Schmetterlinge im Bauch in Ho Chi Min City

Tag 52: Mui Ne – Vietnam

28° – überwiegend bewölkt

Eine verrückte Woche in Ho Chi Min und ein neues Familienmitglied – Roadtrip Baby

Ich bin noch nicht mal eine Woche in Vietnam??? Verrückt! Es fühlt sich an wie Wochen, wenn nicht sogar Monate. Ohhhh man, was für eine verrückte und aufregende Woche in Saigon. Haha, ich bin immer noch total geflasht. Ich war ja nun schon ein paar Mal in Asien und dachte, dass ich das Chaos in den asiatischen Großstädten gewohnt bin, aber mit dem was mich in Saigon erwartet hat, habe ich so gar nicht gerechnet. Es ging schon beim Landeanflug los. Ein Blick auf die Straßen und man fragt sich nur „Was ist das?“. Roller! Hunderte, tausende, keine Ahnung wie viele Roller. Nicht vergleichbar mit Bangkok oder Hanoi. Das ist echt der Knaller. Alles fährt wild durcheinander, als Außenstehender hat man überhaupt kein Verständnis dafür, wie das funktionieren kann. Und der Geräuschpegel dazu, hupen, rufen, Motorengeräusche, tausende Menschen überall… Der Wahnsinn… Ich war total geplättet als ich im Hostel ankam und wusste nicht, ob ich es ganz schrecklich finden soll oder lustig und faszinierend. Die Wahl fiel auf lustig und faszinierend und ich habe mich köstlich am nächsten Tag amüsiert einfach nur in den Straßen zu sitzen einen Kaffee zu trinken und dem Treiben zu zusehen.

Der Kaffee – ein weiteres Highlight meiner ersten Tage in Vietnam. Man trinkt hier ganz starken Espresso, der aber irgendwie samtweich ist, auf zuckersüßer Milch mit viel Eis. Köstlich! Wirklich. Erst bekommt man einen Zuckerschock und dann ist man abhängig. Und die Vietnamesen lieben Kaffee. An jeder Ecke gibt es ein kleines Café mit Tischen und Hockern. Für uns großen Menschen nicht immer so bequem, da alles etwas niedriger ist.

Vietnam Kaffee

Über dieses so genannte Internet habe ich einen Einheimischen kennen gelernt, der mich den ersten Tag durch die Stadt gefahren hat und alle wichtigen Sightseeing Punkte abgeklappert hat. Das waren dann auch die ersten Schmetterlinge im Bauch… Ich auf einem Roller durch diesen Verkehr??? Auch wenn ich nur hinten drauf sitze und der Einheimische wohl wissen wird was er macht. Puh. Herzklopfen! Aber es war geil. Oh man macht das einen Spaß in diesem Gewusel mitzumischen und irgendwie ist es gar nicht so schlimm. Das Bild hier ist die ganz harmlose Variante. Irgendwie habe ich vom absoluten Roller Chaos kein Foto gemacht, weil ich immer so fasziniert war ;-).

Roller HCMC  Roller Parkplatz HCMC

Ho Chi Min City hat einige Sehenswürdigkeiten, wie das alte Postoffice, einen Dom und auch ein Kriegsmuseum. Der Vietnam Krieg spielt, touristisch gesehen, noch eine sehr große Rolle. Es wird häufig thematisiert und es gibt viele Orte die man diesbezüglich besichtigen kann. Das Kriegs Museum ist faszinierend und erschreckend zugleich. Die Bilder haben mich sehr betroffen gemacht und die Stimmung im Museum insgesamt war sehr bedrückend und ziemlich sicher sind hier schon einige Tränen von Besucher geflossen. Neben dem Museum kann man von Saigon aus noch zu den Tunneln fahren in denen sich die Vietnamesen vor den Amis verschanzt haben. Man sieht wie sie in diesem Tunnelsystem gelebt haben und hat auch die Möglichkeit selbst durchzuklettern. Ein weiteres Highlight ist es hier, dass man die Möglichkeit hat mit einer Kalaschnikow zu schießen. Anscheinend einer der wenigen Orte auf dieser Erde wo das legal ist. Was für die einen ein Highlight ist, ist für die anderen eher abstoßend. So sehen übrigens die Eingänge aus für die Tunnel. Dieser wurde für die Touristen etwas vergrößert ;-).

Cu Chi Tunnel HCMC

Ja was macht man sonst noch so in Ho Chi Min City? (Der Name wurde übrigens schon 1975 geändert, aber so ganz durchgesetzt hat er sich noch nicht und es ist sehr häufig die Rede von Saigon.) Man fährt zum Beispiel einen Tag zum Mekong Delta und lässt sich durch die wunderschönen Gewässer schippern.

Mekong Delta HCMC

Mekong Delta HCMC  Mekong Delta HCMC

Und ansonsten lässt man diese Stadt einfach passieren. Ich kann das ganz schlecht beschreiben, aber irgendwie passiert die ganze Zeit irgendwas ohne das man weiß wie und warum das so ist. Zum Beispiel saß ich auf einmal bei einem Einheimischen auf dem Roller, der mich einmal quer durch die Stadt gefahren hat, um mich zu einer Garage zu bringen, die Roller verkaufen. Und plötzlich saß ich am Steuer seines Motorrads und er war der Meinung, dass ich ihn mal ein bißchen durch die Stadt kutschieren könnte. Wuaaaahhhh, ich? in diesem Verkehr? mit dem Uralt Roller? und dann auch noch einer hinten drauf? Puh… Adrenalin!

