Songkran 2015

Tag 20: Krabi – Thailand

34° größtenteils sonnig, nach ein paar sehr wechselhaften Tag und wundervollen Regen

Thai Neujahr mit der größten Wasserschlacht meines Lebens 😀

Songkran ist das traditionelle Neujahrsfest der Thais, das vom 13. – 15. April statt gefunden hat. An Songkran erreicht die Sonne ein neues Tierkreiszeichen und steht im Zeichen der Reinigung und des Neuanfangs. Symbolisiert wird das ganze durch das Element Wasser. Am Abend des 12. Aprils werden die Häuser gründlich gereinigt und das große Reisen geht los. Die Thais reisen durch das ganze Land, um Familie und Freunde zu besuchen. Es sind eher die Jüngeren, die zu den ältere Generation fahren, um ihnen Respekt zu zeigen. Gemeinsam werden die Wats (Tempel) besucht und es werden Früchte und Reis geopfert. Man begießt sich gegenseitig mit etwas Wasser um sich zu reinigen, das Böse zu verscheuchen und um eine reichhaltige Ernte zu sichern. Danach wird ein bißchen Babypuder im Gesicht verrieben, was für viel Nachwuchs steht und wodurch die Zukunft gesichert sein soll. Das ist der traditionelle Hintergrund des Songkrans was aber in den großen Städten und Touristen Orten doch ziemlich ausgeweitet wurde. Das Thai Neujahr hat nichts mehr mit etwas Wasser und etwas Babypuder zu tun – es ist eine riesengroße Wasser- und Puderschlacht…

Wir haben für unsere Gäste ein Taxi organisiert, das den ganzen Tag durch die Gegend fährt, um an dem Straßenfest teilnehmen zu können. Insgesamt waren wir zu neunt und wussten ehrlich gesagt nicht so wirklich was auf uns zu kommt. Um 10.00 Uhr wurden wir von unserem Pick up Taxi abgeholt. Uns wurde mehrfach gesagt, dass wir absolut nichts mitnehmen sollten was nicht nass werden darf bzw. unbedingt alles wasserdicht verpacken müssen. Am besten dreifach. Der Fahrer war schon gut vorbereitet und hatte hinten drauf zwei Tonnen voll mit Wasser drauf. Wir hatten Klingeln hinten auf dem Pick up und sollten uns bemerkbar machen, sobald das Wasser dem Ende entgegen geht. Gespannt und neugierig was uns den Tag über erwarten wird sind wir los gefahren. Nach ein paar Minuten wurden wir langsamer und wir dachten, dass wir an einem Supermarkt angekommen sind wo wir uns Wasserpistolen zulegen können. Nee nee nix da… Die Kinder aus dem Dorf waren schon bereit und haben uns die erste Ladung Wasser gegeben. Naja, bei 30° eine wundervolle Erfrischung. Nachdem wir dann alle einmal nass gespritzt wurden sind wir weiter gefahren und ein paar Meter weiter stand schon die nächste Truppe am Straßenrand. Bewaffnet mit Wasserpistolen, Wasserschläuchen und einer Regentonne voll Wasser haben sie es dann geschafft, dass wir bis auf die Haut nass waren. Und spätestens da hat uns der Ehrgeiz gepackt und wir konnten es nicht erwarten, uns selbst mit den richtigen Gerätschaften auszustatten. Gesagt getan, knallbunte Wasserpistolen in allen möglichen Farben und Bildchen drauf, mit Wassertanks in Herzchenform und Regenschirmen aus denen man Wasser spritzen kann. Herrlich :-)! Meine war natürlich pink 😛

Auf dem Weg in die Innenstadt von Krabi war es so, dass alle paar Hundert Meter am Straßenrand eine Gruppe stand, die nur auf die „Opfer“ auf den Autos gewartet hat. Die Autos fahren dann langsam vorbei und entweder man leistet sich die Wasserschlacht aus dem Auto heraus oder man geht raus und kämpft auf der Straße. Ein Auto voller „Touristen“ war natürlich immer und überall ein gefundenes Fressen für die Einheimischen. Die meisten hatten Wasserpistolen oder Eimer voll mit Wasser, aber es gab auch einige, die Puder hatten und diesen dann ganz vorsichtig in deinem Gesicht verteilt haben. Das war wirklich ein Phänomen. Man leistet sich eine totale Wasserschlacht und dann kommen ein paar Thais an und fassen dir ganz behutsam ins Gesicht um etwas Puder zu verteilen. Hintergrund hierbei ist es, dass Thais sich in der Öffentlichkeit nicht anfassen und dies nur zum Neujahrsfest machen. Das heißt es ist was ganz besonderes die Haut von anderen Menschen zu berühren und ganz besonderes natürlich bei den „weißen“ Touris.

Je weiter wir zu den Touri- oder Stadtzentren kamen, desto mehr und größer wurden die Gruppen am Straßenrand. In der Innenstadt ist es dann wie zum Karneval in Köln. Es fährt eine große Autokolonne durch die Stadt und am Straßenrand stehen tausenden Menschen und liefern sich eine mega Wasser- / Puderschlacht. Viele haben in ihren Wassertonnen direkt den Wasserschlauch um eine durchgängige Wasserversorgung zu gewährleisten. Wenn die Wassertonnen auf den Autos leer sind, wird der Schlauch aber großzügig ausgeliehen. Das war echt super lustig, man liefert sich eine totale Wasser- / Puderschlacht mit den Leuten am Straßenrand, sobald man fragt oder sie sehen, dass dein Tank leer ist, wird der Wasserschlauch hergegeben und man ist plötzlich ein Team und kämpft gemeinsam gegen die Leute auf den Autos. 😀 Ach ihr könnt euch vorstellen, ich hatte den ganzen Tag ein festgetackertes Grinsen im Gesicht.

Aber es stellte sich relativ schnell raus, dass wir Anfänger waren, Songkran 2.0 ist nämlich Eiswasser. Und damit meine ich nicht Wasser mit ein paar Eiswürfeln drin, nein Eisblöcke die geschmolzen sind und dann fröhlich mit Eimern in den Nacken von anderen Feiernden gekippt werden. Heilige Scheiße…. das ist hart! Es wird dir ja nicht nur ein bißchen Eiswasser übergekippt, sondern literweise – Schockgefrostet. Wenn man mal wieder auf eine Truppe mit Eiswasser gestoßen ist hat man sich fast schon gefreut, wenn dich jemand mit normalem Wasser erwischt hat.

Aufgrund des ganzen Wassers habe ich leider keine Fotos machen können, das war mir dann doch zu gefährlich, aber für eine ungefähre Vorstellung habe ich ein Gruppenbild von unserem Team Banana Bungalows:

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Es war wirklich ein ganz fantastischer Tag und ich musste gerade, während ich den Beitrag geschrieben habe, durchgängig lächeln :-). Und nach dem ganzen Wasser und dem ganzen Babypuder ist meine Zukunft in Bezug auf Ernte und Nachwuchs auf jeden Fall gesichert… 😉

2 Gedanken zu “Songkran 2015

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