrieben. Die detaillierteren Erlebnisse meiner Tage könnt ihr dann unter den Verlinkungen finden.

Südvietnam

Gute 3,5 Wochen habe ich im südlichen Teil von Vietnam verbracht.

Das wichtigste zuerst: Ich habe mir in Ho Chi Minh einen Roller gekauft und bin die komplette Strecke selbst gefahren. Ich kann euch sagen, dass war die absolut beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Was für ein Freiheitsgefühl! Und Vietnam ist einfach nur ein Traum!

Station 1: Ho-Chi-Minh-City

Sechs wuselige und faszinierende Tage in Vietnams größter Stadt, mit Ausflügen zum Mekong Delta, den Tunneln und natürlich dem Kauf meines grandiosen Roller „Emily“s.

Einen detaillierten Bericht findest du hier.


Station 2: Mui Ne

Strand, Sanddünen und der Start meines Roadtrips, nach zwei Tagen in Mui Ne ging der Roadtrip erst richtig los.


Zwischenstation 3: Phang Rang

Hier habe ich nur eine Nacht verbracht, damit ich nicht so viele Kilometer an einem Tag machen muss. Nun ja und auf dieser Strecke hatte ich das wohl außergewöhnlichste Kaffee trinken meines Lebens…


Station 4: Da Lat

Im kühlen und hübschen Bergdorf habe ich drei Nächte verbracht und mir den Traum eines Canyoning Trips erfüllt.


Zwischenstation 5: Nha Trang und Ninh Hoa

Der Weg von Da Lat nach Nha Trang war definitiv eins der Highlights meiner Tour! Eine wunderschöne Strecke.. Nha Trang und Ninh Hoa ansich waren nur kleine Zwischenstationen mit jeweils einer Übernachtung zum entspannen und am Strand liegen.


Station 6: Buon Ma Thout

Die Central Highlands sind kaum touristisch und ich habe in Buon Ma Thout drei Nächte verbracht ohne einen einzigen Weißen zu sehen. An einem traumhaften Wasserfall durfte ich an einem Picknick von 30 Vietnamesen teilnehmen. Ach ja und geheiratet habe ich auch noch, aus Sicherheitsgründen 😉


Zwischenstation 7: Pleiku und Kon Tum

Die Central Highlands sind auf jeden Fall eine Reise wert, nicht aufgrund ihrer außergewöhnlichen Natur, sondern aufgrund der Tatsache, dass man der einzige Tourist ist…


Zwischenstation 8: Quang Ngai

Die zweitschönste Route auf meiner bisherigen Stecke.


Station 9: Hoi An

Vier Tage lang habe ich das wunderhübsche Hoi An auf mich wirken lassen mit Sonnenbaden, faulenzen und Backpacker Partys…


Zwischenstation 10: Undefiniert

Das definitiv größte Abenteuer meines Lebens und ein paar neue vietnamesische Bauarbeiter Freunde.


Zwischenstation 11: Hue

Nur einen Tag in der alten Hauptstadt Vietnams mit einem Besuch in der Zitadelle.


Meine Highlights:

  • „Emily“ und der Roadtrip an sich
  • Canyoning in Da Lat
  • Die Strecken zwischen Da Lat & Nha Trang und Kon Tum & Quang Ngai
  • Drac Nur Wasserfall bei Buon Ma Thout
  • Durchs nächtliche Ho-Chi-Minh kutschiert werden
  • Meine vietnamesische Outback Erfahrung
  • Hoi An

In Zahlen:

  • in gefahrene Kilometern: ca. 1.450
  • durchschnittliche Tagesausgaben: € 34,58 (inkl. des Motorrads)
  • in Regenschauern: 3
  • in vietnamesischen Kaffees: einige
  • in abgeschwaschener Staubschicht: Kiloweise
  • in Lachfalten: Uhhh da reden wir besser nicht drüber…

 

Stellenausschreibung

Gesucht: Reisebegleitung

Zur Sicherstellung, dass es Jenny auch noch in Zukunft gut geht wird dringend eine erfahrene Reisebegleitung ab sofort gesucht!

