Paradies

1 Jahr, 7 Monate, 2 Wochen und 1 Tag (=595 Tage): Moorea, Französisch-Polynesien

26° – bewölkt und regnerisch (das erste mal seit 2 Wochen 😉 )

Das Leben in der Südsee…

Ziemlich genau vier Wochen bin ich nun in der Südsee und so ganz langsam, gaaaaaanz langsam kann ich durch meine Zuckerguss bestreute Regenbogen Welt blicken. Es ist toll. Es ist so toll, dass ich es nicht glauben kann. Ich bin in einer Wattewelt und bin so ganz für mich hier. Jenny in ihrem gelebten Südsee Traum. Aber so langsam komme ich wieder in der Realität an ;-).

Moorea

Gut, wo fange ich an? Vielleicht damit wo ich mich gerade befinde? Französisch-Polynesien, 5 Flugstunden entfernt von Auckland und knapp 6 Flugstunden von Hawaii. Die größte Insel hier heißt Tahiti und die bekannteste ist wohl Bora Bora.

Ich befinde mich auf Moorea, der zweit größten Insel direkt neben Tahiti. Und die meisten sagen, dass Moorea die schönste der Inseln hier ist. Auch wenn ich die anderen Inseln nicht wirklich gesehen habe, kann ich dem nur zustimmen. Einen schöneren Ort kann es nicht geben… 🙂 133km2 und knapp 17.000 Einwohner, hauptsächlich Polynesier, aber auch viele Franzosen, die hier her gezogen sind. Hauptsprache ist auch französisch. Währung ist der Zentral Pazifische Franc (1€ = 120CFP).

Die Landschaft kann ich nicht beschreiben… Da können nur die Bilder es ansatzweise zeigen:

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Ich vergesse hier übrigens immer Bilder zu machen, weil ich einfach nur fasziniert bin. Das kristall klare blaue Wasser, daneben die tollen grünen Berge, überall die Blütenpracht, dazu der Duft der Blumen und überall läuft Polynesische Reggea Musik. WOW!

Arbeit

Jaaaa, meine Arbeit… Wenn man das als Arbeit bezeichnen kann ;-). Für 14 Std. Arbeit die Woche bekomme ich hier die Unterkunft umsonst. Ich leben zusammen mit einer französischen Familie, Helen und Hubert plus die zwei Mädels Moana (5) und Olina (3), die in ihrem Haus mind. zwei Volontäre haben plus zwei Air BnB Zimmer und wer sonst noch gerade einen Platz zum schlafen braucht. Also hier ist eigentlich immer was los und zusätzlich befindet sich im Haus noch ein Kindergarten. Also so ziemlich genau 10 Schritte von meinem Zimmer entfernt :D. Und da hier alles offen ist und es nicht wirklich geschlossene Räume gibt wird man dann normalerweise morgens um 7.00 Uhr liebevoll von Kindergeschrei geweckt… Heute sogar schon um 06.30 Uhr. Aber das ist okay, da der Tag hier eh durch die Sonne bestimmt wird und da diese um 18.00 Uhr untergeht, liege ich eh meistens um 22.00 Uhr im Bett. Und ich habe eine so unfassbare Tiefenentspannung, dass mich eh (fast) gar nichts stört.

Die Arbeit besteht darin im Kindergarten zu helfen. Es wird so aufgeteilt, dass wir 3 Tage arbeiten und die restlichen Tage frei haben. LUXUS… Wir helfen der Kindergärtnerin Vaihi beim Mittagessen, aufräumen und Babys durch die Gegend schaukeln. Vaihi ist inzwischen eine richtig gute Freundin geworden und daher besteht das „Arbeiten“ eh nur aus quatschen und nebenbei wird halt Mittagessen gekocht. Übrigens nichts außergewöhnliches, hier gibt es ganz normale französische Supermärkte und ganz normales Essen (Spaghetti Bollo und co).

