Workation

1 Jahr, 10 Monate, 4 Wochen und 3 Tage (=703 Tage): Canggu, Bali-Indonesien

29° – Sonnig, leicht bewölkt

Ein neues Zuhause und viel Arbeit

Selamat Siang aus Bali 🙂

Seit einem Monat lebe ich nun auf Bali und es fühlt sich jeden Tag mehr, wie „Zuhause“ an. Das hier ist ein Ort, bei dem ich mir gut vorstellen kann wieder zukommen und für länger zu bleiben. So wie beim Olli in Thailand. Ehrlich gesagt, viel von Bali gesehen habe ich noch nicht, aber das wird jetzt ganz bald nachgeholt. Denn ab morgen ist die Mami hier und dann werden wir uns diese wunderschöne Insel und alles was Indonesien sonst noch zu bieten hat, ansehen.

Hier in Canggu, im Süden Balis habe ich ein neues Zuhause gefunden. Ein Ort in dem ich endlich mal wieder etwas zur Ruhe kommen konnte, um die vergangenen Wochen und Monate zu verarbeiten. Es waren einfach viel, viel zu viele Eindrücke und Emotionen, die mein Köpfchen und Herz verarbeiten musste. Im Endeffekt hat, seit ich Auckland im September verlassen habe, ein Highlight das nächste gejagt und ich hatte keine Chance, dass alles mal zu verarbeiten. Die Entscheidung das Auckland Leben zu verlassen, die Zeit in der Südsee, der Roadtrip mit meinem besten Freund, der Abschied von Neuseeland, dass Treffen in Vietnam und jetzt unser Arbeitsmonat hier auf Bali. Alles Dinge, die sehr sehr intensiv waren und starke Gefühle hinterlassen haben. Und damit war meine Festplatte absolut überfüllt und ich habe nur auf den Moment gewartet, dass mein Kopf das Schild „Wegen Überfüllung geschlossen“ hoch hält. Soweit ist es zum Glück nicht gekommen und ich habe es geschafft etwas Platz zu machen :-). Aber es ist nach wie vor „Work in progress“ und ich hoffe sehr, dass die Zeit mit meiner Ma noch einiges an Entspannung rein bringt. Aber da bin ich mir sehr sicher, dass wir das zusammen hin bekommen.

Ho-Chi Minh City – Citizen Circle Meeting

Aber am besten fang ich erst mal da an, wo ich beim letzten Beitrag aufgehört habe. Insgesamt war ich 10 Tage in Saigon und habe dort, an einer Konferenz teilgenommen. Diese Konferenz war organisiert von der Online Community, die sich an Menschen wendet, die ortsunabhängig arbeiten. Hier mal ein Eindruck von den Pappenheimern, mit denen ich die Tage dort verbracht habe.

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Die Konferenz war unheimlich inspirierend. So tolle Menschen, so tolle Gespräche und so tolle Ideen, die zusammen gekommen sind. Es ist einfach schön Zeit mit einer Gruppe zu verbringen, die einen ähnlichen Lebensstil hat. Die Tage in Saigon waren zwar komplett voll mit den Programmpunkten der Konferenz,
aber auch Saigon stand im Zeichen des Wiedersehens. Zum einen habe ich mich mit Thomas getroffen, den ich vor zwei Jahren in Saigon kennen gelernt habe und Anne, meine deutsche Freundin, mit der ich damals in Australien war und wir uns letztes Jahr in Auckland wieder getroffen habe.

Der Vorteil von dem vielen und langen Reisen ist, dass man inzwischen gefühlt an jedem Ort jemanden kennt, mit dem man sich treffen kann. Schon verrückt… Die Welt ist ein Dorf ;-).

Ho-Chi Minh hat sich, während wir vor Ort waren, auf  das „Lunar New Year“ vorbereitet. Am 28.01. hat das „Jahr des Hahns“ gestartet und dieses Neujahr wird in Vietnam groß gefeiert, es ist vergleichbar mit Chinese new year. Überall sind Blumen, Lampions und in Abba´s „Happy new Year“ war dauerhaft in meinem Ohr ;-).

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Es war verrückt wieder in Vietnam zu sein. Das Land, in dem meine Reise eigentlich erst so richtig gestartet hat. Obwohl es zwei Monate mein Zuhause war, hatte ich trotzdem das Gefühl vieles neu zu entdecken. Und jeden Tag mit einem „Banh-Mi“ und „Caphe sua“ zu starten, ist schon was Feines.