  • Alter: Mitte 20 und aufwärts
  • Geschlecht: egal
  • Sprachen: Deutsch und Englisch, Vietnamesisch von Vorteil
  • Zwingend erforderlich: Ausgeprägter gesunder Menschenverstand!
  • Erfahrungen in Nacken und Rückenmassage wünschenswert

Wer bietet sich an? Es wäre sehr hilfreich, wenn sich schnell jemand findet, der ein bisschen auf mich aufpasst, weil ich alleine vielleicht doch etwas Bockmist baue. Bisher hat mich mein Glücks-Gen immer gerettet, aber darauf kann man sich ja nicht immer verlassen…

Als ich am Freitag in Hoi An aufgebrochen bin, um nach Hue zu fahren habe ich darüber nachgedacht was ich euch noch so für nette Storys erzählen kann und dachte noch, naja irgendwann muss es ja auch mal ruhiger werden. Pfff… weit gefehlt! Es wird noch, nun ja ich sag mal spektakulärer und aufregender. Aufregend in jeglicher Hinsicht.

Ich hatte mir überlegt den Highway 1 zu umfahren und den Highway 14 zu nehmen, der etwas mehr durchs Innland führt. Die Wege jenseits des großen Highways sind meistens schöner und etwas spannender. Insgesamt ist die Strecke dann etwas länger, aber der Weg ist ja das Ziel. Und gleich zu Beginn der Strecke wurde ich auch belohnt:

Der Ausblick war mal wieder wunderschön und ich habe die Fahrt genossen. Dummerweise wurde die Straße immer schlechter. Es gab einige Baustellen und die LKWs die vor mir gefahren sind haben wahnsinnig viel Staub aufgewirbelt, sodass ich zwischenzeitlich nichts mehr sehen konnte. Zum Glück habe ich ja meinen hübschen Mundschutz, der mich davor bewahrt hat Tonnen an Dreck zu schlucken.

Die Straße wurde schlechter und die Baustellen größer. Wenn ich von schlechter rede, meine ich Schlaglöcher, kein Asphalt, Sand, Geröll, eine richtig schöne Schotterpiste. Naja ich kann ja langsam fahren. Ich hab regelmäßig die Karte gecheckt, um sicher zu gehen, dass ich auf dem Highway 14 bin. Ja passt! Auf der ein oder anderen Strecke hatte ich das schon mal, dass es eine lange schlechte Straße gab mit vielen Baustellen und sie dann zum Highway wurde. Also bin ich hochmotiviert weiter gefahren. Und die Straße wurde noch schlechter. Steiler, der Sand war tiefer, Schlamm, kleine Bachläufe und obwohl ich super langsam gefahren bin, bin ich mehrfach weggerutscht. Aber meine Emily ist ja ein Offroad Star und hat das grandios gemeistert. Ich habe aber gemerkt, dass meine Konzentration nach lässt und ich keinen Spaß mehr an diesem kleinen Abenteuer habe. Durch das langsame Fahren kommt das Ende nämlich irgendwie nicht näher. Egal, gleich kommt der richtige Highway bestimmt. Positiv denken, das kann ich ja ganz gut.

Das ist noch ein Stück der besseren Straße…

An manchen Baustellen war mir nicht ganz klar welches der Weg ist und was nur Baustelle ist. Die Bauarbeiter, die dann da waren haben mich aber immer ganz brav geleitet, was mir das Gefühl gegeben hat, dass der Highway ja gleich kommen muss. Ansonsten hätten sie mir ja bestimmt zu verstehen gegeben, dass ich umdrehen sollte. Pustekuchen!

An einer relativ großen Baustelle, nach ca. 3 Stunden fahren, endete meine „Straße“ in einer Art Wendehammer. Ich dachte, das kann jetzt echt nicht wahr sein. In dem Moment war da ein Bauarbeiter, der mir die Richtung mitten ins Nichts gezeigt hat. Ich habe ihn fragend angesehen und er hat lächelnd genickt und mir zu verstehen gegeben, dass die Straße schmal ist. Puhhh okay… Er war dann noch so freundlich und hat mir Emily auf diese Straße „gehoben“, da ich alleine den kleinen Hang nicht hoch kam. Oh man, da war ich schon ganz schön bedient, aber was solls, zurück fahren wollte ich auf keinen Fall. Die Strecke war einfach zu anstrengend und der richtige Weg muss ja gleich kommen!