Wir haben zwischen 5 und 12 Kids hier und der jüngste ist glaube ich 6 Monate und der älteste 7 Jahre alt. Action ist vorprogrammiert ;-). Zu Beginn hatte ich ja Sorge, dass ich nach so viel Ruhe und Zeit für mich völlig überfordert und genervt bin von dem ewigen Geschreie, aber nein ganz im Gegenteil. Die Kids sind super und es macht echt Spaß. Die Verständigung ist etwas schwierig, da mein französisch nach wie vor nicht flüssig ist, aber das ist okay. Haha, aber trotzdem bin ich immer froh, wenn sie dann nachmittags wieder abgeholt werden und ich meine freie Zeit genießen kann ;-).

Freizeit

Ja, wie genießt man denn hier die freie Zeit… Puhhhhh schwierig :D. Am Strand rumhängen zum Beispiel, Kaffee trinken, Baguette essen, wandern gehen, Boot fahren, quatschen, fischen, lesen. Hier herrscht absolute Island Time und es passiert alles ganz entspannt und gemütlich. Durch die Arbeit hier habe ich einige Einheimische kennen gelernt und irgendwie ist immer was los. Gestern sind wir zum Beispiel mit den Mädels in eins der Luxus Hotels zum Cocktails trinken gegangen. Und zur Erheiterung durfte ich dann noch für die Touris mit einem der Einheimischen tanzen, der mich einfach auf die Tanzfläche gezogen hat. Zum Glück hatte niemand von den Mädels eine Kamera griffbereit :D.

Hier gibt es tolle Wanderstrecken und ich habe schon zwei drei Hikes gemacht, aber heilige Scheiße, in der Tropenhitze hier läuft der Schweiß echt literweise. Letzte Woche habe ich Stand-up Paddling ausprobiert was echt mega viel Spaß macht.

Dann hatte ich das Glück über das Trampen (die gängige Art von A nach B zu kommen, wenn man kein eigenes Gefährt hat) einen Einheimischen kennen zu lernen. Stanley. Er hat mich und eine meiner Kolleginnen zu seinem Geburtstag eingeladen. Tja und plötzlich sassen wir zwischen 20 Polynesiern mit Ukulele und durften den traumhaften polynesischen Klängen lauschen. Oh man, das war so surreal… Unter der Palme, am Wasser und dann diese wunderschönen Stimmen und Lieder. Da waren die Glückstränchen mal wieder vorprogrammiert. Stanley hat mich dann die Tage noch auf seinem Roller einmal um die komplette Insel kutschiert und zum abkühlen sind wir dann noch mit seinem Boot raus auf die Lagune gefahren.

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Kurz vorher hatten wir noch seinen Cousin getroffen, der gerade vom fischen kam. Also haben wir einen Sack frisch gefangenen Fisch bekommen und sind bewaffnet mit Messer und Gabel raus auf die Lagune und haben dort erstmal den Fisch entschuppt und ausgenommen. Ich habe Stanley gefragt warum wir dazu raus fahren und er hat mich völlig verdattert angeschaut und meinte nur „na weil wir klares und sauberes Wasser brauchen“. Haha, sorry mein Fehler… Wie konnte ich vergessen, dass hier das klare und saubere Wasser draußen im Ozean ist und nicht in der heimischen Küche. Nun ja und damit habe ich dann meinen ersten Fisch entschuppt, ausgenommen, zubereitet und natürlich gegessen. Es war ein Parrot Fisch, den ich vor ein paar Tagen noch beim Schnorcheln bewundert habe. Abgefahrene Erfahrung!

Das schnorcheln geht hier nämlich auch wunderbar. Direkt vom Strand aus und man hat die absolute Vielfalt. Wahnsinn! Kunterbunt und abwechslungsreich! Es gibt auch einen Ort wo man mit Reef sharks und Rochen (linkes Foto zwischen meinen Füßen und der Muschel ist ein Rochen) schnorcheln kann. Es ist wie eine andere Welt.