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Workation auf Bali

Von Saigon bin ich Ende Januar nach Bali geflogen. Ein neues Land, ein neuer Stempel und eine riesen große Vorfreude. Nach den 10 doch sehr intensiven Tagen in Vietnam, konnte ich es kaum erwarten endlich etwas Ruhe zu haben. Meine Ohren haben die letzten Tage echt gerauscht, von der ganzen Beschallung, denn Saigon ist einfach laut. Ununterbrochen, egal wann, egal wo, es ist nie ruhig. Und wenn du dann noch die ganze Zeit mit fantastischen Menschen zusammen bist, musst du ja auch die ganze Zeit reden. 😉

Von daher kam der Plan, einen Monat an einem Ort in ein und dem selben Guesthouse zu wohnen, genau richtig. Und dann ist dieses Guesthouse auch einfach nur der absolute WAHNSINN. Begrüßt wurde ich von einem Flamingo, der so im Pool rumhängt und von Besitzern, die so unglaublich herzlich sind, dass man gar nicht anders kann, als sich Zuhause zu fühlen. Genau das was ich gebraucht habe :-).

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Für den Monat hatte ich mir verschiedene Punkte vorgenommen:

  1. Ein wenig zur Ruhe kommen – zu 70% erreicht
  2. Arbeiten und Projekte voran treiben – CHECK
  3. Gesund leben und meinen Alkohol-Fasten-Monat einlegen –> ähhhh komplett FAIL 😀

Nicht nur, dass ich es in dem Monat doch mehr Bier getrunken habe, als geplant, nein ich habe meinen Alkohol-freien Monat mit einer Pool Party gestartet. Dieser Abend hat mit der Aussage gestartet „ach gut ein Getränk“ und endete darin, dass ich wilde Akrobatik Sprünge in den Pool gemacht habe, mir dabei das Kinn leicht aufgeschlagen habe und mir mein Außenaband gedehnt habe. Nun ja…. Daher habe ich die ersten Tage etwas humpelnd verbracht, aber glücklicherweise fährt man hier ja eh überall mit dem Roller hin. 😛

Man kann mich einfach nicht alleine lassen…

Arbeit

Nun ja, kommen wir zurück zu dem eigentlich Plan des Monat Februars. Über die Online Community haben sich ein paar Leute zusammen gefunden, die gemeinsam einen Monat auf Bali verbringen wollten, um gemeinsam zu arbeiten. Als gegenseitige Motivation, als Möglichkeit zum Austausch und zum Networken. Die Gruppe besteht aus mehr oder weniger 8 Personen (manche sind später an- oder früher abgereist) und wir haben es echt geschafft hier viel zu arbeiten :-). Natürlich ist das Feierabend Bier und kleine Ausflüge nicht zu kurz gekommen, aber wir haben trotzdem kontinuierlich an unseren Projekten gearbeitet.

Bali ist arbeitstechnisch ein kleines Paradies für „Digitale Nomaden“, da du in jedem Cafe gutes Wifi, Steckdosen und Fruchtshakes hast. Was braucht man mehr zum arbeiten? Vielleicht noch einen Ausblick wie diese? 😉

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Tja und an solchen Orten sitzen wir dann und arbeiten. 😉 . Das Ergebnis meiner Arbeit ist …. Tadaaaa “ Ein Buch“. Ja genau, die Jenny ist Autorin geworden. Ich habe den ganzen Monat an einem Buch zum Thema Work & Travel in Neuseeland geschrieben. Es ist eine Art Ratgeber und dieser wird gerade noch von diversen Personen Korrektur gelesen und dann hoffe ich, dass ich dieses Buch innerhalb des nächsten Monats bei Amazon reinstellen kann. Ich kann noch nicht einschätzen, wie lange die grafische Bearbeitung dauern wird. Aber so oder so bin ich mega stolz auf mich, dass ich es endlich geschafft habe all mein Wissen zu verschriftlichen.

Neben diesem Projekt habe ich natürlich auch weiterhin für Melchior gearbeitet, denn schließlich muss ja irgendwie Geld rein kommen. Mit ihm habe ich hier auch über die langfristige Zusammenarbeit gesprochen und wir haben einige tolle Ideen, wie wir die Zusammenarbeit ausbauen können. Es wird also nicht langweilig die nächsten Wochen und Monate.