Wenn ich vorher von schlechten Straßen gesprochen habe, meine ich wenigsten Wege, die man als Straßen bezeichnen kann. Aber was dann kam hatte nichts mit einer Straße zu tun. Geröll, Büschen, Abhang, Fuck! (Sorry!) Emily ist mir richtig weggerutscht, die Bremsen haben versagt und ich bin mit mehr Glück als Verstand unten einigermaßen heile angekommen. Den ein oder anderen blauen Fleck nehme ich gerne in Kauf. Tja und was erwartet mich dann? Ein Fluss! Nein kein Bach oder Rinnsal, ein kniehoher Fluss. Ich glaube ich habe so etwas wie „Wollt ihr mich alle verarschen?!“ gesagt und habe den Kopf geschüttelt. Gut, meine Schuhe waren ja eh schon voller Schlamm und Dreck, also kann ich ja mal durch das Wasser laufen und gucken. Mein Handy hat mir wieder brav gesagt, dass ich mich auf dem Highway 14 befinde, dem so genannten Ho Chi Minh Highway. Auf der anderen Seite des Flusses ging ein schmaler Pfad hoch. Also ein Trampelpfad, mitten durch Wald und Dschungel. Ich habe mich wie im schlechten Film gefühlt und war doch etwas überfordert. Die zwei Optionen sind beide scheiße! Umdrehen? Bitte nicht! Nicht noch mal durch das Geröll, Schlamm, Offroad Desaster… Zudem reicht der Sprit nicht für den Rückweg! Weiterfahren? Alleine durch die Büsche? Was ist wenn was passiert? Das nächste Ort ist laut Karte 18km entfernt und ich habe keine Ahnung was mich in den Büschen erwartet.

Ich habe mich für weiterfahren entschieden. Die Tasche mit meinen Techniksachen und wichtigen Unterlagen ans Ufer gebracht und Emily motiviert durch den Fluss zu fahren. Das ging redlich schief! Ich habe Emily nicht über die Steine gekriegt und mir ist mehrfach der Motor abgesoffen. Und dann stand ich da. Mitten im vietnamesischen Nirgendwo, ohne Handyempfang, müde, dreckig, mitten in einem Fluss, die gebeutelte Emily im Wasser und wusste nicht weiter. Oh man, ich kann euch sagen, so eine Situation möchte ich nie wieder erleben! Ich hatte Angst und war völlig überfordert. Irgendwie ist mir in dem Moment klar geworden, in was für einer Situation ich mich befinde und wie bescheuert ich eigentlich bin, dass ich immer weiter gefahren bin anstelle einfach umzudrehen. Tja, kann man nicht ändern…

Ende vom Lied: Ich habe bei 50 Bauarbeitern und Ingenieuren in einer Wellblechhütte übernachtet, die mich am nächsten Tag in ihrem Allradwagen und Emily im Kofferraum zurück zum Highway gebracht haben. Kein Scherz!

Den Weg zurück zur letzten Baustelle habe ich noch geschafft. Ich war so froh als einer der Jungs ein paar Brocken Englisch konnte und mich anscheinen verstanden hat was mein Problem ist. Oh man, ich war echt so erschöpft, ich hätte in Tränen ausbrechen können, aber irgendwie war diese ganze Situation zu surreal. Und mit Händen und Füßen haben wir uns dann verständlich gemacht. Sie haben verstanden, dass ich weder in die eine noch in die andere Richtung mehr fahren kann und sie haben mir erklärt, dass heute niemand mehr in die Zivilisation fährt, ich aber da übernachten kann. Hatte ich eine Wahl? Nein! Also habe ich mich zwischen die Herren gesetzt, die alle von der Arbeit kamen und sich in dem großen Wasserbecken gewaschen haben und wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Nachdem die Köchin mir gezeigt hat, wo ich mich waschen kann und ich mir saubere Sachen angezogen habe, ging es dann doch deutlich besser. Natürlich habe ich großes Aufsehen erregt und habe die Herren durch meine Story alle zum lachen gebracht. Oh man, wenn ich da jetzt dran denke… Was für eine Situation!

Gegessen wurde gemeinsam und zur Feier des Tages wurden dann noch drei Gänse geschlachtet (dumm nur, dass ich gerade zum Vegetarier mutiere und Gans so gar nicht mag). Natürlich saß ich zwischen den ganzen Managern, die sehr darauf bedacht waren, dass es mir gut geht. Interessanterweise gab es keinen Reis, sondern nur Reiswein. Und davon reichlich! Nach jedem Bissen wurden die Gläser wieder gefüllt und angestoßen. Also wirklich nach jedem Bissen. Und alle wollten natürlich mindestens einmal mit mir anstoßen und sich vorstellen.