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Und ich habe mir fest vorgenommen hier auch noch tauchen zu gehen. Nächste Woche werde ich dann endlich mal wieder mein Logbuch erweitern.

Aber zur Zeit ist Wasser und Sonnen Verbot, denn…. Ich habe mich tatöwieren lassen :). Seit 1,5 Tagen wird mein Fuss durch eine Schildkröte und die Tiare geziert. Die Schildkröte steht in der polynesischen Kultur für: Aufbruch, Entdecken, Reisen, Familie, Fürsorge, Langlebigkeit, Ruhe und Schutz. Die Taire ist die Nationalblume und steht für Anmut, Freundlichkeit und Schönheit und wird ganz klassisch hinter dem Ohr getragen. Das Öl der Tiare Blume wird viel für Pflege Produkte und Parfüm verwendet. Foto folgt, aber hier habt ihr die klassische Blüte:

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Das Tattoo Studio ist wohl sehr bekannt und berühmt und die meisten Einheimischen fahren dorthin um sich tatöwieren zu lassen. Das Studio ist an meinem absoluten Lieblingsort auf Moorea, der Cooks Bay (oben das große Bild mit dem Boot) und ich habe mich zusammen mit Vaihi tatöwieren lassen. Eine Erinnerung für die Ewigkeit.

Unser Tätowierer – Herbert :D. Ja es ist kein Scherz. Der gute Mann heißt Herbert, hat sein halbes Gesicht tätowiert, sieht aus wie ein Polynesier ist aber Österreicher…

So sieht es aus… Ich bin glücklich, sehr glücklich. Ich wusste es wird toll in der Südsee. Ich wusste es wird außergewöhnlich! Aber das tatsächliche Leben hier übertrifft meine Erwartungen. Gerade dadurch, dass ich so viele Einheimische kennen gelernt habe und dadurch auch das wirklich wahre Leben hier kennen lernen darf. Die Luxus Hotels sind der WAHNSINN (Ich gebe mich manchmal als Gast aus um einen Tag da rumzuhängen – aber Pssssst. 😉 ) Aber ich würde jederzeit einen Abend bei Vaihi oder Stanley auf der Terrasse vorziehen und ein selbst gemachtes „Poisson Cru“ essen. Das ist die National Speise – roher Fisch mit Kokussmilch und mir danach eine Passionsfrucht oder Mango vom Baum pflücken.

Also falls jemand plant her zu kommen, dann sucht euch eine AirBnB Wohnung um das wahre Leben kennen zu lernen. Tausend mal luxuriöser als die großen Hotels, die Gastfreundlichkeit der Menschen ist unglaublich. Moorea wird auch als Insel der Liebe bezeichnet und das spürt man immer und überall ❤ ❤ <3.

Die Südsee… Nicht ohne Grund ein Sehnsuchtsort und Inbegriff vom Paradies! Und diesen Südsee Traum kann ich noch weitere 3,5 Woche leben 🙂 🙂 :).

3 Gedanken zu “Paradies

    • Hi Mathe,

      stimmt, Weihnachten werde ich dieses Jahr wieder nicht schaffen :-/. Aber vielleicht klappt es diesmal mit dem Skypen…
      In Neuseeland hätte ich eine Postanschrift wo ich Anfang Dez und Mitte Jan noch mal bin… Das ist mein alter Arbeitgeber und die nehmen derzeit meine Post entgegen :-).

      „Work N Holiday
      Jenny Haemisch
      300 Queen St / Level 10
      1010 Auckland“

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  1. Das ,was du beschreibst, klingt unglaublich. Da könnten Träume in Erfüllung gehen😍. Es freut mich sehr für dich, dass du diese tollen Erfahrungen machen kannst. Schick auf jeden Fall mal Fotos von den Tattoos, sobald sie verheilt und gut zu erkennen sind.
    Genieß die restliche Zeit dort und fühl dich herzlich umarmt.

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