Roadtrip Tag 2: Phang Rang – Da Lat

21.05.2015

105km

Ab in die Berge und eine etwas andere Pause – Geschichten, die ein Roadtrip schreibt

Tag zwei on the road… Ich hatte die Hoffnung, dass mein Roller Emily über Nacht sich selbst geheilt hat, aber dem war leider nicht so. Tacho und km/H Anzeige gingen immer noch nicht. Ich hatte erst überlegt, ob ich die gut 100km bis nach Da Lat auch ohne Tacho Anzeige fahren kann, aber dabei hatte ich kein gutes Gefühl. Also habe ich mir eine Werkstatt gesucht, die man zum Glück überall findet und habe mit Händen und Füßen erklärt was ihr fehlt. Die Jungs in der Werkstatt haben es direkt verstanden und sich sofort ans Werk gemacht. Keine 10min später lief wieder alles und ich konnte mich auf den Weg in die Berge, nach Da Lat begeben.

Werkstatt

Die Straße war in einem sehr guten Zustand und ich habe das Fahren und die Landschaft in vollen Zügen genossen.

Roadtrip nach Da Lat

Roadtrip nach Da Lat

Roadtrip nach Da Lat

Roadtrip nach Da Lat

Roadtrip nach Da Lat

Roadtrip nach Da Lat

In den Bergen zu fahren macht noch viel mehr Spaß als an der Küste entlang. Die schönen Kurven, der Ausblick über das Land ist einfach nur der Wahnsinn. Ich glaube ich habe fast die ganze Zeit vor mich hin gegrinst und konnte mein Glück selbst nicht fassen. Es war absolut die richtige Entscheidung diese Tour auf dem Roller zu machen.

Ich habe mir vorgenommen immer frühzeitig Pausen einzulegen, dass ich auf keinen Fall während des Fahrens müde werde. Das könnte hier doch etwas gefährlich werden. Nach 2/3 der Strecke war dann wirklich Zeit für eine längere Pause und der Hunger kam auch so langsam durch. Fast die gesamte Strecke über gab es keinen Ort wo man mal Pause machen konnte. Daher habe ich das kleine Bergdorf durch das ich irgendwann gefahren bin als perfekten Pausenort ausgemacht. Ich habe nach einem kleinen Café oder Straßenstand Ausschau gehalten, wo ich einen Kaffee und vielleicht ne Kleinigkeit zu essen bekommen kann. Aus der Entfernung habe ich dann gesehen, dass viele Leute draußen auf den klassisch asiatischen Plastikstühlen sitzen und essen und trinken. Mein Pausenort! Ich bin ran gefahren, habe Emily abgestellt und wurde direkt neugierig beäugt. Ein Mann kam sofort mit Schraubenzieher auf mich zu gelaufen und wollte mir verständlich machen, dass er meinen Roller reparieren kann. Ich habe dankend abgewunken und ihm gesagt, dass ich nur gerne was trinken würde. Darauf wurde ich freundlich angelächelt und mir wurde ein Tisch zugewiesen. Alle anderen Leute, die dort saßen haben mich neugierig beäugt und es saßen direkt 3 oder 4 Frauen um mich herum und haben mich mit Fragen bombardiert. Natürlich habe ich kein Wort verstanden, aber ich konnte mich so verständlich machen, dass ich einen Kaffee trinken möchte. Die meisten Leute hatten weiße Haarbänder um und die jüngeren waren ganz in weiß gekleidet. Mmmmh komisch… Eine kleine Band war auch da und auf dem einen Tisch waren ganz viele Geschenkkörbe. Da dachte ich das erste Mal, ist das hier wirklich ein Café? Aber egal, alle waren super lieb und total interessiert. Ohne zu Fragen wurden mir Kaffee, Wasser, Nüsse, Baguette und Früchte gereicht und alle schienen sich irgendwie zu freuen, dass ich da bin. Eine der jüngeren hat dann ihr Handy geholt und wir haben uns dann mit Hilfe des Google Translators unterhalten. Nach Fragen zu Name, Alter, Herkunft kommt eigentlich immer die Frage, wo mein Mann wäre und ob ich alleine unterwegs bin. Haha, aber daran bin ich schon gewöhnt. Das scheint hier wirklich was sehr außergewöhnliches zu sein, dass eine Frau in meinem Alter alleine unterwegs ist und dann auch noch unverheiratet… Nun ja. wir haben uns dann ein bißchen unterhalten, all meine Antworten wurden von den restlichen Frauen mit einem ohhhhhh, ahhhhhh und lächeln kommentiert. Im Laufe dieses Gesprächs stellte sich dann auch raus, dass ich nicht in einem Café gelandet bin, sondern auf der Beerdigung der 89jährigen Großmutter. Aber es schien ganz normal zu sein, dass Leute kommen und gehen und deshalb war es völlig in Ordnung, dass ich da war. Als dann auch noch der Regen anfing wurde ich brav weiter versorgt und ich sollte auf keinen Fall bei Regen fahren. Also habe ich zwei Stunden auf der Beerdigung einer vietnamesischen Frau verbracht, wurde bestens versorgt und hatte sehr nette Gesellschaft.

Beerdigung im Bergdorf

Beerdigung im Bergdorf

Beerdigung im Bergdorf

Beerdigung im Bergdorf

Die restlichen Kilometer habe ich dann auch noch gut und sicher hinter mich gebracht und bin in einem süßen Hotel/Hostel in Da Lat angekommen.

Und was ich da erlebt habe findest du hier.

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2 Gedanken zu “Roadtrip Tag 2: Phang Rang – Da Lat

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