Einer der Manager hat sich glaube ich verpflichtet gefühlt auf mich aufzupassen und hat mir immer gezeigt, dass ich nur die Hälfte oder nur ein Drittel trinken soll und bei jedem zweiten sollte ich aussetzen. Das war echt ganz süß. Er hat auch brav darauf geachtet, dass ich genug esse und genug trinke. Herrlich! Naja und die Jungs wurden immer betrunkener  und ich war unheimlich glücklich über meinen Ehering und habe allen erklärt, dass ich verheiratet bin. Nun ja, trotzdem wurde mir glaube ich das ein oder andere Angebot gemacht. Man muss dazu sagen, dass die Jungs bis zu vier Wochen, wenn nicht sogar länger an diesem Ort leben…

Nach dem Essen hat man sich dann noch zu Tee und „Tabak“ in einem der Gemeinschaftsschlafsräumen getroffen und den Abend ausklingen lassen. Der im blau weiß gestreiften ist mein Aufpasser gewesen ;-).

Der hat mich dann auch gegen neun ins Bett geschickt, wir wollten ja schließlich im fünf Uhr morgens los. Da ich die Tür meines Raumes nicht abschließen konnte habe ich vorsichtshalber mein Taschenmesser unters Kissen gelegt. Es waren zwar alle mega freundlich, aber man weiß ja nie. Das haben sich die Manager glaube ich auch gedacht und haben dann die Köchin zu mir ins Bett geschickt. Also habe ich die Nacht in diesem Bett neben einer vietnamesischen Bauarbeiter Köchin verbracht…

 

Nun ja, wirklich gut habe ich nicht geschlafen und war froh als ich früh morgens dann aufstehen konnte. Mir wurde noch Frühstück gemacht (die leckeren Instant Nudeln, auch als Yum Yum bekannt) und habe mich dann mit vier Herren und Emily im großen Allrad Wagen auf den Weg zurück gemacht. Selbst der 4WD ist weggerutscht und hat den ein oder anderen Hügel nicht ohne Probleme geschafft. Da war ich doch wirklich sehr sehr glücklich, dass ich diese Strecke nicht noch mal fahren muss.

Am Highway angekommen haben die Jungs mir sogar noch das Motorbike etwas sauber gemacht ;-).

Ohhhhhhh man! Was für ein Abenteuer! Im Nachhinein kann man immer drüber lachen, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich zwei Tage gebraucht habe um das zu verarbeiten. Jetzt wo ich das so runter schreibe, muss ich lächeln, aber gestern war ich echt noch ein wenig in einer Schockstarre… Wie gut, dass es so wundervolle Menschen gibt, die einem so toll helfen! Ich bin echt so dankbar und seit diesem Erlebnis mag ich die Vietnamesen noch ein bißchen mehr…

Und jaaaa! Ich passe zukünftig besser auf mich auf, aber falls jemand auf das Stellenprofil passt könnt ihr mir eure Kurzbewerbung gerne per Mail senden ;-).

Von Süd- nach Nordvietnam

Tag 73: Dong Hoi – Vietnam

36° leicht bewölkt

Roadtrip Tagebuch aktualisiert, Überquerung des Wolkenpasses und die vorerst letzten Reisetage in Vietnam

Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich bin schon um die 1.500km gefahren und befinde mich jetzt im nördlichen Teil Vietnams. Der Hai-Van oder auch Wolken-Pass genannte Weg, bildet die natürliche Grenze. Man fährt eine schöne Strecke entlang eines Berges zwischen Danag und Hue und auf ca. 500m ist dann der Pass der Nord- von Südvietnam trennt.

Kaum zu glauben, dass ich schon soweit gefahren bin, andererseits habe ich schon so viel erlebt, dass es sich anfühlt als wäre ich schon Jahre hier. Meine Ankunft in Vietnam vor vier Wochen ist gefühlt eeeeewig her. Es ist soviel passiert, ich habe so viel gesehen, so tolle Menschen kennen gelernt und echt einige Kilometer zurück gelegt. Und das ganz allein auf Emily… Nun ja und das bedeutet wiederum, dass meine Reise durch Vietnam bald vorerst ein Ende hat, da ich im Norden mit dem Kinderprojekt starte. Es ist immer noch der Plan Mitte Juni da zu sein und dann während meiner freien Tage den Norden zu erkunden. Und bis dahin sind es nur noch ein paar wenige Stationen – unfassbar.

Die Erlebnisse der letzten Tage habe ich etwas aktualisiert auch wenn sie noch nicht auf dem heutigen Stand sind. Vielleicht schaffe ich das heute noch im Laufe des Tages. Die Verlinkungen zu den einzelnen Tagen findet ihr hier.