Neben meinem „Auftraggeber“ Melchior, meinem „Kollegen“ Markus sind unter anderem noch Tabea&Fabio hier. Ein Pärchen aus dem Kreis Gummersbach, die die Webseite „www.trau-dich-fee.de“ betreiben. Auf dieser Webseite werden Hochzeitsdienstleister aufgelistet und die zwei arbeiten mit Hochdruck an dem Relaunch (der Überarbeitung) der Webseite. Dazu haben wir viel gebrainstormt und es war echt sau cool einfach mal an einem anderen Projekt zu arbeiten. Also, falls ihr ein Paar aus der Region kennt, die bald heiraten wollen – ein Blick auf die Trau dich Fee lohnt sich :-).

Erholung

Aber wie gesagt, neben der Arbeit kam der Spaß und die Entspannung nicht zu kurz. Die Sonnenuntergänge sind hier in Canggu Pflichtprogramm ;-).

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Das mit den Zigaretten lasse ich übrigens ab morgen wieder ;-).

Einen Tag sind wir nach Ubud gefahren, haben uns da die Reisfelder angesehen und habe das Rolle cruisen genossen.

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Und dann gab es hier ja auch noch ein Wiedersehen der besonderen Form. Dennis, mein Kollege aus Samsung Zeiten, der mehr oder weniger zum selben Zeitpunkt gekündigt hat wie ich, kam zu unserer Gruppe dazu :-). Dennis und ich waren direkte Kollegen, also im selben Team und haben beide gekündigt um „Reisen zu gehen“. Und jetzt,… nach zwei Jahren haben wir es endlich geschafft uns zu treffen. Das ist verdammt cool, wenn man plötzlich jemanden um sich herum hat mit dem man das „alte“ Leben teilt, aber auch das „neue“. Voll gut :-)!
Naja und da Dennis inzwischen Divemaster ist, war natürlich klar, dass wir auch tauchen gehen. Also haben wir uns letzte Woche zu dritt aufgemacht und haben Bali´s Unterwasserwelt erkundet:

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Tuuuuuuurtle, riesen Manatrochen und ein super cooler Ausflug. Ach Tauchen ist einfach ein unfassbar tolles Hobby… Wenn es doch nur nicht so teuer wäre ;-).

Und dann hatten wir als Gruppe noch die Möglichkeit mit den Besitzern des Guesthouses auf eine balinesische Zeremonie zu gehen. Wir wurden stilgerecht eingekleidet und über die verschiedenen Bräuche aufgeklärt und los ging es. Es war irgendwie der Geburtstag des Tempels, der mit einer typischen Zeremonie gefeiert wurde. Und diese Zeremonie war mit das Verrückteste, was ich jemals gesehen habe. img_4646

Unheimlich viele Menschen, die Musik, der Qualm überall und dann diese abgefahrenen Kämpfe und Tänze. Eine absolut andere Welt… Und dann versetzten die sich teilweise in „Trance“, um mit den Geistern Kontakt aufzunehmen. Tja und sobald der Körper mit dem Geist Kontakt aufgenommen hat, wird geschrien, geweint, die Hände in die Luft geworfen, usw. Das war beängstigend und faszinierend zugleich. Aber wir waren alle fix und fertig danach, weil wir komplett reizüberflutet waren. So etwas miterleben zu können war so toll und ich bin unserem ASUNG Guesthouse nach wie vor so dankbar, dass sie uns mitgenommen haben. Dadurch hat man einen Teil der balinesischen Kultur gesehen, den man sonst so eher schwer zu Gesicht bekommt.

Also wie ihr seht ist trotzdem viel passiert und daher verzögert sich das „zur Ruhe“ kommen noch ein wenig. Aber ab morgen dann, wenn die Mami da ist 🙂 🙂 :-). Ich habe es noch so gar nicht realisiert, dass sie ab morgen für 5 Wochen bei mir ist. Das wird toll! Unfassbar toll <3.

Ach ja… Und Karneval kam natürlich auch nicht zu kurz ;-).

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2 Gedanken zu “Workation

  1. Liebe Jenny!! du nimmst mich mit in deine Welt. Wenn ich deine Geschichten höre, gehe ich selbst ein wenig auf Reise….ich umarme dich! Ulrike

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