Und plötzlich sitzt man mit einem Expat (ein Europäer, der seit 7 Jahren in Asien lebt) an einem einheimischen Restaurant am Fluss, liest sich die Karte durch und findet Dinge wie Frosch Poridge, gegrillte Schlange oder Reis „Dog Style“. Es kann kein Touristen Gag gewesen sein, da wir die einzigen Europäer waren und der Laden war groß… Was man natürlich auch machen kann ist, über diesen Steg zu laufen um sich die Boote der einheimischen Obstverkäufer anzusehen, die zwischen ihren ganzen Bananen auf einem Boot in einer Hängematte leben.

Bananen Boot HCMC

Oder man isst eins der vielen wunderbaren Gerichte, oder man guckt den Hip Hop tanzenden Mädels im Park zu, oder man quatscht mit einem der vielen Backpacker, die sich alle auf der „Bui Vien“, der „Khao San Road“ Vietnams tummeln oder man testet sich durch die farbenfrohe Obstwelt, oder oder oder…

Ich hätte noch tagelang in dieser dynamischen und wuseligen Stadt bleiben können, aber irgendwie bin ich auch froh dem Chaos entflohen zu sein.

Nun ja und das aller wichtigste was mir in Saigon passiert ist… Ich habe Familienzuwachs bekommen :-). Ihr Name ist Emily. Für die Mädchen: sie ist rot, lila, schwarz. Für die Jungs: es handelt sich um eine Honda Wave, 110, Halbautomatik. Ich habe mir einen Roller gekauft :-). Ja ich habe es tatsächlich getan und bin unheimlich glücklich und stolz. Karl (mein Rucksack) und Emily werden sich wunderbar verstehen, da bin ich mir ganz sicher! Wir drei werden gemeinsam die ca. 1.900 km zurück legen, um in den Norden Vietnams zukommen und natürlich wird häufig auf dieser Strecke gestoppt. Heute Morgen ging es los und ich plane gegen Mitte Juni im Norden zu sein um das Kinderprojekt zu machen. Ein festes Startdatum habe ich da oben nicht und kann es glücklicherweise flexibel handhaben.

Jetzt bin ich gerade in Mui Ne, einem Strand- und Touristenort und plane hier zwei drei Tage zu bleiben. Danach geht es wahrscheinlich weiter nach Da Lat, einem Outdoor Sport Ort in den Bergen. Wir werden sehen, ob die Reizüberflutung so weiter geht…

6 Gedanken zu “Schmetterlinge im Bauch in Ho Chi Min City

  1. Hey Du stolze Rollerbesitzerin!

    Da wird man ja schon beim Lesen ganz wirr im Kopf vor lauter Wuselei 🙆 Wie schnell läuft Emily denn und wie hast Du das vor Ort mit der Versicherung etc. geregel? Schon bewundernswert wie Du das alles so hinkriegst. Bin gespannt auf ein Foto von Emily. Jetzt kannst Du ja erstmal in Mui Ne relaxen. Da ist es ja vergleichsweise ruhig. Könntest Du nochmal die Organisation nennen über die Du das Projekt in Vietnam gefunden hast? Lass es Dir gut gehen … 😎

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    • Oh wie schnell sie wirklich fahren kann habe ich noch nicht getestet und werde ich wohl auf diesen Straßen hier nicht. Bei 40km/h fühlen wir uns beide ganz wohl ;-).
      Versicherungen gibt es hier nicht… Es gibt den Zulassungsschein, die so genannte Blue Card und die wurde mitverkauft.
      Das Projekt heißt V4D und gefunden habe ich es über Workaway.

      Liebe Grüße

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  2. PS: An der Hauptstraße in Mui Ne gibt es einen Schmuckladen von Thinh und Sabine. Davor ein paar Bänke. Hier treffen sich abends auch einige Deutsche und man kann gut ein Leute kennen lernen. Vielleicht hast Du ja Lust?

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  3. Hallo liebe Jenny. Großmutter sitzt gerade neben mir und hat mit großem Interesse und ganz viel Spaß deine Reisebeschreibungen gelesen. Sie fragt, ob du an ihre Karte , die du wohl versprochen hattest, gedacht hast. Sie ist letztes Wochenende mit uns unterwegs gewesen, im japanischen Garten, auf dem Halhof und Spaziergang am Obersee. Sie fands sehr schön. Gerade war sie bei Schmiedel und hat von ihr jetzt schon zum dritten Mal Reiki bekommen, was ihr sehr hilft. Ansonsten ist sie jetzt in der Tagesklinik und es geht ihr soweit gut.
    Sie meint, du sollst auf dich aufpassen und läßt dich ganz herzlich grüßen.
    Sie umarmt dich ganz herzlich und ich natürlich auch.

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