Gestern bin ich in Dong Hoi angekommen, ein kleiner Ort an der Küste in der Region, wo Vietnam am schmalsten ist. Dieser Ort ist noch relativ untouristisch, was sich in den nächsten Jahren aber bestimmt ändern wird. Ganz in der Nähe wurden 2009 ca. 20 Höhlen entdeckt und erforscht u.a. die weltweit größte Höhle, die Son Doong Cave. Diese wurde 2013 das erste Mal für Touristen geöffnet, die stolze $3.000,- dafür gezahlt haben. Das muss man derzeit immer noch zahlen, aber dafür ist man dann auch 7 Tage und 6 Nächte in dieser Höhle unterwegs. Ähmmm, ich habe mich aus Budget und Zeit Gründen für eine bzw. zwei der kleineren Höhlen entschieden und werde diese morgen mal erkunden.

Ja wie geht es mir sonst. Puh schwierig zu sagen. Ich hatte in den letzten Tage einige Erlebnisse, die mich physisch und psychisch doch etwas mehr mitgenommen haben als mir lieb ist und daher kränkel ich gerade ein wenig. Daher habe ich mir heute einen Tag frei genommen und mache gar nichts. Ich habe ein nettes Hostel gefunden und zur Zeit haben ich das komplette Dorm (Schlafsaal) für mich allein und werde gleich mal ein Mittags- Gesundheitsschläfchen einlegen, damit ich morgen fit für die Höhlen Tour bin. Und irgendwie bin ich traurig, dass ich das Ende von meinem Vietnam Reise Trip schon sehen kann. Obwohl ich noch mega viel Zeit hier habe und noch einiges sehen und erleben werde, habe ich jetzt schon einen kleinen Abschiedsschmerz. Haha völlig bekloppt, ich weiß, aber dieses Land ist einfach so faszinierend, dass ich gar nicht will, dass die Zeit hier zu Ende geht. Auch wenn das Ende noch über einen Monat weg ist ;-). Ich bin einfach total verliebt und dem ganzen hier komplett verfallen. Jaja ich hör ja schon auf. Luxus Problem.

Und außerdem weiß ich auch schon wie es weiter geht und darauf freue ich mich auch sehr. Nach meinem Kinderprojekt im Norden werde ich mich nämlich mit einer Bekannten in Laos treffen und mir ihr gemeinsam zwei Wochen „Urlaub“ machen. Das wird bestimmt auch eine tolle aufregende Zeit nach so langer Zeit alleine auf der Road ein Land gemeinsam zu erkunden. Also, wer Empfehlungen und Tipps für Laos hat – immer her damit!

Genießt den Sommer in Deutschland und wo auch immer ihr gerade seid.

Roadtrip Tagebuch

Tag 62: Buon Ma Thout – Vietnam

26° klar

Fleißig am Roadtrip Tagebuch geschrieben und diverse Männer Geschichten

Jaaaa, ich schon wieder ;-). Ich habe die letzten zwei Tage ordentlich in die Tasten gehauen und habe den Blog auf aktuellen Stand gebracht. Mein Roadtrip Tagebuch findest du unter Reiseberichte – Vietnam oder hier:

Tag 1: Mui Ne – Phang Rang

Tag 2: Phang Rang – Da Lat

Tag 3+4: Da Lat

Tag 5: Da Lat – Nha Trang

Tag 6: Nha Trang – Ninh Hoa

Tag 7: Ninh Hoa – Buon Ma Thout

Tag 8+9: Buon Ma Thout

To be continued! Morgen geht es die 200km ins nächste Bergdorf Pleiku. Aber die ein oder andere Anekdote würde ich gerne noch mit euch teilen, die mir gestern und heute widerfahren sind.

