10 Tipps für einen Roadtrip

1. Kaufen oder mieten

Das ist die erste Entscheidung, die du treffen musst. Es hängt davon ab wie lange du Zeit hast und ob du ein paar Tage am Ende einplanen kannst um das gute Stück wieder zu verkaufen. Bei 3-4 Wochen würde ich wahrscheinlich eins mieten, alles was darüber geht auf jeden Fall kaufen. Mietpreise liegen so bei $6-$10 pro Tag und es ist immer Verhandlungsspielraum da. Beim Kaufen hast du ggf. das Glück den Kaufpreis beim Verkaufen wieder raus zu bekommen, aber du darfst nicht vergessen, dass auch Reparaturen anfallen werden.

2. Automatik, Halbautomatik oder Manuell

Hast du einen Motorrad Führerschein und bist schon viel gefahren? Dann stellst du dir diese Frage wahrscheinlich gar nicht und nimmst auf jeden Fall eins mit manueller Schaltung. Du bist schon viel Automatik Roller gefahren, fühlst dich wohl auf Asiens Straßen? Dann solltest du einen mit Halbautomatik wählen. Man hat es schnell raus, wie man zwischen den vier Gängen schaltet und es macht auf jeden Fall mehr Spaß als reine Automatik. Wenn du noch nie Roller gefahren bist, solltest du erst einmal auf einem Automatik fahren. Dann kannst du dich 100%ig auf den Verkehr und die Straßen konzentrieren.

3. Wo kaufen und für wie viel?

Wie teuer ist es denn eigentlich so einen Roller zu kaufen und wo mache ich das? Als ich in Saigon war hingen in jedem Hostel mehrere Aushänge von Backpackern, die ihre Roller verkaufen wollten. Die Kosten haben sich meisten zwischen $ 240 und $ 350 bewegt. Bei diesen Preisen sind häufig noch die Grundausstattung wie Helm, Gurte und eine Karte inklusive. Neben den ganzen Backpackern, die von Hanoi nach Ho Chi Minh oder andersrum fahren, gibt es in den großen Städten auch immer noch einheimische Garagen, die auch Roller verkaufen. Hier lagen nach meiner Erfahrung die Preise etwas höher, aber nicht wirklich erwähnenswert. Bei den Backpackern kann man u.a. richtige Schnäppchen machen, wenn sie z.B. am nächsten Tag abreisen müssen, dann werden die Preise schnell mal sehr günstig. Wenn man sich einen Roller von Einheimischen kaufen möchte, weil dieser Roller wahrscheinlich nicht schon fünf mal von Nord nach Süd und anders herum gefahren ist, dann muss man eigentlich nur ein paar Einheimische ansprechen und schon zeigen sie dir die Orte, wo du Roller in Garagen/Werkstätten kaufen kannst. Achte drauf, dass beim Kauf die „blue card“ dazu bekommst, das ist die Zulassungsbescheinigung. Kontrolliere auf jeden Fall, ob das Nummernschild übereinstimmt. Falls du so gar keine Ahnung von technischen Dingen hast, dann empfehle ich dir jemanden zum Kauf mitzunehmen, der ein wenig Ahnung hat. Frag mal in deinem Hostel rum, da findet sich bestimmt jemand, der dich für ein Abendessen oder Bier begleitet und berät.

4. Reparaturen 

Bevor es auf die Straße geht solltest du deinen Roller noch mal durch checken lassen. Öl Wechsel, funktionieren die Bremsen, etc. In den großen Städten gibt es an jeder Ecke Werkstätte, die auch ziemlich schnell zu erkennen sind, da die Reparaturen häufig auf dem Bürgersteig statt finden. Wirklich teuer ist das nicht und du startest mit einem deutlich besseren Gefühl deinen Roadtrip.

5. Sonstige Ausrüstung

  • Gurte und Regenschutz um deinen Rucksack auf dem Sitz zu befestigen (gibt es auch an jeder Ecke, frag einfach in deiner Werkstatt nach)
  • Helm
  • Schutzbrille, falls du kein gutes Visier hast (wenn du mal bei Dunkelheit oder bewölktem Wetter fährst und die Sonnenbrille zu dunkel ist bist du dankbar dafür, dass du deine Augen mit einer farblosen Brille schützen kannst)
  • Mundschutz – ja, es ist nicht schön, aber sinnvoll. Ansonsten hast du ziemlich schnell ziemlich viel Dreck oder Tiere in Mund und Nase
  • 1,5l Benzin – eine Reserve an Benzin habe ich immer hinten auf dem Roller, falls mal keine Tankstelle in der Nähe ist. Und gerade auf den längeren Bergstrecken kann das schon mal passieren.
  • Regenschutz – diese wunderschönen bunten Regenumhänge gibt es auch an jeder Ecke für wenig Cent. Falls du keine siehst, dann frag einfach mal an den Straßenständen nach. Sobald es anfängt zu nieseln hat plötzlich jeder Stand welche.
  • Vietnamesische SIM Karte für Internet und Telefonieren – sicher ist sicher
  • Wasser und eine Kleinigkeit zu essen wie Kekse, Früchte oder Cracker

