06.06.15
100km
Von Südvietnam über den Wolkenpass nach Nordvietnam
Gut, der Morgen hat etwas anders gestartet als die restlichen… Zum Frühstück gab es Instant Nudelsuppe mit einem schwarz gekochten Ei. Nein, kein Schreibfehler. Die haben mir ein Ei in die Suppe gemacht, das schwarz war. Und das ganze um 05:30 Uhr. Naja, da war der Appetit auch vorerst weg. Meine neuen vietnamesischen Bauarbeiter Freunde und ich haben uns dann im Allrad Wagen auf den Weg nach Nha Trang gemacht. Da wo ich am Tag vorher schon mal war :-/. Emily ist zwar klein, wendig und ein Leichtgewicht, aber sie in den Kofferraum des 4WD zu bekommen, war dann doch nicht so einfach. Aber egal auch diese Hürde wurde gemeistert und irgendwann sind wir dann auf guten alten Highway eins angekommen. Aber von oben bis unten voll mit Dreck. Die Heckklappe konnte nämlich nicht geschlossen werden wegen Emily und damit war wirklich alles was im Kofferraum war voll mit Sand, Staub, Dreck… unter anderem auch das Gepäck meiner vier Helfer. Uuuuups… Naja, aber sie schienen trotzdem ihren Spaß dran zu haben. Nachdem sie dann weiter gefahren sind, habe ich einmal tief durch geatmet, voll getankt und wollte dann einfach nur in Hue in einem netten Hotel ankommen, duschen, schlafen und klar kommen :D.
Das besondere an der Strecke zwischen Nah Trang und Hue ist der so genannte Wolkenpass (Hai-Van-Pass). Dieser Pass bildet die natürliche Grenze zwischen Nord- und Südvietnam und führt über einen ca. 500m hohen Berg mit einer grandiosen Aussicht. Dieser Pass ist häufig in Wolken gehüllt, aber ich hatte Glück und hatte eine freie Sicht. Am Horizont kann man die Skyline von Nha Trang erkennen.
Da ich immer noch nicht wirklich klar gekommen bin und ziemlich müde war, habe ich dann erst mal eine Kaffeepause eingelegt. Die Damen in dem Café waren etwas überrascht über mein schmutziges Motorrad, meine Schlammschuhe und den komplett zugestaubten Karl. Und was macht man dagegen? Richtig, alles ordentlich putzen. Emily wurde geschrubbt, meine Schuhe und Socken gewaschen und alles wo sonst noch Dreck war wurde abgeputzt, während ich den Ausblick und meinen Kaffee genossen habe. Hätte ich vorher gewusst wie viel Geld sie dafür haben will hätte ich es vielleicht nicht ganz so süß gefunden, aber in dem Moment war mir ehrlich gesagt alles egal. Mit einer sauberen Emily und Koffein im Blut ging es mir auf jeden Fall deutlich besser.
Ich bin die Strecke dann ziemlich zügig durchgefahren und war mittags in Hue. Da ich ja einen Tag „verloren“ hatte wollte und musste ich das Touri Programm noch am selben Tag durchziehen. Bis 1945 war Hue die Hauptstadt Vietnams und ist bekannt für die Zitadelle mit der verbotenen Stadt. Ich muss gestehen, am liebsten wäre ich einfach im Hotelzimmer geblieben, schlafen, mit jemand über mein kleines Abenteuer gesprochen und mich abgeschottet. Aber irgendwie habe ich es nicht über mich gebracht diese Sehenswürdigkeit auszulassen und habe mich auf den Weg gemacht. Emily musst eh zur Wellness Anwendung und hat neues Öl bekommen. Nach gut 1.000km kann man das ja mal wechseln.
Bei 38° bin ich dann ein bißchen wie Falschgeld durch die imposanten Anlagen gelaufen, aber habe leider nicht so ganz viel aufnehmen können, da mein Körper doch leicht überbelastet war… Aber Fotos habe ich trotzdem gemacht, ich kann euch leider nur nicht allzu viel dazu sagen ;-).
Wieder im Hotel angekommen bin ich direkt ins Bett gegangen, weil es mir wirklich überhaupt nicht gut ging. Zum Abendessen habe ich mich dann noch vor die Tür gekriegt und bin aufgrund einer Empfehlung noch in ein Restaurant um dort die lokalen Spezialitäten zu probieren, was sich als sehr guter Tipp heraus gestellt hat :-).
Aufgrund meines körperlichen Zustand habe ich „Hue“ leider etwas verschwommen wahrgenommen, aber ich bin trotzdem froh, dass ich dort einen kurzen Zwischenstopp gemacht habe. Und am nächsten Tag habe ich erstmal schön ausgeschlafen um mich dann auf den Weg nach Dong Hoi zu machen. Tag 19









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