Ich habe mir hier ein nettes, verhältnimäßig teures (wir sprechen von € 11,-) Hotel geleistet um zu entspannen und zu relaxen. Wichtig dabei ist für mich, dass ich ausreichend Platz habe um meinen Rucksack mal komplett auszuräumen, gutes Internet, Klimaanlage, und vielleicht einen Schreibtisch. Das war alles gegeben und gestern morgen bin ich wach geworden und habe mich gefreut im Bett liegen bleiben zu können um mein Roadtrip Tagebuch zu schreiben. Gegen 09.00 Uhr ging meine Zimmertür auf, ohne zu klopfen gar nichts (ich hatte dummerweise vergessen von innen abzuschließen) und es kamen zwei Herren rein spaziert. Im ersten Moment dachte ich, okay, die haben sich vertan und gehen direkt wieder raus. Ähhhhh NEIN! Anstelle sich darüber zu wundern, dass das Zimmer ja belegt ist und den Rückzug anzutreten haben sie angefangen meinen Schreibtisch abzuräumen, auf dem relativ viel Krams lag. Ich war so perplex, dass ich es erst mal völlig geplättet im Bett liegen geblieben bin. Als sie dann aber angefangen haben mein Bargeld und Pass etc. hin und her zu räumen, bin ich dann doch mal aufgestanden. Wohl bemerkt in meinem Schlafanzug, der hier bei den heißen Temperaturen nicht allzu viel Stoff hat… Das hat die zwei Herren immer noch nicht stutzig gemacht und ich habe ihnen dann versucht verständlich zu machen, dass sie das Zimmer doch bitte gefälligst verlassen sollen. Ähhhhh NEIN! Sie wollten irgendwas am Schreibtisch reparieren und zwar jetzt sofort. Mein Glück war es, dass sie anscheinend etwas vergessen haben und deshalb den Raum verlassen haben. Ich war immer noch völlig perplex, aber konnte mal wieder nur lachen. Natürlich habe ich die Zimmertür dann von innen abgeschlossen, was auch gut so war. Eine halbe Stunde später haben sie nämlich wieder versucht ins Zimmer zukommen und waren völlig verwundert, dass ich die Tür nicht wieder aufgemacht habe. Sie haben es immer wieder probiert, bis sie dann endlich gemerkt haben, dass ich die Tür so schnell nicht wieder aufmache. Hahaha, echt unfassbar. Das habe ich auch noch nicht erlebt. Aber hey, in Asien läuft halt alles ein bißchen anders 😉

Nun ja, und dann habe ich euch noch was weiteres mitzuteilen. Ich habe geheiratet! Ja richtig gelesen. Ich habe mich zwar noch nicht dazu entschieden wen, aber mein rechter Ringfinger wird jetzt von einem hübschen Ring geschmückt. Alle, die mich etwas besser kennen wissen, dass ich NIE Ringe trage, aber heute habe ich mich dann entschieden mich selbst zu verheiraten. Die Wahl zum passenden Ehemann wird gerade noch diskutiert. Tja, wieso habe ich das gemacht? Bisher wurde ich immer von den Einheimischen gefragt, ob ich verheiratet bin. Das ist meistens die zweite oder dritte Frage, nach meinem Namen und meiner Nationalität. Bisher habe ich diese Frage immer verneint. Daraufhin wurden mir dann immer mal wieder heiratswillige Männer vorgestellt, je nach dem ob gerade jemand in der Nähe war. Nun ja, ich bin nicht in Vietnam um mir den perfekten vietnamesischen Ehemann zu suchen, abgesehen davon glaube ich nicht, dass es hier einen passenden Mann für mich gibt. Bisher war ich immer einen Kopf größer ;-).

Heute Mittag beim Lunch (Details dazu im Roadtrip Tagebuch Tag 8+9) wurden mir mal wieder ein paar Herren vorgestellt. Ich habe dankend abgelehnt. Und heute Nachmittag hielt ein Roller Fahrer neben mir, hat etwas mit mir geplaudert, soweit das mit seinem englisch möglich war und natürlich kam auch die Frage, ob ich verheiratet bin. Ich habe dies verneint und ihm dann von meinem „Boyfriend“ erzählt. Das hat ihn herzlich wenig interessiert und stattdessen hat er mich gefragt, ob er heute Nacht mit mir schlafen darf…. Ähmmmmm, bitte was? Ich war mir erst nicht sicher, ob ich es falsch verstanden habe. Aber er hat es wiederholt und sein Blick hat mir gezeigt, dass ich ihn richtig verstanden habe. Auch hier habe ich dankend abgelehnt, woraufhin er dann auch direkt weiter gefahren ist. Nun ja und das war der Moment wo ich mir dachte, dass ich wohl eine Selbstschutz-Ehe eingehen sollte und damit das ganze glaubwürdiger wird habe ich mir den passenden Ring gekauft. Also werde ich ab heute als „verheiratete Frau“ durch Vietnam reisen und mir noch eine schöne Geschichte überlegen wo mein Mann sich zur Zeit aufhält. Mal sehen ob ich dann immer noch so interessante Angebote bekomme…