6. Navigation

Wie komme ich denn eigentlich dahin wo ich hin möchte? Zum einen kann man sich Straßenkarten in den großen Städten kaufen, die allerdings wieder Platz wegnehmen und schwer sind. Es gibt inzwischen einige Apps, die man sich runterladen kann, die sehr genau sind und auch offline funktionieren. Der Klassiker „Google Maps“ oder „Maps.Me“, die ich benutze. Plane deine Tagesroute aber am Besten noch im Hotel während du WLAN hast.

7. Fahren in Vietnam

Das Prinzip ist sehr simpel: Der stärkere gewinnt! LKWs, Busse, Autos und alles, was größer ist als du und dein Roller, hat Vorfahrt. Und die solltest du auch einhalten, die kennen hier teilweise das Wort Rücksicht nicht. Ansonsten ist es immer wichtig was VOR dir passiert. Nicht zu viel nach hinten sehen, achte lieber drauf was die Fahrer vor dir machen und genau so tun es die, die hinter dir sind auch. Wichtig ist, dass du eine klare Linie fährst, sodass die hinter dir auch wissen auf was sie sich einstellen müssen. Wenn du überholst dann kann es nicht schaden kurz zu hupen, um den vor dir zu warnen, dass du gleich von hinten kommst. Genauso machen das die anderen auch und es funktioniert wirklich gut. Aufpassen muss man bei denen die aus den Seitenstraßen kommen, die gucken teilweise nämlich auch nicht. Grundsätzlich ist es aber gar nicht so schwer hier zu fahren. So lange man konzentriert und vorsichtig fährt kann hier eigentlich nicht viel passieren. Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei ca. 40km/H. Je nach Straßenverhältnissen auch langsamer.

8. Routenplanung

Woher weiß ich denn eigentlich wann und wohin ich fahren soll? Ich habe mir eine ganz einfache Excel Liste erstellt. Gibt es einen Tag an dem du an einem bestimmten Ort sein muss, weil du z.B. zurückreist? Dann rechne von diesem Tag an rückwärts. Guck dir die Karte von Vietnam an und markiere dir die Orte, die du unbedingt besuchen willst. Durch Reiseführer und Gesprächen mit anderen Reisenden hat man ja relativ schnell heraus gefunden was die Highlights sind. Ich habe mir meine Highlights raus gesucht und dann mit Hilfe von Google maps mir die Distanzen aufgeschrieben und ein bißchen hin und her geschoben, bis die grobe Planung ungefähr passte. Mehr als 150km möchte ich eigentlich nicht fahren. Für die „Reisetage“ habe ich nie noch was anderes eingeplant, da so ein Tag auf der Straße doch ganz schön anstrengend sein kann. Zwischendurch habe ich auch ein paar Orte eingetragen, wo ich keine Ahnung habe was mich da erwartet, aber sie passten einfach gut in meine Routenplanung und ich lasse mich einfach überraschen. Oder ich nutze diese Tage als Puffer, wenn ich an einem anderen Ort länger bleiben will. Immer schön flexibel bleiben ;-).

9. Müde, Krank, Muskelkater, Regen

Was mache ich denn eigentlich, wenn ich mal nicht fahren kann, obwohl ich weiter muss? Kein Problem, du setzt dich mit deinem Motorrad in einen Zug oder auch Bus. In Vietnam ist es überhaupt kein Problem mit dem Roller transportiert zu werden. Frag einfach in deinem Hostel, Hotel oder direkt bei den Bus- und Zugstationen nach. Das kann manchmal ganz angenehm sein und die Kosten für das Ticket für deinen Roller sind wirklich gering.

10. Lange Kleidung

Ein wirklich gut gemeinter Rat! Kauf dir lockere, bequeme und vor allem lange Kleidung. Warum? Ja zum einen weil es gerade in den Bergdörfern kalt werden kann, sogar sehr kalt, aber auch auf den Küstenabschnitten kann ich es dir nur empfehlen. Ansonsten bekommst du nämlich ganz schnell eine hässliche T-Shirt Bräune. Eine halbe Stunde auf dem Roller mit kurzer Hose und schon kann man wunderbar das Ende deiner Shorts sehen. Es geht wirklich so schnell, das ist der Wahnsinn und vor der Bräune kommt auch häufig noch ein Sonnenbrand…

3 Gedanken zu “10 Tipps für einen Roadtrip

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